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Berg- und Wanderjahr 2014 – ein Rückblick

12 Feb

Irgendwann im letzten Sommer war ich in einer Bar und redete mit einem Mann. Es ging um Freizeitaktivitäten. Ich erzählte zum Thema Bewegung an der frischen Luft, dass ich gerne in die Berge gehe. Er wollte wissen, wie oft. Da ich das hier ja immer schön dokumentiere, konnte ich recht präzise antworten: zu diesem Zeitpunkt hatte ich seit Anfang des Jahres gut 20 Tage am Berg verbracht. „Fast ein Monat!“, meinte der Herr (der mir übrigens bei einem späteren gemeinsamen Mittagessen alles über Allergien erzählte. Ich sah ihn nie wieder.)Brünnstein | raupenblau

Ob es geklappt hat mit dem Monat am Berg? Gucken wir mal:

Januar

Rosskopf über Firstalmen und Stümpfling (1 Tag)

Rundwanderung Rauchbrunnen – Höttinger Bildrunde (1 Tag)Blick von der Rauschbrunnen-Hütte | raupenblau

Februar

Schweiz (leider ohne Post)

März

Das Hintere (Nebel)Hörnle (1548 m) (1 Tag)

Brunnsteinhütte (1560 m) und (fast) die Brunnsteinspitze (1 Tag)

April

Lenggrieser Hütte (1 Tag)

Hohe Asten und Großer Riesenkopf (1 Tag)

Heimgarten (1790 m) & Herzogstand (1731 m) (1 Tag)

Bodenschneid | raupenblau

Mai

Bodenschneid (1668 m) und Bodenschneidhaus (1365 m) (1 Tag)

Juni

Kaisertour (3 Tage)

Tegernseer Hütte (1650m) & Roßstein (1698m) (1 Tag)Kaisertour | raupenblau

Juli

Martinshütte, Pflegersee und Burgruine Werdenfels (1 Tag)

Zweiter Versuch: Brunnsteinspitze (2179m) (3 Tage)

Leutaschklamm und Lautersee (1 Tag)

Rotwand und Taubenstein – mal wieder (1 Tag)

August

Rinnenspitze (3003m) und diverse Klettersteige (Bonus: 5-Rosinen-Kaiser!) (2 Tage)

Brecherspitz (1683 m) (1 Tag)

Brünnstein (1634m) (1 Tag)Brünnstein | raupenblau

September

Dandlalm (1 Tag)

Oktober

Mariandlalm und Nesselberg (1 Tag)

November

Hirschberg (1670 m) (1 Tag)Hirschberghaus | raupenblau

Dezember

Rechelkopf (1330 m) (1 Tag)

Brauneck Almwanderung (1 Tag)

Dokumentiert habe ich 2014 also 27 Tage am Berg – nicht mitgezählt sind Ski- und Wandertage in der Schweiz. Außerdem war ich noch drei Tage im September auf dem Heidschnuckenweg unterwegs. Gut, der ist sehr flach, es gab zwar einen „Berg“, aber dessen Besteigung habe ich erst wahrgenommen, als ich oben war. Alles in allem bin ich aber über 30 Tage gewandert. Außerdem habe ich acht Mal Kaiserschmarrn gegessen, mit einem 5-Rosinen-Kaiser auf der Franz-Senn-Hütte, aber leider auch einem tragischen Tiefpunkt: der Dandlalm (retrospektiv war das nämlich keine besondere Form der Zubereitung. Er war schlicht und ergreifend versalzen.)

Das Bergjahr 2014 wurde auch geprägt von der Erkenntnis, das meine Wanderschuhe zu klein sind. Ob sie das schon immer waren, oder meine Füße gewachsen sind – man weiß es nicht. Jedenfalls habe ich beide Modelle verkauft und meinen „Hauptschuh“ (den Lowa Mauria GTX Ws) eine halbe Größe größer noch einmal gekauft. Seitdem ist die Welt viel schöner und das Sport-Tape kann daheim bleiben (an dieser Stelle muss ich auch sehr die Beratung im Sporthaus Schuster loben; hier wurde ich sanft von „ich brauch ganz andere Schuhe“ zu „ich habe die richtigen Schuhe, aber die sind zu klein“ geführt). Die beiden zu kleinen Paare konnte ich verkaufen – in einem hüpft nun meine Freundin Ieva glücklich durch die Alpen, die anderen leben nun in Braunschweig. Was sie da wohl machen?

