Tag Archives: Winter

Aueralm

20 Mai

Da ich mit den Wander-Posts ziemlich im Rückstand bin, wird heute einfach mal rausgehauen – immerhin dient dieser Blog ja vor allem auch der Dokumentation meiner Wander-Aktivitäten. Ich kann mir Berge nämlich nicht so gut merken, und es hat sich als sehr nützlich erwiesen, hier immer mal wieder die Suchfunktion zu bedienen. Auf dem Weg zur Aueralm | raupenblau

Fangen wir also mit einer März-Wanderung an: Zusammen mit Mareike war ich auf der putzigen kleinen Aueralm. Der Weg dahin ist nicht arg weit, es schneite aber nonstop und wir trafen exakt eine Person. Auf der Hütte waren außer uns insgesamt noch vier andere Gäste, wir bekamen sehr feines Essen und wurden vom Hüttenwirt freundlich unterhalten und aufgewärmt. Danach Sauna. Das war ein ziemlich guter Tag.

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Lenzerheide 2015

17 Mrz

Fast jedes, also eigentlich jedes Jahr fahre ich mit Freundinnen nach Lenzerheide* in die Schweiz. Dort ist es sehr schön, es gibt ein tolles Skigebiet, hohe Berge, einen zugefrorenen See und eine Sauna. Und uns.Lenzerheide Panorama | raupenblau

Dieses Jahr musste ich mich aber hier und da doch etwas aufregen – der Franken-Wechselkurs! 40 Euro darf man inzwischen abdrücken, um die glänzenden Schweizer Straßen zu befahren, getankt habe ich da selbstverständlich noch in Österreich. Beim Schneeschuh-Verleih teilte uns der Mitarbeiter dann auch ganz stolz mit, der Franke sei nicht als „Fränkli“ zu bezeichnen, es handle sich schließlich um eine starke Währung. Hrmpf. Abgesehen von meinem Groll gegen die Gesetze des Finanzmarktes waren es aber sehr schöne Tage, die ich hier gerne in einigen Bildern kurz präsentieren möchte:

Tag 1 – SchneesturmLenzerheide | raupenblau Lenzerheide | raupenblau

Nordwind Stärke 7 und anhaltender Schneefall motivierten uns zu einem netten Spaziergang an der frischen Luft. Wir kämpften uns über den See zum Dorf, vom Dorf am Hang entlang zur Rothorn-Talstation und von dort zurück über den See. Zwischendurch war es sehr lustig, am Ende hauptsächlich kalt. Ohne Sauna wäre ich vermutlich nie wieder aufgetaut.

Tag 2 – SkifahrenLenzerheide | raupenblau Lenzerheide | raupenblau Lenzerheide | raupenblau

Strahlender Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Wir fuhren Ski. Nur 58 Franken für eine Vier-Stunden-Karte. Wie günstig. Aus Trotz ließ ich eine Runde heiße Ovomaltine/Schoki/Schorli (letzteres nicht heiß) springen. Ergibt retrospektiv wenig Sinn, war aber lecker und wir durften ohne Zusatzkosten Liegestühle nutzen. Danach spazieren auf dem See.

Tag 3 – SchneeschuhwandernLenzerheide | raupenblau Lenzerheide | raupenblau

Vorausschauend hatte ich mir in der Alpenvereins-App bereits einige Schneeschuh-Touren herunter geladen. Wir entschieden uns für die Val Sporz Tour. Da wir Langschläferinnen sind, erhielten die Freundinnen ihre Schneeschuhe zum sensationell günstigen Halbtages-Tarif (16,50 Franken statt 18 Franken – ok, ich höre jetzt auf). Die Tour ist sehr hübsch, anfangs gibt es viele Schilder, irgendwann keine mehr. Ist das Geld ausgegangen oder hatte man schlicht keine Lust mehr? Nette Einheimische wiesen uns den Weg, irgendwann fehlte es dann aber überraschenderweise an Schnee. Proviant war auch knapp.Lenzerheide Kaiserschmarrn | raupenblau

Der Tag endete trotzdem noch fulminant: Ich machte meinen ersten eigenen Kaiserschmarrn, nach einem Rezept von Ben. Vier Rosinen in der Kaiser-Wertung. Da geht noch was (lag aber definitiv an mir und nicht am Rezept!)

Tag 4 – Spazieren und SonnenLenzerheide | raupenblau

Die Freundinnen beschlossen der lokalen Wirtschaft noch ein paar Fränkli für Skipässe zu spendieren, ich blieb stur und korrigierte ein paar Forschungsberichte auf dem Balkon. Inzwischen war es fast schon lächerlich warm, ich saß in T-Shirt in der Sonne. Die Bergwelt strahlte mich an. Ok, spazieren. Nach und nach entledigte ich mich auf dem See meiner Kleidungs-Schichten. Ab wann schmilzt so eine Eis-Oberfläche eigentlich. Ich entschied mich für den geordneten Rückzug.

