Tag Archives: Berge 2012

Pistenraupen am Stubaier Gletscher

21 Okt

War das nicht ein Kracher, dieses Sonnen-Wochenende? Da kann man natürlich nicht daheim im Bett bleiben, sondern muss raus, raus, raus in die Natur. Berg am besten. Samstag ging es dann zu viert mit Snowboard, Ski  und Wanderschuhen in einen VW Fox gefaltet Richtung Stubai Tal. Die beiden Herren im Team vergnügten sich auf Brettern am Gletscher, wir Damen wanderten von der Mittelstation Fernau (2.300 Meter) bis zur Bergstation Eisgrat (2.900 Meter). Wir sahen keine einzige Wolke.Sonne am Stubaier Gletscher

Wir hatten eine etwas ungünstige Zeit für das Wandern in dieser Gegend gewählt, denn durch den Schnee waren die Wege nicht mehr zu sehen, es war aber noch nicht so viel Schnee gefallen, dass die Winterwanderwege präpariert werden konnten. Einen Wegweiser haben wir dann aber doch gefunden, mit dieser tirolerisch-bescheidenen Beschriftung:

Wegweiser Stubai | raupenblau

(c) Julia Neubarth

Weglos wie wir waren, mussten wir uns ohne Markierung orientieren. Durch die vorhandenen Skipisten und -lifte war das aber nicht so schwierig. Zum Teil steckten wir bis zu den Knien im Schnee, oft ging es aber auch durch schön felsiges Gelände:Fels Stubai | raupenblau

Zwischendurch trafen wir niemanden, nur einmal ein in seine Ski verwickeltes Kind und diese Pistenraupe:Pistenraupe | raupenblau

Die letzten hundert Höhenmeter waren wir ganz schön am Schnaufen, so eine Höhe macht sich doch bemerkbar. An der Bergstation dann der Schock: Kein Kaiserschmarrn! Dafür aber zwei strahlende Pistensportler, die ihren Tag in der Sonne ebenso genossen wie wir. Wir trösteten uns mit Pommes und Germknödel, tankten eine große Portion Bergsonne und beobachteten Snowboarder. So kann er weitergehen, der Bergherbst.

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Die Gämse!

5 Okt

Und hier ist sie – die gestern herbeigebettelte Gämse (das kleine Tier da grob in der Mitte):

Gämse | raupenblau

(c) Philipp Müller

Vielen Dank an Philipp für die zur Verfügung gestellte Fotografie. Ich verschwinde jetzt mal über das Wochenende, an einen einsamen Ort. Die Kamera kommt mit und ich werde berichten.

Lacherspitze

4 Okt

Letztes Wochenende war ich mit zwei Kollegen auf einer ganz netten kleinen Bergtour. Trotz Nieselregens, da wir Helden sind. Es ging auf die Lacherspitze (1724 m). Eine Tourenbeschreibung gibt es hier. Das unbeständige Wetter machte die Aussicht ziemlich abwechslungsreich und irgendwie spannend:Lacherspitze | raupenblau

Die Wolken waren uns eigentlich recht gnädig, beim Aufstieg wurden wir angenehm durch sehr leichten Regen gekühlt, auf dem Gipfel und beim Abstieg bekamen wir auch den einen oder anderen Sonnenstrahl ab. Von der Lacherspitze aus hat man einen lustigen Ausblick auf den Wendelstein, der von dort aussieht wie aus einer Modellbahn-Kulisse:Wendelstein | raupenblau

Wir haben auch einige Gämsen gesehen, aber leider hatte ich nur die kleine alter Kamera dabei (daher auch die seltsame Unschärfe am unteren Bildrand, sie ist halt nicht mehr die jüngste). Ich hoffe da noch auf Bildmaterial von den Kollegen. Als Ausgleich dafür ein paar puschelige Bergschafe:

Die Tour ist eine super kleine Halbtagestour mit lustiger Anfahrt über eine sehr steile mautpflichtige (2 Euro) Straße. Die 2 Euro lohnen sich, denn es gibt einen tollen Tunnel. Ohne Auto aber schwer zu erreichen. Besonders gefallen hat uns der Anstieg durch einen kleinen Kessel, der fast schon ein bisschen urwaldartig ist. Beim Abstieg haben wir ein wenig variiert. Da man von oben die einzelnen Wege nach unten gut sehen kann, ist das kein Problem. Falls jemand den Weg nachgeht: Kurz unter dem Gipfel nicht von dem seltsamen Wegweiser am Schlepplift irritieren lassen. So wie es in der Tourenbeschreibung drinnen steht, ist es richtig.

