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Ein Andenken an wilde Münchner Zeiten

19 Feb

Kaum wartet man knappe sechs Monate, ist so ein Semester auch schon vorbei. Der erste Schwung ‚meiner‘ Erasmus-Studenten verschwindet bald wieder in die Heimatländer. Klar, dass da Abschied gefeiert werden musste. Die Studis hatten selbst vorgeschlagen, ein internationales Buffett zu machen: jeder bringt etwas aus seinem Heimatland mit. Da ich den ganzen Montag noch völlig erledigt von Nachtschicht im Theater war, machte ich es mir einfach und kaufte Brezeln und Obadzd‘n, den die Erasmusianer dann auch kollektiv verweigerten. Und das nach einem Semester in München, tststs.

Trotz Müdigkeit wollte ich die ‚Heimkehrer‘ nicht so ganz ohne ein kleines Abschiedsgeschenk in die Heimat entlassen und startete montagabends noch eine Spontan-Bastel-Aktion. Bei Kaufhof kaufte ich einfache weiße Karten für 45 Cent das Stück und packte daheim meinen guten alten Marburger Kinderstempel-Kasten aus. Text für die Karten war schnell gefunden:

Leider hat der Stempel-Kasten keinen Doppelpunkt; ich entschied mich für eine pragmatische Lösung und malte die Punkte einfach auf. Außerdem druckte ich noch auf jede Karte den Namen des Empfängers. Dazu habe ich ein Stempelset von MUJI verwendet. Man sieht den Qualitätsunterschied der Stempel ziemlich deutlich, aber ich finde den verlaufenen Look auch ganz cool:

Die fertigen Karten habe ich dann auf der Party zusammen mit roten und schwarzen Stiften ausgelegt (nicht, dass hier jemand mein Kunstwerk mit blauer Tinte zerstört) und die Studis haben sich gegenseitig kleine Abschiedsgrüße geschrieben. Die Reaktionen haben meine Erwartungen wirklich übertroffen und ich denke, die Karten werden nun zu einer Semester-Ende-Tradition werden.

 

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First-Job-Bag

17 Jan

First-Job-Bag

Ein lieber Freund hat gerade eben seinen ersten ‚richtigen‘ Job nach der Uni bekommen – natürlich bin ich sehr stolz und ein bisschen fremd-aufgeregt. Daher wollte ich diesen großen Tag mit einem kleinen Geschenk würdigen und habe eine First-Job-Bag (leider fällt mir kein schöner deutscher Name ein) gebastelt. Weil sich die meisten meiner Freunde untereinander kennen, werde ich die Idee nicht weiter ausschlachten können, sondern mir etwas Neues einfallen lassen müssen. Daher verrate ich jetzt hier, wie man so ein Teilchen baut.

Du benötigst nur ziemlich wenig Material: Ein bisschen Stoff (je nachdem, wie groß das Täschchen werden soll; ich habe mich für einen bunten Stoff auf der Rückseite entschieden), Stempel, einen Borstenpinsel, Stoffmalfarbe und eventuell ein Satinband. Ich habe mit der Nähmaschine genäht, ein kleines Täschchen kann man aber sicher auch mit der Hand gut zusammen flicken.

Material

Schritt 1: Zuschneiden.

Den Stoff zuschneiden und an einen Tunnel für das Band denken. Alternativ könnte man natürlich auch mit Knöpfen, Laschen, Reiß- oder Klettverschlüssen arbeiten.

Schritt 2: Die Vorderseite des Beutels (oder was auch immer) bedrucken.

Stoff bedrucken

Dazu trägst du ein bisschen Stofffarbe mit dem Pinsel auf den Stempel auf. Nicht zu viel, sonst verläuft der Abdruck und die Farbe drückt sich auf die Rückseite durch. Am besten mal an einem Stoffrest oder am Rand testen. Ganz wichtig: Immer etwas unterlegen! Sonst Sauerei. Den bepinselten Stempel drückst du dann schön fest auf den Stoff und hebst ihn vorsichtig wieder an. Ich habe mit einem dünnen Pinsel noch ein bisschen rumgepinselt und einen tollen Smiley gemalt – zu mehr reichen meine künstlerischen Fähigkeiten leider nicht aus.

Schritt 3: Farbe trocknen lassen oder (für Ungeduldige): trocken bügeln.

Dazu legst du einen alten Lumpen auf die Druckarbeit und bügelst eine Weile auf höchstmöglicher Stufe (je nach Stoff) über den Druck. Dann vorsichtig abziehen und so lange wiederholen, bis keine Farbe mehr am Lumpen zurück bleibt. Abkühlen lassen.

Schritt 4: Zusammen nähen.

Vernähen

Das habe ich jetzt nicht im Detail fotografiert, aber mit etwas gesundem Menschenverstand bekommt das jeder hin. Wichtig ist, dass man möglichst exakt arbeitet und vorher gut ausmisst. Beides nicht unbedingt meine Stärke, aber da muss man durch. Am Ende brav die Fäden vernähen.

Schritt 5: Finalisieren.

Vorder- und Rückseite

Band durch den Tunnel ziehen (am besten eine Sicherheitsnadel benutzen) und Beutelchen mit einem netten kleinen Geschenk füllen – fertig. Die meisten Stoffmalfarben kann man bei 40°C waschen, einfach auf der Packung nachlesen.