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Saftiger Schokoladenkuchen

11 Jan

Ich entschuldige mich vorab für das nicht so ansprechende und mit wenig Liebe inszenierte Bild – der Kuchen wurde rapide verspeist, es blieb nicht viel Zeit. In meinem Leben gibt es diverse (zumeist männliche) Menschen, die Schokolade sehr schätzen. Haben die dann Geburtstag, muss ein Schokoladenkuchen her. Dieser hier ist sehr schokoladig, obwohl man gar keine Schokolade für die Herstellung braucht. Merkt man beim Essen aber nicht20170111_saftiger_schokokuchen_2_raupenblau

Zutaten (für 26cm-Springform):

280 g Butter
8 EL Kakaopulver
250 g Zucker
1 TL Natron
1 Prise Salz
2 Eier
150 g Schmand/Saure Sahne
40 ml Milch
150 g Puderzucker

1) 200 g Butter, 4 EL Kakaopulver und 200 ml Wasser in einem Topf unter Rühren kurz aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und zehn Minuten abkühlen lassen.

2) Ofen vorheizen (200 Grad Ober-/Unterhitze oder 180 Grad Umluft). Mehl, Zucker, Natron und Salz mischen. Nach und nach Eier, Schmand und die abgekühlte Kakaomasse mit dem Rührgerät unterrühren. Nicht erschrecken: Der Teig wird relativ flüssig.

3) Springform fetten, Teig einfüllen und im unteren Drittel des Ofens für ca. 30 Minuten backen. Nicht wundern: Der Teig geht etwas, aber nicht sehr stark auf.

4) Während der Kuchen bäckt, den Guss vorbereiten: 80 g Butter, 4 EL Kakaopulver, Milch und Puderzucker in einem Topf unter Rühren kurz aufkochen.

5) Kuchen aus dem Ofen nehmen, aber in der Form lassen. Auf einem Gitter abkühlen lassen, bis er lauwarm ist. Dann mehrmals einstechen (mit einem Stäbchen oder kleinen Messer) und die Hälfte des Gusses darüber gießen. Der Guss durchdringt nun teilweise den Teig des Kuchens und sorgt für extra Saftigkeit.Saftiger Schokokuchen | raupenblau

6) Wenn der Kuchen ausreichend abgekühlt ist, wird er vorsichtig aus der Form gelöst. Nun den restliche Guss über den Kuchen kippen. Dafür darf der Guss ruhig schon etwas fester sein, sollte sich aber noch gut gießen lassen. Der Guss läuft seitlich am Kuchen herunter, also für eine geeignete Unterlage sorgen. Wer mag streut noch Zucker- oder Schokostreusel auf den Kuchen.

7) Es dauert einige Stunden, bis der Guss trocken ist (etwas klebrig bleibt er). Schneller geht es an einem kühlen Ort.

Der Kuchen hat eine recht dichte Konsistenz, macht erst etwas süchtig und dann schnell sehr satt. Viel Spaß beim Nachbacken!

Birnen-Nutella-Tarte

27 Apr

Die Birnen-Nutella-Tart ist sehr einfach zu Backen, auch wenn der ganze Vorgang etwas absurd erscheint. Dafür schmeckt sie im Anschluss sehr lecker. Das Rezept stammt von hier. Ich habe es nur etwas ent-amerikanisiert.Birnen-Nutella-TarteZutaten:

4-5 Birnenhälften aus der Dose (man kann sicher auch frische Birnen nehmen, aber zurzeit bekommt man ja nur so hartes unreifes Zeug)
120 gr Nutella
120 ml Sahne
120 ml Milch
2 Eier
1 Rolle Blätterteig (kann man selbstverständlich auch selbst machen)
etwas Butter für die Form.

(1) Tarteform (das Rezept ist für eine 22cm-Form; da bleibt etwas Blätterteig übrig) mit etwas Butter ausstreichen. Mit dem Blätterteig auslegen (auch den Rand).  Form in den Kühlschrank, Ofen auf 180 Grad (Ober-/Unterhitze; bei Umluft 160 Grad) vorheizen.

(2) Eier und Nutella verrühren, bis eine gleichmäßige Masse entsteht. Dann nach und nach Milch und Sahne dazugeben. Nicht wundern: Es entsteht eine braune Flüssigkeit. Das soll aber so.

(3) Birnenhälften in Schnitze schneiden und gleichmäßig auf dem Blätterteig verteilen. Nutella-Gemisch in die Form geben. Die Birnenschnitze sollten nicht zu weit aus der Masse stehen.

(4) Tarteform seeeehr vorsichtig in den Ofen heben und 40-45 Minuten backen. Danach gut auskühlen lassen (heiß ist die Tarte noch recht flüssig) und aufessen.

Beim ersten Backen hat mich diese Nutella-Flüssigkeit noch sehr irritiert, aber es wird tatsächlich fest und am Ende hat man eine Art Pudding, in dem sich Birnen verstecken. Sehr lecker und der Entstehungsprozess im Ofen ist auch lustig anzusehen.

