Tag Archives: Bienen

Full House

17 Jun

Unsere Single-Wohnungen für Wildbienen werden ganz offensichtlich gut angenommen:Wildbienen-Häuser | raupenblau

Inzwischen wurde die Siedlung noch durch eine zweite Reihe ergänzt. Ich würde ja zu gerne wissen, was da drinnen grade so vor sich hin brütet. Nächstes Mal müssen wir Fenster mit einbauen.

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Insektenheim für Wildbienen mit Anspruch

30 Apr

Mein Vater ist passionierter Hobby-Imker und sowieso Insekten-Liebhaber. Er hat schon diverse Insekten-Heime selbst gebaut und im Garten aufgestellt. Als ich dann online über diese Single-Wohnungen für Wildbienen von Ester Comunello stolperte, konnte ich nicht so ganz widerstehen. Leider wäre es recht kostspielig gewesen, die Häuschen aus UK zu importieren, also musste der handwerkende Bruder ran. Das Resultat gab es zu Weihnachten und inzwischen steht es auf dem Balkon unserer Eltern:Insektenheim | raupenblau

Einen großen Nachteil haben die Häuschen nämlich: So wie sie auf der Website der Designerin am Baum befestigt wurden (vermutlich geschraubt oder genagelt) sehen sie zwar schick aus, schaden aber dem Baum. Wir haben über eine Hänge-Lösung nachgedacht, aber da mein Bruder tolles Lerchenholz verwendet hat (extrem wetterfest, bei anderem Holz müsste man vielleicht noch nachbehandeln), sind die Häuschen recht schwer und stehen sicher.Insektenheim | raupenblau

Leider sind die Häuser mit konventionellen Mitteln etwas schwer zu bauen. Mein Bruder hat Balken mithilfe einer Tischkreissäge mit justierbarem Neigewinkel in Form gebracht – sowas hat man halt nicht immer im Keller stehen. Die Dächer sind aus Metallwinkeln, die es in jedem Baumarkt gibt, aber auch diese müssen auf die richtige Länge gebracht werden. Sicher kann man aber im Baumarkt nachfragen und die Teile dort sägen lassen. Die Dächer haben wir mit einem dichtenden Kleber (wie z.B. diesen hier) befestigt. Für die ‚Landestangen‘ haben wir einfache Holzdübel verwendet. Ansonsten wurden nur die Kanten abgeschliffen, der Rest blieb ‚roh‘.

Als Bohrlochgröße kommt alles von 2 bis 10 mm in Frage, je nachdem, welche Insekten man anlocken möchte. Für unsere Häuser (6 und 8 mm) interessieren sich aktuell eher dickere Wildbienen:Wildbiene in Insektenheim | raupenblau

Wildbiene im Insektenheim | raupenblauDie Häuschen sind sicher nicht die effizienteste Art, Wildbienen zu beherbergen, aber sie sehen schon sehr schick aus. Ein schönes Geschenk für Naturfreunde.

Bienenherbst

5 Nov

Vorletztes Wochenende war ich mit einigen internationalen Gästen zu Besuch bei meinen Eltern. Die leben auf dem Land, im Tor zur Hallertau, in der lebenswertesten Kleinstadt der Welt (2011). Die asiatischen Gäste wurden von meiner Mutter nach allen Regeln der Kunst gemästet, ich versuchte außerdem, ihnen die wenigen Sehenswürdigkeiten der Umgebung näher zu bringen. Sie hatten aber hauptsächlich einen Wunsch: sie wollten gerne die Bienen sehen. Also gingen wir spazieren.Wiese und Himmel | raupenblau

Wenn man aus der Nähe des Äquators kommt, hat der Herbst einen besonderen Reiz und dieses Jahr ist er natürlich auch wirklich wunderschön. Das gute Wetter animiert auch die Bienchen meines Vaters immer noch zum Fliegen. Wir guckten also Bienen und Blätter und Himmel.Bienenstock | raupenblau

Nachdem die Gäste wieder abgereist waren, holte ich einen Bienenschatz aus der Gefriertruhe – Propolis:Propolis | raupenblau

Vor zwei Jahren habe ich schon einmal Propolis-Tinktur angesetzt und das hat prima geklappt. Nun neigen sich die Vorräte dem Ende entgegen und es war Zeit für eine neue Runde. In solchen Momenten kommt die Hexe in mir zum Vorschein, die gerne den ganzen Tag wohlriechende Substanzen vermischen würde. Umso toller war es da, letzte Woche die Lieferung Bienenwachs-Puppenkerzen entgegen zu nehmen und auch daran ausgiebig zu schnuppern:Bienenwachs-Puppenkerzen | raupenblau

Eines von Papas Honig-Gläsern befindet sich übrigens inzwischen in Indien. So weit reisen wohl die wenigsten Haustier-Produkte. Vor ein paar Jahren habe ich mal Lippen-Balsam aus Bienenwachs gemacht, vielleicht schaffe ich auch davon vor Weihnachten noch eine Runde. Riecht ja auch so furchtbar lecker.