Auf dem Rückweg gab es noch sehr lecker Essen im Gasthof zur Post in Bayrischzell. Sehr guter Kaiserschmarrn, allerdings gibt’s den nur bis 14 Uhr.

Edit: Der kaiserschmarrn-essende Kollege machte mich gerade auf folgenden Sachverhalt aufmerksam: „Der Kaiserschmarrn muss bis 13.30 Uhr bestellt werden. Nicht dass noch jemand denkt, man könnte damit um 13.35 Uhr oder gar um 13.55 Uhr ankommen. Dann ist der Ofen nämlich nicht mehr heiß genug.“ Also: Kaiserschmarrn bis halb zwei!

Die Frauenwand und die schwere Kasererscharte

9 Jul

Der Berg-Wetterbericht für Samstag sah eigentlich ganz ok aus, also auf Richtung Hintertux. Während mein ehrenwerter Chauffeur dort zu snowboarden gedachte, wollte ich eine kleine Wanderung unternehmen. Schon auf dem Weg Richtung Alpen waren irgendwie nicht so viele Berge zu sehen. Dafür Wolken. Sehr viele Wolken. Aber alle schön fluffig, nicht böse-gewittrig. Überraschenderweise kann man in Hintertux  die erste Gondelstation (Sommerbergalm) für schlappe 10 Euro (Berg- und Talfahrt, nur eins von beidem kostet 9 Euro) erreichen. Fast wäre daraus nichts geworden, da ich wiederholt und sehr entschlossen das Liftticket vom Spitzingsee in den Kartenleser stecken wollte. Merke: Ab und zu den Geldbeutel ausmisten. Oben angekommen sah das dann so aus:

Aber gut, hilft ja nix, auf Richtung Berg. Nach kurzer Orientierung entschied ich mich, zur Frauenwand aufzusteigen. Eigentlich ist der Weg bekannt für seinen tollen Blick auf den Hintertuxer Gletscher, der hielt sich aber diskret verhüllt und lies nur ab und zu kurz ein bisschen was sehen:

Nach einer Stunde im Nebel war ich auf dem Gipfel. Dort stellte sich heraus, dass der Nebel eine fette Wolke im Sommerberg-Tal war. Auf der anderen Seite des Berges war alles sonnig, sommerlich und hell:Frauenwand

Ich suchte mir ein gemütliches Plätzchen, lies die Füße über geschätzten dreihundert Metern Abgrund baumeln und futterte übriggebliebenen Flammkuchen vom Vorabend. Direkt am Gipfelkreuz hatten es sich ein jüngeres und ein älteres Pärchen gemütlich gemacht. Alle aus der Nähe von Potsdam, wie sich herausstellte. Das musste natürlich ausführlich diskutiert werden, auf 2.541 Metern, mitten in Tirol. Soviel zur ruhigen Bergwelt. Ich lauschte aufmerksamer, als sie ihre weitere Tourenplanung besprachen: Zur weißen Wand und dann wieder runter, aber nicht über die Kasererscharte, denn da stand auf dem Schild ’schwer‘ und laut Wanderführer gibt es da auch Seilsicherung. Supi, dachte ich mir, die schwere Kasererscharte hatte ich schon die ganze Zeit im Blick und die sah sehr appetitlich aus:Kasererscharte