Lowa Mauria GTX Ws | raupenblau

Zu klein!!

Ganz klar ein Grund, warum ich im letzten Jahr so viel unterwegs war, ist die Tatsache, dass ich mir im Februar ein Auto gekauft habe. Pauline ist ein zwölf Jahre alter Polo und auch wenn mein CO2-Abdruck jetzt um einiges größer ist: ohne Auto wäre ich nicht so oft in die Berge gekommen. Ich habe mir aber Mühe gegeben, Pauline immer mit möglichst vielen Passagieren zu beladen. Insgesamt war ich im letzten Jahr wesentlich seltener alleine wandern als 2013, was ich jetzt weder gut noch schlecht finde. Der fahrbare Untersatz mag aber dazu beigetragen haben.

Polo Pauline | raupenblau

Mini-SUV Pauline

Einen von zwölf Monaten in den Bergen verbracht zu haben fühlt sich irgendwie ziemlich gut an. Ich bin gespannt, wie das 2015 wird. Und freue mich.

Brauneck Almwanderung

9 Dez

Die Klimaerwärmung. Zurzeit ein indirekt vieldiskutiertes Thema. Es liegt ja kein Schnee, der Bruder musste schon zehn Kilometer vor dem Lift parken und einen Shuttlebus nutzen, da sich die vielen Wintersportler auf wenigen Metern schmelzendem Gletscher drängen. Meine Ski stehen daher schlafend im Keller.Almwanderung Brauneck im Schnee | raupenblau

Stattdessen besuche ich die Berge weiter zu Fuß, am Sonntag gemeinsam mit Basti. Der war, sagen wir, wenig motiviert und wollte an der Talstation der Brauneck-Bahn nicht so recht das warme Auto verlassen. Das änderte sich, als ich ihn aufforderte, Tickets für die Gondel zu kaufen – er war wohl davon ausgegangen, den Berg hinauf laufen zu müssen. (Das ist generell ein Problem, dass sich meine Mitwanderer nie die Tourenbeschreibungen durchlesen, die ich vorab herumschicke.) Der Blick aus der Gondel heraus war dann so:Almwanderung Brauneck im Schnee | raupenblau

Na gut, nicht unbedingt Traumwetter. Aber wir wollten auch nur eine kleine Runde gehen, nämlich den Almrundweg (Nr. 3). Oben angekommen war es kalt, einsam und neblig, aber: es lag Schnee! Wir gingen also gemütlich den Weg (der nicht weiter spektakulär ist und an vielen Hütten vorbeiführt, die momentan natürlich geschlossen haben) und blieben sehr oft stehen, um Fotos zu machen:Almwanderung Brauneck im Schnee | raupenblauAlmwanderung Brauneck im Schnee | raupenblau

Zwischendurch gab es eine Rast mit Bergkäse und Hirschwurst, die ich am Abend zuvor auf einem Waldweihnachtsmarkt im Nirgendwo erworben hatte. Außerdem Tee mit Schuss für Basti, dessen Stimmung sich stetig verbesserte. Wir waren die ganze Zeit allein, was auf dem Brauneck vermutlich fast nie vorkommt.Almwanderung Brauneck im Schnee | raupenblau

Auch runter ging es wieder mit der Gondel. Wir ließen den Tag auf dem putzigen kleinen Weihnachtsmarkt in Benediktbeuern ausklingen, mit Honigmet, Kinderpunsch, Maroni und Schupfnudeln. Ich erwarb ein Backbuch der Bichler Frauen, das hier bestimmt noch einmal auftauchen wird. Ein sehr sehr schöner zweiter Advent.

Rechelkopf (1330 m)

1 Dez

Sonntag früh um kurz vor zehn, mit Truthahn vom samstäglichen Thanksgiving-Essen im Bauch. Wir sitzen vor dem Bäcker auf einer Bank, es ist trüb, es ist kalt und irgendwie auch feucht. Im Bett wäre es jetzt schöner. Aber hilft ja nichts, schnell den Kaffee trinken und ab ins Auto, ein bisschen türkischen Pop hören und dem Navigations-System vertrauen, das uns an Wolfratshausen vorbei durch Bad Tölz auf immer kleinere Straßen führt. Ziel: der Rechelkopf.Rechelkopf | raupenblau