Geschenksituationen im Büro

18 Dez

Weihnachten macht vor dem Arbeitsplatz nicht Halt. Das finde ich auch gut so, seit Wochen werde ich mit leckeren selbstgemachten Christstollen, Weihnachts-Smarties und Unmengen an Schokolade vollgestopft. Das ist grundsätzlich prima. Problematisch wird es, wenn man festtagsbezogenen Tätigkeiten nachgehen möchte, im Büro aber nicht die gewohnte heimische Infrastruktur vorfindet. Kurz: Man möchte etwas einpacken und hat kein Geschenkpapier. Zum Glück bietet das Internet für fast alles eine Lösung. Hier das Ergebnis:HEYLOOK Geschenkpapier | raupenblau

Auf dem finnischen Blog HEYLOOK gab es eine kostenlose Vorlage für Geschenkpapier zum selbst ausdrucken. Die Vorlage gibt es auch farbig, aber ich wollte die Staatskasse nicht unnötig belasten und habe mich für die schwarz-weiß-Variante entschieden. Liebend gerne würde ich jetzt auch verraten, was in den zwei schicken Päckchen drinnen ist, aber es soll ja eine Überraschung bleiben. Die kleinen Aufmerksamkeiten gehen an meine beiden wunderbaren Hiwinen (= weibliche wissenschaftliche Hilfskräfte), die mich bei verschiedenen Projekten sehr toll unterstützen.

Selbst habe ich heute auch ein Geschenk bekommen, von einer ebenfalls tollen Kollegin, und zwar eine ganz außerordentlich gut duftende Bienenwachskerze mit ausführlicher Erklärung:Bienenwachskerze | raupenblau

Bitte entschuldigt die schlechten Bilder, hier im Büro habe ich ja nur das Mobiltelefon und das ist eher auf Kommunikation und nicht so sehr auf Fotografie spezialisiert. Auspacken mag ich die Kerze noch nicht, das ist so trickreich gefaltet. Aber natürlich habe ich schon einmal reingeguckt – ich finde Bienenwachs einfach wunderschön (Bienenprodukte generell). Die Zeit bis zur Weihnachtsfeier heute Abend werde ich also hauptsächlich damit verbringen, friedlich an der Kerze zu riechen. Hoffen wir, dass niemand reinkommt, ohne anzuklopfen.

Propolis-Tinktur – das Experiment

23 Apr
'Aus dem Land der Morgensterne' von Hadi du Plessis, Illustratiert von M. Hoffmann

'Aus dem Land der Morgensterne', Illustration: M. Hoffmann

Was wir hier sehen ist eine dramatische Szene aus dem (an die relativ kleine Zielgruppe der deutschsprachigen Kinder Namibias gerichteten) Buch ‚Aus dem Land der Morgensterne‘ von Hadi du Plessis. Die Blumenkinder Wuschel und Wisch wurden in einem Rosengarten mit Gift bespritzt und Wuschel hat eine allergische Reaktion (oder so etwas in der Art). Zum Glück eilt eine Biene zu Hilfe:

Ein Bienchen sieht die zwei in Not
und fragt: „Bist du vom Gift so rot?
Da weiß ich Rat und helfe gerne,
doch komm erst mal in die Luzerne.
In diesem gift’gen Menschengarten
sollte man nicht lange warten.“

Ein Wundermittel der kleinen Honigbiene heilt Wuschel auch sofort. Was Wuschel in der Kalahari hat, gibt es auch hier in Deutschland und daher war das Projekt des Tages: Propolis-Tinktur herstellen. Ich war ganz aufgeregt. Ich hab noch nie eine richtige echte Tinktur hergestellt.

Propolis ist eine Art Harz, mit dem Bienen ihren Stock nach außen abdichten. Es ist nicht nur klebrig, sondern hat auch eine starke antibakterielle bis antibiotische Wirkung. Da es sich um ein Naturprodukt handelt, ist das hierzulande mit der Wirkung so eine Sache – offiziell dürfen Imker Propolis nur als ‚Kosmetik‘ verkaufen und dabei nicht auf die vielfache Heilwirkung hinweisen. Propolis ist auch nicht gleich Propolis, denn je nachdem, welche Pflanzen die Bienen zur Herstellung verwenden, variieren die Inhaltsstoffe. Mehr zur Anwendung von Propolis kann man bei Wikipedia sowie auf diversen Seiten zum Thema Naturheilkunde nachlesen, z.B. hier und hier. Ich persönlich schätze Propolis-Tinktur vor allem wegen der Anwendbarkeit im Mund: Bei Verletzungen am Zahnfleisch bildet die Tinktur eine Schicht, die zum schnellen Abheilen der Wunde erheblich beiträgt. Viel besser als diese ganzen Glibbersalben aus der Apotheke.