Kurz nachdem sich die redefreudige Potsdam-Fraktion auf den Weg gemacht hatte und durch eine Gruppe Holländer ersetzt wurde, ergriff ich die Flucht. Und was soll ich sagen? Die schwere Scharte ist echt ein Schmankerl. Es gibt tatsächlich ein kleines Stück mit Drahtseilsicherung, aber um das Seil zu ergreifen müsste man schon auf alle Viere gehen. Ich vermute, dass die Sicherung für mitwandernde Kinder gelegt wurde. Von der Kasererscharte aus hat man einen tollen Blick – auf der einen Seite Richtung Hornspitze, auf der anderen in den Nebel und in ebendiesen musste ich zähneknirschend dann auch wieder absteigen. Das tat ich recht zügig, ich konnte ja eh nix sehen. Und mitten in der Suppe traf ich Potsdam wieder. Ich wollte schnell überholen. Durfte ich aber nicht. Denn: Man hatte ein Murmeltier gesichtet! Das sollte ich jetzt auch angucken. Dazu muss man sagen, dass der Berg von Murmeltieren geradezu verseucht ist. Beim Aufstieg hatte mir schon ein englisches Paar ein ‚Marmot‘ gezeigt, sich dann aber höflich entschuldigt, als ich meinte, davon gäbe es hier viele: „This is our first one!“ Ok, also wieder Murmeltier bewundern. Die Viecher waren wild am Kämpfen, aber wie immer wurde das als ‚Spielen‘ interpretiert. Ich guckte also pflichtbewusst auf die spielenden Murmeltiere und überholte dabei geschickt das fotographierende ältere Potsdam-Paar. Das jüngere Paar bewegte sich 50 Meter weiter vorne überhaupt nicht mehr. Grund:Murmeltier

Das gute Tier hatte offenbar beschlossen, Touristen zu ignorieren. Es hockte einen Meter vom Weg entfernt in seinem Bau und gähnte gelangweilt. Damit gab es mir genug Zeit, auch Paar #2 zu überholen und meinen Abstieg durch eine wunderschöne Blumenwiese allein fortzusetzen. Ab und zu erlitt ich fast einen Herzstillstand, weil eines der seltenen Murmelviecher seine Kameraden durch ohrenbetäubendes Pfeifen über mein Kommen in Kenntnis setzte. Ein sehr fettes Exemplar saß mitten auf dem Weg und verschwand nur äußerst unwillig in seinem Erdloch. Alles in allem aber eine tolle Tour, in drei Stunden locker zu machen und ohne Nebel wäre der Ausblick sicher super gewesen. Die Zillertaler Gletscherbahn GmbH und Co. KG stellt auch eine kostenlose Wanderkarte zur Verfügung – im wahnsinnig praktischen Maßstab 1:65.000, aber um eine grobe Richtung zu schätzen, reicht es.

Basislehrgang Alpin

2 Jul

In den Bergen hüpfe ich ja schon länger herum und das eigentlich auch immer mehr und immer gern. Aber so langsam – ja, so langsam könnte es mal ein bisschen mehr sein. Mir geht es beim Wandern/Bergsteigen grundsätzlich nicht so sehr um Leistung. Ich gehe eine Tour mit 900 Höhenmetern genauso gern wie eine mit nur 300 und es ist auch ok, wenn dabei ein Teil des Weges eine einfache Forststraße und kein aufregender Steig ist. Es muss Zeit sein, sich die Berge anzugucken und ganz in Ruhe einen Kaiserschmarrn zu verspeisen. Ich bin auch eher vorsichtig in den Bergen und möchte kein unnötiges Risiko eingehen. Konkret heißt das: Wenn ich das Risiko nicht einschätzen kann, dann wird das nicht gemacht. Gleichzeitig bin ich in den letzten Monaten aber auch immer fitter geworden. Im letzten Jahr war es noch oft so, dass ich vielleicht noch Kondition gehabt hätte, aber meine Waden ein klares ‚Ja spinnst du?!‘ an mich ausgesendet haben. Jetzt ist das eigentlich kein Problem mehr, die Beine laufen und ich mit. Problematisch ist es nur, wenn ich allein unterwegs bin: ich neige zum Rennen und bin dann meistens nach einer halben Stunde hüttenreif. Dazu kamen noch endlose verwirrende Gespräche mit verschiedenen Personen über Ausrüstung. Großes Thema. Ist es ok, eine Regenjacke für 100 Euro zu tragen oder wird dies unweigerlich zum völligen Versagen am Berg führen, während ein Mammut-Nordwand-Jacken-Träger lachend in seiner 650-Euro-Hülle an mir vorbeizieht? Um es mal zusammenzufassen: Meine bergsteigerische Karriere steckte ein wenig in der Sackgasse der Verwirrung und des gefährlichen Halbwissens.