Durch mysteriöse Umstände sind meine Füße um eine halbe Größe gewachsen, ich habe neue Wanderschuhe (die gleichen wie vorher, aber eben eine halbe Größe größer) und die müssen eingelaufen werden. Also eine kleine Tour (Beschreibung hier und hier mit Karte, knapp 700 Höhenmeter sind zu bewältigen), Katya und Jasmin begleiten mich. Wir fahren unter dem Nebel durch und hoffen, heute irgendwie noch über diese Wolkendecke zu kommen. Unser Startpunkt ist der Wanderparkplatz Filze, von hier steigt man über die Forststraße auf, ein kleines Stück kann man durch einen Steig abkürzen. Unterwegs sammeln wir alle möglichen Zweige, Äste und Tannenzapfen ein – Deko für den Advent. Und irgendwann ist ein Ende der Wolke in Sicht:Rechelkopf | raupenblau

Kurz danach treffen wir auf die Schwaiger Alm und gucken uns die Wolken über dem Alpenvorland von oben an:Rechelkopf | raupenblau

Es ist wunderbar sonnig und wir können unser mitgebrachtes Picknick essen, ohne zu frieren. Danach geht es noch ungefähr eine halbe Stunde durch den Wald, zum Teil ist es recht matschig. Wir werden ein bisschen ausgelacht für das Gebüsch, das wir mit uns rumtragen. Die Stimmung am Berg ist euphorisch: Sonne! Oben angekommen werden wir mit einem traumhaften Blick auf den Karwendel belohnt:Rechelkopf | raupenblau

Nochmal ein wenig Sonne tanken und dann wieder abwärts. Man könnte jetzt einen kleinen Umweg im Abstieg über die Sigrizalm machen, aber ein freundlicher Herr aus der Gegend rät uns ab: sehr matschig und nicht besonders schön. Nach dem kleinen Steig wählen wir diesmal den Weg hinunter nach Gaißach-Lehen. Dieser ist wesentlich steiler – wenn man steile Anstiege nicht scheut, ist es sicher schlau, zu tauschen und über den Forstweg abzusteigen. Nach einiger Zeit stecken wir wieder im dichten Nebel:Rechelkopf | raupenblau

Die beiden Parkplätze sind ungefähr zehn Minuten zu Fuß voneinander entfernt. Etwas matschig, aber mit Sonne im Herzen steigen wir ins Auto, überqueren die Isar und landen am späten Nachmittag wieder in der Stadt.

Hirschberg (1670 m)

18 Nov

Hier kommt jetzt erstmal noch ein kleiner Nachtrag – am vorletzten Sonntag konnte ich ein paar Damen und einen Herren dazu motivieren, mit mir noch einmal etwas Berge zu besteigen. Von einigen Teilnehmerinnen wurde die Tour als Saisonabschluss bezeichnet. Ihr werdet euch noch wundern! Auf jeden Fall hatten wir aber wunderbarstes Wetter:Anstieg zum Hirschberg | raupenblau

Es ging auf den Hirschberg, und zwar vor allem weil das Hirschberghaus offen hatte. Viele andere Hütten sind aktuell in Herbst- oder Winterpause. Unsere Tour (Beschreibung hier) startete in Scharling. Zuerst geht man eine ganze Zeit einen Forstweg entlang, der sich recht harmlos den Berg hinauf schlängelt – gut zum warm werden. Zwischendurch kürzt man über einen kleinen Steig ab. Nach einiger Zeit kann man zwischen Sommer- und Winterweg wählen. Wir sind den Sommerweg nicht gegangen, aber wenn ich die Karte richtig interpretiere, hat der Winterweg den sehr viel schöneren Ausblick, z.B. auf den guten alten Tegernsee:Blick auf den Tegernsee | raupenblau

Hier und da muss man auch mal die Hände einsetzen, der Weg ist alles in allem nicht anspruchslos, aber gut zu gehen. Man kommt etwas über dem Hirschberghaus heraus, steigt in die Senke ab und kann sich dann entweder direkt zur Hütte begeben, oder, wie wir, weiter Richtung Gipfel gehen (ca. 20 bis 30 Minuten Aufstieg):Hirschberghaus | raupenblau

Der Weg zum Gipfel hinauf ist gut zu gehen, auf dem Sattel vor dem Gipfel wurde es recht matschig. Außerdem gab es schon etwas Schnee, der recht rutschig war. Von oben hat man einen fantastischen Ausblick in alle Richtungen, hier mal Richtung Österreich (ganz rechts im Bild die Tegernseer Hütte):Ausblick vom Hirschberg | raupenblau