Salz-Karamell/Honig-Brownies (für Helene)

25 Jun

Gester hatte meine Freundin Helene, eine wunderschöne Dänin, wohnhaft in meiner unmittelbaren Nachbarschaft, Geburtstag. Helene wünschte sich von mir ein Geburtstags-Gebäck und zwar Brownies ohne Nüsse. Ich recherchierte und buk dann nach einem amerikanischen Rezept eine recht interessante Brownie-Variation.Salz-Karamell-Brownies | raupenblau

Zutaten:

230 gr Butter
120 gr dunkle Schokolade
400 gr Zucker
1 Päckchen Vanille-Zucker
4 Eier
130 gr Mehl
1/2 TL Salz
1 TL grobkörniges Meersalz
etwas Karamell-Soße/Dulce de Leche/Honig (das Rezept sprach von Karamell-Topping; ich habe Dulce de Leche und Honig verwendet)Salz-Karamell-Brownies | raupenblau

(1) Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.

(2) Butter und Schokolade im Wasserbad schmelzen und verrühren. Zucker und Vanillezucker einrühren und die Mischung etwas abkühlen lassen. (Schon an dieser Stelle bekommt man eine ungefähre Idee vom Nährwert-Gehalt des fertigen Gebäcks).

(3) Nacheinander die vier Eier unter die Zucker-Butter-Schokolade-Masse mischen.

(4) Mehl und den halben Teelöffel feinkörniges Salz mischen. Mit der Eier-Zucker-Butter-Schokolade-Masse verrühren.

(5) Teig auf ein Blech geben. Ich habe ein ganz normales Backblech (mit Backpapier) verwendet und die Masse einfach mittig drauf gekippt. Im Ofen hat sich das dann von selbst auf dem Blech verteilt. Wenn man dickere Brownies möchte, kann man auch ein kleineres Backbleck oder eine rechteckige Form verwenden. Ich fand die Dicke so aber eigentlich ganz gut.

(6) Da ich keine Karamell-Soße bekommen, aber noch Dulce de Leche daheim hatte, habe ich einfach einige Kleckse auf den Teig gegeben und diese mit einer Gabel etwas verteilt. Und da da dann eh schon eine unglaubliche Masse an Süßem vereint war, dachte ich, ein wenig Honig könne nun auch nicht mehr schaden. Zufällig hatte ich Kastanien-Honig daheim, der hat dem ganzen noch einen ganz interessanten geschmacklichen Dreh gegeben. Zum Schluss das körnige Meersalz gleichmäßig aufstreuen.Salz-Karamell-Brownies | raupenblau

(7) Für 30 bis 35 Minuten in den Backofen. Am Ende Zahnstocher-Test machen, aber nicht wundern: die Brownies bleiben in der Mitte feucht. Es sollte nur kein nasser Teig mehr kleben bleiben.

(8) Abkühlen lassen, in kleine Rechtecke schneiden. Aufessen.

Ich war zuerst etwas skeptisch, da diese Brownies schon extrem viele süße Elemente in sich vereinen. Die Kombination mit dem Salz macht das dann aber sehr spannend. Die Reaktionen des Publikums waren durchweg positiv (selbst die an die KollegInnen verfütterten Ränder gingen weg wie nix). Zum Originalrezept geht es hier.

Pfannkuchentorte mit Himbeer-Quark

4 Mai

Letzte Woche hatte ich die große Ehre, einen Kuchen für ein mir sehr wichtiges Kommunionskind zu backen. Zur Kommunion sollte es natürlich den Lieblingskuchen zu geben und da das Kind seit Jahren großer Pettersson und Findus-Fan ist, handelt es sich dabei folgerichtig um Pfannkuchentorte.Pfannkuchentorte mit Himbeer-Quark | raupenblau

Das offizielle Rezept dazu sieht eine Füllung aus Sahne und Marmelade vor, ich habe mich aber für eine Quarkfüllung entschieden, mit den Lieblingsbeeren des Kindes: Himbeeren. Und da es sehr lecker schmeckte, will ich das Rezept hier nicht vorenthalten.Pfannkuchentorte mit Himbeer-Quark | raupenblau

Zutaten:

3 Eier
150 gr Mehl
400 ml Milch
etw. Butter zum Anbraten
500 gr Quark
1 Päckchen Vanillezucker
2 EL Zucker
1 Prise Salz
250 gr Himbeeren (am besten frisch; sonst tiefgefroren – gut abtropfen lassen!)
Puderzucker

(1) Eier in eine Schüssel schlagen, verquirlen, nach und nach das Mehl und eine Prise Salz dazu geben.

(2) 300 ml Milch zum Teig geben. Pfanne erhitzen und mit etwas Butter 6 bis 8 Pfannkuchen backen. Pfannkuchen abkühlen lassen.

(3) Himbeeren waschen und abtropfen lassen.