Was die Ausrüstung angeht, habe ich für mich selbst ein ganz gutes Verständnis entwickelt: Schuhe sind am wichtigsten, alles andere soll qualitativ hochwertig und funktional sein, was draufsteht, ist egal. Farben auch. Das billigere Produkt wird bevorzugt. So kam es, dass ich noch nicht pleite bin. Die anderen Punkte blieben aber weiter unklar: Wolken sagen mir nix, Geröllfelder finde ich beängstigend und mehr als 1000 Höhenmeter am Tag traue ich mir nicht zu, vor allem, weil das dann irgendwann ins hochalpine Gelände führt und da ist ja alles anders. Kein Gras, zum Beispiel. Solche Situationen sind immer blöd. Etwas, was man eigentlich mag, wird auf einmal schwierig und dann macht es keinen Spaß mehr. Nachdem wir dann Ende April auch noch verloren im Schnee saßen und alle etwas ratlos einen Kompass auf einer Karte herumschoben, sah ich akuten Handlunsgbedarf und meldete mich zum Basislehrgang Alpin meiner reizenden Alpenvereins-Sektion, dem Turner-Alpen-Kränzchen e.V. an. Letztes Wochenende war es dann soweit und ich verbrachte mit vier anderen gelehrigen Bergschülern und einem äußerst kompetenten Bergführer zweieinhalb sehr spannende Tage an der Rotwand. (Ich hatte keine Kamera dabei, aber vor zwei Wochen war ich auch schon dort und der Berg hat sich nicht groß verändert – meine Studentin Iiris hat über das Wochenende hier geschrieben.) Unter anderem kletterten wir an den Ruchenköpfen herum:

Ruchenköpfe

Es war die ganze Zeit sehr heiß, hat aber unglaublich Spaß gemacht. Wer Lust hat, mal in die Berge zu gehen oder sich so wie ich endlich mal ein bisschen kompetenter fühlen möchte, dem kann ich so einen Kurs nur ans Herz legen. Außerdem ist es unglaublich praktisch, einen Bergführer zu haben – man läuft einfach hinterher. Klasse. Ich weiß nun, wie man in Geröllfelder absteigt, dass man Löcher in der Wiese meiden sollte (man könnte in ein unterirdisches Höhlensystem abstürzen), was welche Wolken bedeuten und wie man einen Hubschrauber einweist. Außerdem stand Tourenplanung auf dem Programm. Ein sehr wichtiger Punkt war auch, wie man Felsen hinunterklettert. Das fand ich sehr sinnvoll, hoch kommt man ja immer ohne Probleme und runter wird es dann haarig.

Schön war außerdem, schon zum dritten Mal in diesem Jahr an der Rotwand zu sein. Es ist ziemlich interessant so ein Gebiet zu verschiedenen Jahreszeiten zu sehen und zu beobachten, wie sich einzelne Dinge verändern. Der Soinsee zum Beispiel:

Soinsee

Im April mussten wir Basti noch bestechen, damit er todesmutig in ein Eisloch sprang. Vor zwei Wochen tauchte dann mein kleinster Bruder in den See (siehe Bild) und blieb dort unglaubliche 15 Minuten (ich habe es ca. 90 Sekunden ausgehalten). Diesmal fühlte er sich dann schon recht lauschig an. Alles in allem kann ich eine sehr positive Bilanz des Wochenendes ziehen – und freue mich schon total auf die nächsten Wochenenden am Berg.

Das Rotwandhaus und seine Umgebung

2 Mai

Nachdem wir im Januar unsere Schneeschuhtour auf den Riesenberg alle unbeschadet überstanden hatten, wurden für das lange 1. Mai-Wochenende wieder die Rucksäcke gepackt, diesmal in etwas anderer Besetzung. Wir trafen das Team Mannheim am Samstag Nachmittag am Ufer des wunderschönen Spitzingsees und machten uns auf in Richtung Rotwandhaus, wo wir unser Lager für zwei Tage bezogen und erstmal mit einem wunderschönen Ausblick verwöhnt wurden:Blick vom Rotwandhaus