Auf dem Abstieg zurück zur Hütte musste die Gruppe wieder über den Schnee, aber alle waren sehr tapfer und frohen Mutes, immerhin ging es Richtung Essen:Abstieg vom Hirschberg | raupenblau

Nach einer Pause auf dem Hirschberghaus entschieden wir uns für den Abstieg über die Rauheckalm. Die Abzweigung hatten wir auf dem Weg zum und vom Gipfel bereits passiert. Ich habe ein wenig gemischte Gefühle, was diesen Abstieg angeht: Der Anfang ist sehr schön, noch einmal ein toller Blick und die Rauheckalm selbst ist auch ein nettes Fleckchen. Danach folgt eine Weile Forstweg und dann ein wirklich gemeines, sehr steiles und rutschiges Stück Skipiste, das sich lange zieht und ziemlich Kraft (und Nerven) kostet. Danach geht man noch durch den Ort zurück zum Parkplatz, was wiederum ganz nett ist. Würde ich die Tour noch einmal machen, würde ich eventuell den Aufstiegsweg zurück gehen und im oberen Part variieren (Sommer- oder Winterweg). Alles in allem aber eine tolle Tour mit rund 900 Höhenmetern. Aber noch lange kein Saisonabschluss!

Mariandlalm und Nesselberg

27 Okt

Letzten Sonntag, also nicht gestern, sondern die Woche davor, war ich ENDLICH mal wieder in den Bergen. So wie circa 80 Prozent der Weltbevölkerung auch, zumindest gefühlt. Davor war ich ungerechterweise dreieinhalb Tage krank gewesen, was schrecklich war. Ich bin selten krank, aber wenn, dann dauert es auf jeden Fall zu lange. Mich ereilte glücklicherweise Samstagnachmittag eine Wunderheilung, als ich im Bauhaus ein Verlängerungsstück für einen Schlauch gekauft habe. Trotzdem will man sein Glück ja nicht herausfordern, daher beschloss ich, am Sonntag einfach ganz gemütlich auf die Mariandlalm zu laufen. Um die 300 Höhenmeter (Tourenbeschreibung), guter Kaiser, passt.Mariandlalm | raupenblau

Der Aufstieg zur Hütte war dann auch sehr angenehm, so angenehm, dass ich nach einer knappen Stunde schon oben war. Selbst nach einer Vollsperrung der A8 war es noch zu früh zum Mittagessen. Ich machte mich also schulterzuckend auf in Richtung Trainsjoch. Allerdings hatte ich mir ja vorgenommen, es nicht zu übertreiben. Das schöne Wetter schrie zwar laut GIPFEL!, aber die Erinnerung an den Aspirin-Kampf der letzten Tage lies mich dann doch mal einen Blick auf meine Karte werfen, die ich mir vorab in die Alpenvereins-App heruntergeladen hatte. Diese App ist übrigens der Knaller, das sei hier nur mal so am Rande erwähnt. Mir war kurz nach der Hütte ein Wegweiser Richtung Nesseltal aufgefallen und laut Karte konnte man ein Stück weiter oben auch in diese Richtung abzweigen. Die Pfadfinderin in mir schloss haarscharf: irgendwie wird man dann ja auch von Pfad a auf Pfad b gelangen können, also quasi ein kleiner Rundweg, nicht mehr zu viele Höhenmeter – prima. Mariandlalm | raupenblau

Wie erwartet kam dann kurz darauf auch die Abzweigung und ich ging einen wunderschönen, mit großen Steinblöcken markierten Weg durch den Wald. An den Seiten gab es riesige Ameisenhaufen, es war schon fast etwas surreal. Durch die Bäume konnte man immer wieder schön das Panorama in beide Richtungen genießen. Außerdem war ich ganz allein. Der Karte nach heißt der Bergrücken Nesselberg. Kurz bevor der Weg steil nach rechts Richtung Nesseltal abfällt (sieht auch vielversprechend aus), wandte ich mich nach links und machte mich auf die Suche nach dem weiter unten gelegenen Weg.Mariandlalm | raupenblau