Nachdem alle Essensreste verdrückt waren, kurvten wir den Berg hinunter und begaben uns direkt in einen schönen Schweizer Stau. Ich schielte missmutig auf die Jahresvignette auf der Frontscheibe. War aber kurz vorher noch in der Saune gewesen – hat sich also wie immer gelohnt.

*Der Slogan „Lenzerheide – Die alpine Oase im Herzen Graubündens“ lässt auf ein interessantes Verständnis des Begriffs „Oase“ rück schließen. 

Tortal

16 Mrz

Ich bin zwar offiziell bereit für den Frühling, aber da die Berge es offenbar noch nicht sind, sage ich auch nicht „Nein“ zu ein paar schönen Stunden auf Schneeschuhen. Am Sonntag brummte mein bis auf den letzten Platz besetzter Polo über die österreichische Grenze hinweg nach Hinterriß, um in das Tortal zu wandern. Ich sage es gleich vorweg: wunderschöne Tour! Da die Höhenmeter (422) überschaubar sind, habe ich mal wieder die „richtige“ Kamera mitgenommen und ein bisschen mit meinem neuen Objektiv (empfohlen von diesem Herren hier) experimentiert. Also nicht wundern – die Bäume wachsen nicht in echt so krumm.Tortal | raupenblau

Start der Tour ist der Parkplatz direkt hinter Hinterriß. Man wandert zunächst eine Weile auf dem Forstweg am Torbach entlang. Hier war der Schnee schon recht harsch und wir machten ordentlich Krach beim Gehen. Dafür kommt man schnell voran. Tortal | raupenblau

Wir hatten es während der Tour von farblich abgestimmten Outdoor-Outfits. Ich glaube ich kann von mir behaupten, dass ich so etwas nicht habe (es sei denn, „alle Farben“ gilt als Konzept):Tortal | raupenblau

Kurz vor Ende des Forstweges machten wir Rast unter einem wunderschönen Baum. Auf der ganzen Tour gibt es keine Hütte und auch keine Bank, eine Thermo-Unterlage ist also eine gute Idee:Tortal | raupenblau

Einige Minuten später erreichten wir die etwas gruslige, im Schatten liegende Tortalalm:Tortal | raupenblau

Ab jetzt geht es weglos, aber gut vorgespurt weiter. Hier war der Schnee ein Traum: locker, aber nicht zu tief, so dass man perfekt mit den Schneeschuhen gehen konnte. Bald bekommt man freien Blick auf die am Ende des Tales liegenden Felswände:Tortal | raupenblau

Bisher war der Anstieg sehr moderat, nun kommen einige etwas steilere Stellen, die aber immer so kurz sind, dass es nicht wirklich anstrengend wird. In dieser Gegend trafen wir auch diverse Tourengeher, viele davon schon in der Abfahrt.Tortal | raupenblau

Wir gingen bis auf ca. 1400 Meter Höhe – danach wird es steiler und Lawinenausrüstung (und Mitwanderer, die diese auch benutzen können) sind nötig. Tortal | raupenblau

Der Rückweg erfolgt auf dem Anstiegsweg. Die steileren Stellen konnte man gut mit den Schuhen „abfahren“, der Rest war durch den eher flachen Verlauf gut zu gehen. Um halb fünf waren wir wieder daheim in München – mit vielen Pausen haben wir fünf Stunden für die Tour gebraucht. Im Sommer werde ich sicher noch einmal wiederkommen und dann auch auf die Torscharte hinaufsteigen. Da man im Tal geht, liegt vor allem der hintere Teil der Tour im Schatten, das sollte man vielleicht bei der Outfit-Wahl bedenken.

Englischer Garten im Winter

3 Feb

Normalerweise fahre ich ja stur Rad, aber aktuell ist mir so gar nicht nach Sterben. Daher habe ich nun eine MVG-Wochenkarte. Und fahre U-Bahn. Mit vielen anderen Menschen. Tief durchatmen. Oder lieber nicht. Die ganzen Viren und Bakterien! Um mich nicht zusätzlich noch den Mikrokulturen im Bus auszusetzen laufe ich das letzte Stück durch den Englischen Garten und das ist wirklich ganz malerisch im Moment.Englischer Garten im Winter | raupenblauEnglischer Garten im Winter | raupenblauEnglischer Garten im Winter | raupenblau

So viele Winter

26 Nov

Ich habe ja nun schon einige Winter durchlebt, wie der Indianer sagen würde. Da hat man ja dann auch irgendwann so seine Erfahrungen, was die Jahreszeiten angeht. So saß ich am Sonntagabend neben meinem Vater im Auto, er fuhr mich zum Bahnhof und ich dachte laut vor mich hin: „Es müsste doch jetzt endlich mal schneien.“ Der Vater, der naturgemäß noch mehr Winter auf dem Buckel hat als ich, stimmte mir zu. Der Schnee trödelt. Eine knappe Stunde später tauchte ich aus der Münchner Unterwelt wieder auf und kaum verließ ich die Rolltreppe, landete sowas kleines Weißes auf mir. „Hallo Schnee“ sagte ich, und ging heim. Am nächsten Morgen war es immer noch nicht weiß, aber die kleinen Weißen tauchten immer mal wieder auf, wie schüchterne Vorboten; man konnte ihn schon riechen, den Schnee.