Das Ganze wurde begleitet mit wunderbaren Spinatknödeln – das Essen im Rotwandhaus ist wirklich fantastisch. Dafür sind der Service und generell die Organisation etwas – schematisch. Aber wir hatten ja Zeit, denn der Abend brachte nur noch ein paar Gläser Merlot und dann den Schlaf (mehr oder weniger davon), den wir uns nach zweieinhalb Stunden auf einer äußerst anspruchsvollen Forststraße (!) ja auch wirklich verdient hatten. Echte Wanderhelden eben. Am nächsten Morgen gab es Frühstück plus Lagebesprechung, denn irgendwie lag auf diesem Berg noch ziemlich viel Schnee. Das hatten wir zwar vorher im Schneebericht gelesen, aber bei 28 Grad in München erschien das nicht so real. Ich persönlich hatte spontan darauf verzichtet, Gamaschen, Regenhose oder Schneeschuhe einzupacken. Nicht die beste Idee, wie sich herausstellte. Nach circa zehn Minuten war meine Hose nass. Glücklicherweise war ich mit einer gut ausgerüsteten Truppe unterwegs und einen kurzen Strip am Hang später steckte ich in einer äußerst formidablen Regenhose. Nicht jeder war da so empfindlich, Basti entschied sich sogar für eine kleine Runde im Soinsee:Baden im Soinsee

Ich würde jetzt gerne berichten, wo wir waren, aber das geht nicht, denn zwischendurch wussten wir das nicht mehr. Die Wege waren verschneit, so dass wir ab und zu nur wild mutmaßen konnten, wo wir grade eigentlich Spuren in den Schnee stampfen. To Do für den Sommer: Navigationskurs machen und diesmal nicht für die Küste, sondern für das Gebirge. Schön war es trotzdem, auch wenn ein Teil der Wandergruppe nach acht Stunden schon ziemlich müde war und wir einen etwas bedenklichen Steilhang durchqueren mussten, um Kräfte zu sparen. Danach gab es aber Kaiserschmarrn und alles war wieder gut. Ach der Kaiser. Wie gesagt: Das Essen war fantastisch. Der Sonnenuntergang auch:

Sonnenuntergang an der Rotwand

(c) Christoph Iwaniez

Der Montag brachte dann noch einen kurzen Ausflug auf die Rotwand (ein Gipfel musste ja noch irgendwie sein) mit Abschiedsblick auf ‚unsere‘ Hütte:Rotwandhaus von der Rotwand aus gesehen

Eine Beschreibung der Tour Spitzingsee-Rotwandhaus-Rotwand gibt es hier. Ich werde vermutlich im Juni nochmal wiederkommen und bin gespannt, wie die Umgebung dann aussieht. Das Panorama ist auf jeden Fall absolut spektakulär. Ein schönes Wochenende, das am Abend mit einem leckeren Burger und einem Bier am Gärtnerplatz endete. Hallo Mai! Bleib so wie du bist.

Winterzauber auf dem Riesenberg

18 Jan

Ich sag’s gleich: Das hier wird ein bildreicher Post. Denn was ich am Wochenende gemacht habe, lässt sich viel besser mit Bildern als mit Worten beschreiben. Kurz nach Weihnachten war ich mit der Familie Skifahren und so gern ich das mache: Irgendwie kam ich mir nicht vor, als wäre ich auf einem Berg. Obwohl sich das kaum bestreiten ließ, ich war von Bergen umgeben und ich bewegte mich ständig bergauf und bergab. Aber halt entweder im Lift oder auf Brettern. Und irgendwie dämmerte mir, dass mir das Wandern im Winter fehlt. Daher habe ich mir relativ spontan diese Dinger hier zugelegt:

Schneeschuhe von Tubbs

(c) Christoph Iwaniez

Das sind Schneeschuhe und zwar handelt es sich um Schneeschuhe der Marke Tubbs. Ich habe diese Marke gewählt, da sie viele Damenmodelle führt, was bei Schneeschuhen nicht ganz unwichtig ist: Frauen haben nicht so diesen Cowboy-Schritt drauf, wir gehen auch im Tiefschnee wie normale Menschen, daher benötigen wir schmalere Schneeschuhe. Logisch, oder? Fehlten nur noch Partner für das Schneeschuh-Abenteuer und ich hatte Glück: Mein bester Freund hatte sich unabhängig von meinen Überlegungen Schneeschuhe zu Weihnachten gewünscht.