Dazu musste ich ein Stück recht steil weglos gehen. Dazu sollte man schon trittsicher sein. Die App leistete mir hier wieder gute Dienste – auch abseits des Weges ortet sie wirklich sehr präzise und nach kurzer Zeit war ich wieder auf einem (wenn auch kaum erkennbaren) Pfad und kam so zurück auf den Wanderweg. Inzwischen fühlte ich mich etwas einsiedlerisch und gar nicht mehr so nach Menschen und Kaiserschmarrn. Ich entschied mich alternativ für den Verzehr der mitgebrachten Brezl am Wegesrand, wo ich prima beobachten konnte, wie Schoßhunde, übergewichtige Grundschulkinder und genervte PartnerInnen den Berg hinauf getrieben wurden.Mariandlalm | raupenblau

Für den Weg nach unten wählte ich die Forststraße und genoss noch ein paar tolle goldene Herbst-Sonnenstrahlen. Um drei Uhr parkte mein Autochen wieder in München, jegliche Erkältungsviren waren vertrieben und ich ziemlich zufrieden.

Edit: Es darf an dieser Stelle natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass der Tipp mit der tollen App ursprünglich von Ben kam. Dank ihm bin ich also quasi schon mehrfach nicht verloren gegangen. Danke, Ben!

Dandlalm

25 Sep

Irgendwann, ich glaube es war noch im August, war ich mit Jennie und Gerrit auf der Dandlalm. Ich glaube es war August, denn es hatte den ganzen Vormittag geregnet. Wir starteten daher irgendwann nachmittags von einem Wanderparkplatz an der B305 in der Nähe des Weitsees (alternative Startpunkte hier). Der Weg ist hübsch, man geht nur äußerst sanft ganz leicht bergauf (man könnte auch sagen: der Weg ist eigentlich flach) an einem hübschen Bach entlang:Weg zur Dandlalm | raupenblau

Weg zur Dandlalm | raupenblau

Irgendwann gibt es eine Kreuzung, danach muss man Kühe passieren. Diese waren ungefährlich:Kuh | raupenblau

Nun befindet man sich auf dem Röthelmoos, wo es diverse Almen gibt. Die Dandlalm ist ganz niedlich, man kann schön draußen sitzen und den Blick auf die umliegenden Berge genießen, auf die man aufgrund des Wetters ja leider nicht draufsteigen konnte:Dandlalm | raupenblau

Außerdem gibt es ein Schwein, auf dessen Rücken ernsthaft ‚NICHT FÜTTERN‘ geschrieben ist:Schwein | raupenblau

Haben wir das Schwein gefüttert? Ich glaube nicht. Dabei hätten wir durchaus Futter gehabt. Es gab nämlich etwas ganz seltsames. Versalzenen Kaiserschmarrn:Salziger Kaiserschmarrn | raupenblau

Die ganze Geschichte ist schon recht traurig, denn der Kaiser hatte Potential: leicht karamellisiert, Rosinen, fluffig. Aber halt auch salzig. Erst wollten wir das noch als interessante Variation durchgehen lassen, aber das Fazit am Ende war dann doch eher: eklig. 2,5 Rosinen, aber auch nur, weil Jennie und Gerrit gnädig waren. Ich würde nur 2 geben.

Auf dem Rückweg dann noch Fliegenpilze:Fliegenpilze | raupenblau

Überhaupt habe ich noch nie so viele Pilze in den Bergen gesehen wie in diesem Jahr. Wenigstens irgendwer freut sich dann wohl auch über den ganzen Regen. Vom Parkplatz zur Dandlalm haben wir ungefähr eine Stunde gebraucht – also ein netter Spaziergang mit etwas Bergfeeling.

Brünnstein (1634m)

27 Aug

Letzten Sonntag wurde wieder fleißig gewandert, und zwar auf den Brünnstein. Eigentlich war eine andere Tour geplant, aber da ein Teil der Gruppe gesundheitlich etwas angeschlagen war, haben wir kurzfristig umdisponiert. Das Wetter blieb zum Glück beständig, auch wenn sich immer wieder dramatische Wolken bildeten:Brünnstein | raupenblau

Vom Tatzelwurm-Waldparkplatz aus stiegen wir den Weg 657 relativ gemütlich, selten steil hinauf zum Brünnstein-Haus (1360m). Dort war ein Jubiläum am Gange, wir ließen die Festgesellschaft aber erst einmal links liegen, um über den Mini-Klettersteig zum Gipfel zu klettern. Der Steig ist größtenteils unspektakulär und sehr einfach, es gibt sogar Treppen. Schwindelfrei und trittsicher sollte man aber auf jeden Fall sein:Brünnstein | raupenblau

Er hat einige witzige Details, wie diese Felsspalte, durch die man sich hindurchschlängeln muss:Brünnstein | raupenblau