Schnee | raupenblau

(c) Florian Schuberth

Heute morgen war es dann passiert, eine dünne Schneedecke liegt auf den Häusern. Es ist Winter. Da muss man langsam radeln und noch mehr als sonst damit rechnen, dass man überfahren wird. Außerdem hatte ich vergessen, wie doof es sich anfühlt, wenn einem eine Schneeflocke ins Auge fliegt und da schmilzt. Aber immerhin hat nun alles wieder seine Ordnung, so jahreszeitenmäßig. Übrigens habe ich jetzt auch einen Mistelzweig:Mistelzweig | raupenblau

Den werde ich heute Abend aufhängen und jeder, der in meine Wohnung kommt, muss mich von nun an küssen. Jawohl.

Hat schon auch was für sich, dieser Winter.

Das dauert ja ewig.

22 Mrz

Gemeint: der Winter. Ich bin ja normalerweise niemand, der über das Wetter jammert (drüber reden tu ich aber schon). Inzwischen verfüge ich über diverse Kleidungsstücke für verschiedenste Wetterlagen, kann also auch bei Schneeregen in die Arbeit radeln und mehr braucht es ja nicht. Aber dieser Winter. Er dauert ewig. Und er war so dunkel.Tulpen | raupenblau

Heute strahlt die Sonne, aber noch immer ist es fies kalt. Ganz optimistisch bin ich trotzdem schon einmal den Sommerweg durch den Park geradelt (gestern wurde ich dabei beeindruckend schlammig). Der Englische Garten ist noch kahl, aber er sieht schon ein bisschen nach Frühling aus und da lacht das Herz und das Gemüt bekommt ein bisschen Himmelblau ab.Obstschale | raupenblau

Am Montag soll es nochmal schneien. Aber wir schaffen das. Bis dann wirklich Frühling ist, heißt es: Obst essen, warm halten und gesund bleiben.

Schneespaß

25 Feb

Dass Schneeschuhwandern toll ist und Spaß macht und einen in die unglaublichsten Winterlandschaften führt habe ich letztes Jahr schon entdeckt. Einziges Problem an der Sache: Bei so viel Schnee in den Alpen lauern überall gefährliche Lawinen und meine Kenntnisse über dieselben waren vor allem durch gefährliches Halbwissen geprägt. Abhilfe schaffte mal wieder meine DAV-Sektion, das Turner-Alpen-Kränzchen, bei der ich im letzten Sommer schon den Basislehrgang Alpin absolviert habe. Diesmal ging es dann, mit Schneeschuhen, LVS-Gerät und vielen Schichten Wolle und Fleece bewaffnet ins Rofan-Gebirge. Die ganze Sache war von Anfang an sehr vielversprechend, denn diesmal war ich nicht allein, sondern in netter Begleitung.

Was soll ich sagen? Es war wunderschön. Angekündigt waren viele Wolken, – 15 Grad und Wind. Bekommen haben wir das hier:

Rofan-Gebirge | raupenblau

(c) Julia Röhrich

Minus 15 Grad hatte es trotzdem, aber bei meistens strahlender Sonne und viel Bewegung spielte das keine große Rolle. So stapften wir Samstag und Sonntag fröhlich durch den Schnee, begutachteten Schwachschichten und Raureif, versuchten Felsformationen einzuschätzen und rutschten tief verschneite Hänge hinab. Es war sehr lehrreich und gleichzeitig ziemlich lustig. Unsere beiden Bergführer passten gut auf uns auf, es gab nur wenige Verluste (ein Teilnehmer musste mangels Fitness in die Hütte zurück ).

Untergebracht waren wir in der Erfurter Hütte, die ich schon von einem früheren Besuch mit Studierenden her kannte. Die Hütte wurde vor ein paar Jahren renoviert und hat ein sehr großes, aber auch wirklich gut durchdachtes und komfortables Lager.

Erfurter Hütte | raupenblau

(c) Julia Röhrich

Bei meinem letzten Besuch vor zwei Jahren gab es dort noch etwas muffige Hüttenwirte – die haben aber nun gewechselt und wir wurden äußert familiär umsorgt und mit leckerem Essen gefüttert. Einziges Manko: Der Kaiserschmarrn (7,90 Euro) war eher einfallslos und ohne Rosinen. Nur zwei von fünf Rosinen in der Kaiser-Wertung (die momentan auch noch eher unscharf in ihren Kriterien ist; ich arbeite dran). Aber man kann ja nun auch wirklich nicht alles haben.

Lieben Dank an Julia für die Fotografien in diesem Post – mehr von ihren Bildern könnt ihr auf ihrem Blog sehen, den sie gemeinsam mit guten Freunden bebildert.