Und schwupps saßen wir Samstag früh im Zug Richtung Chiemgau, wo wir in Bernau auf vier nette junge Herren aus Mannheim trafen. Gemeinsam stiegen wir von Frasdorf aus (erstmal nur in Wanderschuhen) hinauf zur Frasdorfer Hütte (19 Euro für eine Übernachtung im Bettenlager inkl. Frühstücks-Buffett; keine DAV-Hütte), wo wir unser Gepäck abluden und uns die neuen Sportgeräte mal näher anguckten. Ich war sofort ziemlich begeistert, vor allem, als ich feststellte, dass Gewicht eine nicht unwichtige Rolle spielt bei der ganzen Sache.

Am Samstag beschränkten wir uns eher auf’s Testen und kletterten ein bisschen in steilen Hängen und Tiefschnee rum – natürlich nur zwischen Bäumen, die Lawinengefahr ist ja nach wie vor nicht zu unterschätzen. Den Abend verbrachten wir dann ganz ruhig und besinnlich auf der Frasdorfer Hütte. Das war jedenfalls der Plan. Wir hatten allerdings ebenso wenig mit der Party-Crowd aus dem Dorf gerechnet, die im Gastraum einen 30. Geburtstag feierte wie mit dem ziemlich guten Zweigelt, den man flaschenweise erwerben konnte. Daher gibt es von diesem Abend nur eine verschwommene Impression, ist besser so:

Abend auf der Frasdorfer Hütte Am nächsten Morgen ging es dann nach einem stärkenden Frühstück mit sehr leckerer selbstgemachter Marmelade auf den Berg. Der Witz beim Schneeschuhgehen ist, nicht auf dem Wanderweg, sondern querfeldein zu laufen. Dabei sollte man natürlich Schutzzonen meiden und nicht unbedingt wild auf kleinen Bäumen rumtrampeln. Der Natur zuliebe und auch aus rein energietechnischen Gründen läuft man am besten im Gänsemarsch hintereinander her. Der erste hat dabei natürlich die meiste Arbeit, man sollte ihn fairerweise ab und zu auswechseln. War bei uns nicht nötig, wir hatten eine Art Menschmaschine in der Gruppe. Danke Paul! Hier ein paar fremde Schneeschuhgeher in ‚unserer‘ Spur, kurz vor dem Gipfel des Riesenbergs:Kurz vor dem Gipfel des Riesenbergs Bevor wir diesen erreichten, machten wir noch Mittagspause in der Riesenhütte. Sehr guter Kaiserschmarrn! Leicht karamellisiert, für ich glaube 7,80 Euro mit leckerer Pflaumenmarmelade. Sehr zu empfehlen.  Derart gestärkt stapften wir die letzten 100 Höhenmeter zum Gipfel des Riesenbergs hinauf, über magisch glitzernde Eisflächen und unter verschneiten Bäumen hindurch. Der Riesenberg ist mit 1444 Metern ein kleiner Berg, aber der Blick auf den Chiemsee und die Kampenwand ist wunderschön:Kampenwand Aus dieser Perspektive hatte ich die Kampenwand bisher noch nie gesehen. Im Abendlicht sieht sie noch viel beeindruckender aus, aber da konnte ich keine Fotos machen, denn wir waren auf dem Weg nach unten. Und zwar nicht zu Fuß, sondern mit sowas hier:Rodel an der Riesenhütte Rodel kann man an der Riesenhütte für 8 Euro und an der Frasdorfer Hütte für 4 Euro mieten (jeweils bis ins Tal). Das Stück von der Riesenhütte zur Frasdorfer Hütte war genial, der Rest – naja. Zu Fuß wäre es aber auch nicht besser gewesen. Ich wäre vermutlich so oder so in diesem Bach gelandet. Sehr glatt.

Fazit des ganzen Abenteuers: Schneeschuhgehen ist mein neues Hobby. Es ist sehr anstrengend und stellenweise echt fordernd, aber es lohnt sich zu hundert Prozent. Selten habe ich so schöne Winterlandschaften gesehen – und das ganz ohne Skilift, Hektik und plattgewalzten Pisten. Die Tour ist hier ganz gut beschrieben, außerdem kann ich dieses Buch empfehlen, da finden sich viele gut beschriebene Touren.

Negativer Nebeneffekt des ganzen Spaßes: Da ich am Samstag schon hustete und exzessive Bewegung an sehr frischer Luft bekanntlich nicht ganz optimal ist bei Erkältung, liege ich jetzt flach. Bin schon etwas genervt. Aber immerhin komme ich so mal dazu, diesen schönen langen Post zu schreiben.