Nach einer kurzen, aber gut machbaren Kletterstelle erreicht man den Gipfel mit seiner kleinen Kapelle und kann den tollen Ausblick genießen:Brünnstein | raupenblau

Da es arg windig war, blieben wir nicht lange und gingen wir den alternativen Weg zurück zur Hütte. Hier gab es unzählige Pilze und sehr flauschige Pflanzen zu sehen, unter anderem diesen Pilz im Korallen-Look:Brünnstein | raupenblau

Auch der alternative Abstieg vom Gipfel erfordert ein wenig Kletterei, etwas matschig war es auch. Inmitten der inzwischen recht alkoholschwangeren Festgesellschaft aßen wir noch schnell einen Kuchen auf der sehr schönen Terrasse. Zurück zum Parkplatz gingen wir über die Seelacher Almen (Wege 651/652, 653 und 655; eine Übersicht gibt es hier) und genossen den tollen Kaiser-Blick (laut einer älteren Hüttenbewohnerin hatte es dort schon den ersten Schnee gehabt):Brünnstein | raupenblau

Alles in allem eine sehr schöne Tagestour (mit einer einigermaßen fitten Gruppe in fünf Stunden gut machbar; wir haben etwas länger gebraucht). Der Anstieg ist bis zum Steig nicht zu steil, der Rückweg hat einige Gegenanstiege, aber tolle Ausblicke. Etwas schade ist, dass man im unteren Bereich des Berges auf Forststraßen unterwegs ist. Wenn man hier etwas Gas gibt, hat man das aber schnell hinter sich.

Brecherspitz (1683 m)

19 Aug

Am Sonntag habe ich mit Jasmin eine kleine Tour auf den/die Brecherspitz gemacht. Mir war nach dem Klettersteig-Wochenende nicht so nach etwas großem, daher sind wir auch nur vom Spitzingsattel aus gestartet (Tourenbeschreibung hier). Das sind dann so 560 Höhenmeter. Zuerst geht man vom Spitzingsattel Richtung Obere Firstalm (man kann direkt gehen oder über die Untere Firstalm). Dort ist dann die Brecherspitz auch schon ausgeschildert.Brecherspitz | raupenblau

Man geht dann einen recht steilen Grashang hinauf, der am Sonntag schön matschig war. Dieser Teil der Tour ist nicht so toll, aber danach kommt der Spaß: Der Grat. Von hier konnte man schon gut sehen, wie viel auf dem Gipfel los war. Da aber offenbar viele Menschen von Neuhaus aus aufsteigen, war der Grat gar nicht so überlaufen.Brecherspitz | raupenblau

Etwas klettern muss man auch, ist aber leicht machbar.Brecherspitz | raupenblau

Auf dem Gipfel hielten wir uns aufgrund des starken Verkehrsaufkommens nicht so lange auf. Brotzeit, Aussicht genießen, bisschen auf der Karte lesen, was man noch so machen könnte in nächster Zeit und weiter.Brecherspitz | raupenblau

Hinter dem Grat bogen wir dann nach rechts ab Richtung Freudenreichkapelle. Die ist äußerst niedlich.Freudenreichkapelle | raupenblau

Der Weg dorthin war etwas rutschig (was einige wandernde Personen zu fortwährendem lautem Quietschen veranlasste). Von der Freudenreichkapelle aus kann man zurück nach Neuhaus wandern (wenn man von dort gekommen ist) – wir stiegen weiter ab (noch rutschiger, ich hatte direkten Matschkontakt und das Gras wurde mein Freund) Richtung Freudenreich-Almen, bogen aber vorher links Richtung Firstalmen ab und kehrten nach einer kurzen Einkehr zurück zum Auto.

Besonders schön: die tollen Spätsommer-Wiesen. Die Tour ist natürlich sehr beliebt, der Rückweg war dennoch kaum begangen. Eine nette kleine Tour mit toller Aussicht – man sieht sogar München, das wie ein Pfannkuchen auf seiner Schotterebene liegt.

Rinnenspitze (3003m) und diverse Klettersteige (Bonus: 5-Rosinen-Kaiser!)