Ich schwöre auf das Zeug, aber es ist eben ein bisschen schwer zu beschaffen. Und da mein lieber Vater ein paar Kisten voller Bienen im Wald rumstehen hat, dachte ich mir: Warum nicht einfach selber machen. Der Vater fand die Idee gut und ehe ich mich versah, steckte ich in einem Imker-Outfit, beugte mich über Waben voller fleißiger Bienen und kratzte mit einem kleinen Messer das Propolis von den Rähmchen. Nachdem wir eine Testmenge ‚geerntet‘ hatten, wurde das Harz über Nacht tiefgefroren. Das ist nötig, um es später mahlen zu können. Und so sieht das Wunderzeug im Urzustand aus:Rohpropolis und Ethanol

Mit einer alten Kaffeemühle habe ich das gefrorene Harz dann zu Pulver gemahlen – ich war etwas skeptisch, ob das klappt und habe daher die Mühle mit eingefroren. Keine Ahnung, ob das wirklich nötig war, das Mahlen funktionierte jedenfalls einwandfrei. Das gewonnene Pulver füllt man dann in ein kleines Glasgefäß:Gemahlenes Propolis mit Trichter einfüllen

Zum Schluss kommt noch Alkohol (aus der Apotheke; man hat mir dort 90-prozentiges Ethanol empfohlen) dazu und zwar grade so viel, dass das gesamte Pulver bedeckt ist. Dann schüttelt man das Ganze und bekommt das da:Propolis-Tinktur: Ansatz

Ich gebe zu, man hat schon Appetitlicheres gesehen. Die nächsten 1-6 Wochen (Angaben schwanken) wird sich an diesem Zustand auch nichts ändern. Ein bis zweimal täglich wird der Ansatz kurz geschüttelt, danach wird die Tinktur gefiltert und ich werde berichten. Bin schon sehr gespannt – sollte es klappen, denken der Vater und ich über eine etwas gezieltere Produktion nach. Momentan sind die Bienenkästen eher so ausgelegt, dass die kleinen Summer nicht so viel Propolis produzieren müssen. Vielleicht kann ich dann auch mal das eine oder andere Bild aus dem Inneren eines Bienenstockes liefern. Ist ganz spannend da.

PS: In der Luzerne ergeht es Wisch und Wuschel nicht viel besser als im Menschengarten. Aber wir können hier ja auch nur ein Drama nach dem anderen aufbereiten. Wer die Spannung nicht aushält, kann sich das Buch ja kaufen. Allen Bienen-Interessierten kann ich nur wieder die Seite der stadtimker ans Herz legen. Legt euch Bienen zu – sie riechen gut und man kann Tinkturen herstellen.

Erster Münchner Honig-Abend

1 Feb

Soeben kehrte ich vom 1. Münchner Honig-Abend in den Räumen des Import/Export-Projektes zurück. Eine bunte Ansammlung verschiedener Menschen diskutierte dort zum Thema ‚Imker in der Stadt‘. Unter anderem habe ich erfahren, dass in der Kazmaierstraße bereits seit Jahrzenten Bienen auf einem Dach gehalten werden und dass das auch halbwegs legal ist. Sofern die Nachbarn keine nachgewiesenen Allergien haben.

Initiiert wurde der Abend von einem jungen Herrn namens Daniel (natürlich Kommunikationswirt von Beruf, weswegen er sich vor den Bienen erstmal einen Blog zulegte), der sich auf dem besten Weg zum ersten Bienenvolk befindet und gleichzeitig unter stadtimker.de ein Netzwerk erschaffen möchte, das für mehr Summen in der Stadt sorgt.

Selbstverständlich wurde auch ein informativer Film gezeigt und zwar ‚Vanishing of the Bees‘, der sich mit den Gründen für das seit Jahren anhaltende Bienensterben in verschiedenen Regionen der Erde beschäftigt:

Sehr informativ, aber etwas zu lang und stellenweise einfach zu amerikanisch.

Sehr spannend fand ich auch den Vortrag von Ralf Ambrecht, der über die Aktion Berlin summt! des Umweltforums für Aktion und Zusammenarbeit (UfAZ) berichtete. Um mehr Akzeptanz und Aufmerksamkeit für die Honigbiene zu generieren, versucht der Verein Bienenvölker an prominenten Orten der Stadt zu platzieren – das Bundeskanzleramt hat leider abgelehnt. Die Aktion soll demnächst auch auf Essen, Potsdam und München ausgeweitet werden. Man darf gespannt sein, wie die Münchner auf die kleinen Brummer reagieren. Würde ich in einem prominenten Gebäude leben, wäre ich selbstverständlich bereit, ein surrendes Volk bei mir aufzunehmen. Leider wird sich ein Zusammenleben mit Insekten in meinen vier Wänden eher schwierig gestalten, aber der Abend hat definitiv ein paar Ideen im Kreativ-Teil meines Hirns entstehen lassen. Wartet nur ab!