14 Aug

Letzten Freitag und Samstag hatte ich etwas Abenteuer. Gemeinsam mit meinem Kollegen Benjamin (der auch die Fotos gemacht hat) war ich auf Klettersteig-Kurs im Stubaital. Der Kurs wurde von meiner DAV-Sektion angeboten und war, wie alle TAK-Kurse bisher, wirklich super. Am Theorieabend konnte ich leider nicht teilnehmen (weil in Leeds) und war umso gespannter, die Gruppe kennen zu lernen. Wie immer war das eine bunte Mischung aus mehr oder weniger bergerfahrenen Menschen: vom ausrüstungsaffinen Norddeutschen, der in den Bergen alles möglichst schnell machen möchte und grundsätzlich nur Testsieger am Körper trägt, bis hin zur erfahrenen und gelassenen Alpinistin, die auch mal einen Klettersteig ausprobieren möchte, war alles dabei.

Franz-Senn-Hütte | raupenblau

Aufstieg zur Franz-Senn-Hütte | (c) Benjamin Krämer

Los ging es am Freitag um sechs Uhr früh – ich war ehrlich gesagt ziemlich aufgeregt gewesen und hatte die halbe Nacht nicht geschlafen. Deswegen war ich müde und dadurch noch aufgeregter. Der Aufstieg vom Wanderparkplatz zu unserem Stützpunkt, der Franz-Senn-Hütte, war dann aber unaufregend kurz und sehr schön am Bach entlang. Als wir auf der Hütte ankamen, war ich in bester Bergstimmung.

Wildbach Stubaital | raupenblau

Wildwasser beim Aufstieg | (c) BK

Nach einer kurzen Brotzeit machten wir uns mit reduziertem Gepäck auf in Richtung Bergerlebniswelt Franz-Senn-Hütte. Hier kann man einige kürzere Klettersteige hochklettern und sich mit dem Material vertraut machen. Da ich am Abend vorher hatte feststellen müssen, dass mein geliebter Klettergurt seit seinem Kauf ca. 2001 deutlich geschrumpft ist (hüstel), hatte ich nur neues oder geliehenes Material, von dem ich nicht wusste, ob es sich um Testsieger handelt. Ich war trotzdem guten Mutes. Das änderte sich fast, als wir den ersten Steig (den Sommerwand-Klettersteig) angingen – der hatte Stellen mit Schwierigkeitsgrad C (Übersicht Schwierigkeitsgrade) und ich dachte mir so: „Hoppla, das macht man ernsthaft?“ Früher bin ich aktiv geklettert, ich kam die Felsen dementsprechend schon hoch, war aber ziemlich irritiert davon, wie häufig man das Drahtseil zu Hilfe nimmt und wie anspruchsvoll und ausgesetzt die Stellen doch sind. Immerhin ist man ja nicht wirklich gesichert. Das Klettersteigset soll im Notfall verhindern, dass man 100 Meter in die Tiefe stürzt und ganz sicher tot ist, mehr aber auch nicht.

Höllenrachen-Klettersteig | raupenblau

Einstieg zum Höllenrachen | (c) BK

Der erste „Äh, ernsthaft?!“-Moment war aber schnell überwunden, zumindest auf meiner Seite. Eine Teilnehmerin setzte nicht einmal einen Fuß an den Fels, obwohl ihr Freund sie ganz nett motivierte: „Komm Schatz, probier das doch mal, dann können wir das gemeinsam erleben!“ Sie entschied sich dann aber (konsequenter- und verständlicherweise) doch gegen den (potentiellen) gemeinsamen Sturz in den Tod und feierte ihr Debüt am zweiten Teil des Steiges, einem kleinen Felsen mit diversen Metall-Tritten. Großen Spaß schien sie aber nicht zu haben, sie verbrachte den Rest des Kurses in beobachtender Position. Als krönenden Abschluss des Tages begaben wir uns in den Höllenrachen. Das war ziemlich spaßig – man klettert unterirdisch am Gletscherbach entlang, wird etwas nass und schmutzig und fühlt sich stark abenteuerlich.

Franz-Senn-Hütte | raupenblau

Abendstimmung vor der Franz-Senn-Hütte | (c) BK

Abends auf der Hütte gab es noch Theorie und: einen fantastischen Kaiserschmarrn! Fünf von fünf Rosinen in der Kaiserwertung: fluffig, genau richtig süß, super leckere Rum-Rosinen. Etwas stärker karamellisieren könnte man ihn noch, aber die fünf Rosinen sind verdient. Im kuscheligen Zimmerlager fiel ich dann dementsprechend innerhalb von zwei Minuten ins Koma. Toller erster Tag.

Kaiserschmarrn | raupenblau

5-Rosinen-Kaiser | (c) BK

Für den zweiten Tag war dann eine etwas größere Unternehmung geplant: wir wollten die Rinnenspitze besteigen und dabei zwei Klettersteige begehen: ganz zu Beginn der Tour den Edelweiß-Klettersteig und dann unmittelbar vor dem Gipfel noch einen weiteren Steig. Benjamin kletterte beim Edelweiß-Klettersteig voran und war nach wenigen Sekunden außer Sicht. Da stand ich dann so, vor dem Fels und kletterte halt mal los. Da wir quasi grade den Frühstückstisch verlassen hatten, war ich überhaupt nicht warm und haute mir erstmal ordentlich das Knie an. Das tat ziemlich weh und ich war kurz etwas panisch. Aber nachdem ich den Schmerz runtergeschluckt und mich mit der Tatsache abgefunden hatte, dass wir jetzt 100 Meter senkrecht nach oben klettern, machte es ziemlich Spaß. Und ich bekam meine ersten echten in der freien Natur wachsenden Edelweiß zu Gesicht!

Edelweiß-Klettersteig | raupenblau

Edelweiß-Klettersteig | (c) BK

Ohne war der Steig aber nicht – erstens war er wesentlich länger als die Steige vom Vortag (natürlich aber immer noch sehr kurz im Vergleich zu dem, was die Alpen allgemein so zu bieten haben) und zweitens schwieriger (zum Teil C/D). Zwischendurch musste ich mal kurz mit unserem Bergführer verhandeln, ob ich zur Beruhigung des Nervenkostüms die Rast-Schlaufe mit ins Seil einhängen darf – ich durfte. Oben angekommen war ich dann aber doch ziemlich stolz und auch der Rest der Gruppe überlebte erleichtert.

Edelweiß-Klettersteig | raupenblau

Blick von oben auf den Edelweiß-Klettersteig | (c) BK

Danach ging es eine ganze Weile relativ flach am Hang entlang und dann (zum Teil über Felder mit großem Geröll) steil bis kurz unter die Rinnenspitze. Der Steig dort war ziemlich einfach und machte großen Spaß. Und dann standen wir oben auf dem Gipfel und hatten einen tollen Blick auf den Stubaier Gletscher – von meinem ersten 3.000er. Leider konnten wir den Triumph nur kurz genießen, denn es drohte zu regnen und wir mussten (für meinen Geschmack viel zu) schnell wieder zur Hütte absteigen. Dort gab es noch einmal Theorie und dann machten wir uns bei leichtem Geniesel an den Abstieg. Erschöpft, mit wehem Knie, aber ziemlich beeindruckt.

Rinnenspitze | raupenblau

Rinnenspitze | (c) BK

Mein Fazit mit dieser ganzen Klettersteig-Sache ist gemischt. Ich halte es für ziemlich gefährlich, die ‚Sicherung‘ überzeugt mich gar nicht. Die leichteren Steige sind aber toll – so etwas würde ich zur Not auch ohne Sicherung gehen, mit Klettersteig-Set auf jeden Fall. Ein bisschen kraxeln macht auf jeden Fall immer Spaß. Schwierigere Stellen würde ich nur dann gehen, wenn es für eine tolle Tour unerlässlich wäre. Bei einem richtig langen Steig mit mehreren C+ Stellen würde ich mich aber nicht wohl fühlen. Ich habe jetzt aber das gute Gefühl, dass ich so etwas sowohl von der körperlichen und mentalen Fitness wie auch von der Technik her kann – zukünftige Klettersteig-Abenteuer sind also auf jeden Fall nicht auszuschließen.

Rotwand und Taubenstein – mal wieder

25 Jul

Einfach der Vollständigkeit halber – letztes Wochenende war ich mal wieder auf der Rotwand und dem Taubenstein. Danach ein erfrischender Sprung in den Spitzingsee – schön war’s.Blick von der Rotwand | raupenblau

Einzig schlechte Nachricht: Dem Kaiserschmarrn auf dem Rotwandhaus muss ich leider eine Rosine in der bisher perfekten Rosinen-Wertung abziehen. Er ist nicht mehr so knusprig-fluffig wie letztes Jahr. Kaiserschmarrn auf dem Rotwandhaus | raupenblau

Das ist schon etwas tragisch, denn das war einer der wenigen mir bekannten 5-Rosinen-Kaiser in den deutschen Alpen. Ich hoffe sehr, dass ich die Wertung beim nächsten Besuch wieder anheben kann!