(4) 100 ml Milch, Quark, Zucker und Vanillezucker vermischen. Himbeeren unterheben – einige Beeren zum Verzieren übrig lassen. Ich habe die Himbeeren in der Quarkmischung absichtlich etwas zerdrückt, so dass sich die Masse leicht rosa färbte. Ist aber Geschmackssache.

(5) Nun die Torte schichten: Mit einem Pfannkuchen anfangen, dann immer abwechselnd Quarkmischung und Pfannkuchen. Mit einer Schicht Quarkmischung abschließen. Mit Beeren garnieren, Puderzucker über den Kuchen stäuben – fertig.Pfannkuchentorte mit Himbeer-Quark | raupenblau

Die Pfannkuchentorte ist eigentlich schnell und unkompliziert gemacht, man muss nur etwas Zeit einrechnen, um die Pfannkuchen abkühlen zu lassen. Wenn man die Torte dann noch über Nacht ziehen lässt, werden die Pfannkuchen zur Mitte hin schön weich. Ich finde das toll, von einem jungen Partygast wurden sie aber als „nicht durch“ bezeichnet. Auch hier wieder: Gechmackssache. Schmeckt sicher auch mit Erdbeeren oder Heidelbeeren toll.

Star Wars Muffins

18 Feb

Ich wurde an meinem Geburtstag wahnsinnig verwöhnt. Unter anderem wurden mir Star Wars Muffins gebacken. Ich habe sie sofort begeistert fotografiert, leider war keine Speicherkarte in der Kamera. Hier wenigstens die Bilder von den kläglichen Resten, die am nächsten Tag noch übrig waren:Star Wars Muffins | raupenblau

Yoda wurde selbstverständlich zuletzt verspeist. Nachbacken ist übrigens kein Problem, das Set gibt es im gut sortierten Supermarkt. Überhaupt schienen grün und türkis die dominierenden Farben der letzten Tage zu sein, aber dazu bei Gelegenheit mehr. Heute durfte ich mich mit bösen Viren rumschlagen und war leider zu schlapp, um schicke Fotos zu machen.

Beeren-Streusel-Kuchen

30 Okt

Beeren-Streusel-KuchenKürzlich habe ich in einem Buch einen unglaublich dummen Satz gelesen: ‚Von meiner Mutter habe ich gelernt, dass man bei allen Rezepten die Hälfte an Butter und Zucker weglassen kann.“ Bitte?? Man sollte definitiv Schokolade hinzufügen. Oder eben Butter und Zucker. Ts. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Amerikanische Rezepte. 600 Gramm Butter für einen Mürbteig plus Streusel sind selbst mir zu hart. Daher nun hier die europäisierte Variante (weniger Fett und ein paar Extra-Zutaten) eines Rezeptes für Beerenkuchen mit Streuseln:

Zutaten Boden und Streusel:

350 g Mehl
150 g Zucker
1/4 Teelöffel Salz
350 g Butter (wer mehr will, kann laut Original-Rezept gerne noch ein ganzes Stück Butter hinzufügen)

Zutaten Füllung:

4 große Eier
200 g Zucker
250 ml Sauerrahm
90 g Mehl
Saft und Schale einer halben Zitrone
1 Prise Salz
100 g gemahlene Mandeln
ein Schuss Bittermandel-Aroma
450 g gemischte Beeren (tief gefrorene Beeren auftauen und abtropfen lassen)

1) Zuerst wird der Mürbteig hergestellt. Dazu Mehl, Zucker, Salz mischen. Warme Butter in stückeln und gleichmäßig unterkneten (ich rühre immer erst einmal mit dem Handrührgerät durch, dann knete ich). Der Teig sollte noch krümelig sein, aber keine Butterstückchen mehr enthalten. Für 20 Minuten in den Kühlschrank (wer’s eilig hat, kann auch gleich weiterverarbeiten).

2) Danach wird die Masse geteilt: Ein Teil wird für die Streusel aufgehoben. Den Rest auf dem eingefetteten Boden einer Springform andrücken. Für 12 bis 15 Minuten in den auf 180 Grad vorgeheizten Backofen. Danach mindestens 10 Minuten abkühlen lassen.

3) Während der Kuchenboden im Ofen ist, kann man schonmal die Füllung vorbereiten. Dazu Eier in einer großen Schüssel schlagen. Zucker, Sauerrahm, Mehl, Salz, Zitrone, Mandeln und Aroma untermischen. Danach vorsichtig die Beeren unterheben und die Mischung auf dem abgekühlten Kuchenboden verteilen. Bei mir war die Mischung ziemlich flüssig – keine Panik, durch die Eier stockt das ganze im Ofen.

4) Streusel drauf und nochmal für 50 bis 60 Minuten in den Ofen.

Der Kuchen ist fortbildungserprobt und wurde dort für gut befunden.

Apfel-Marzipan-Muffins

16 Mrz

Launemäßig war heute nicht gerade ein hervorragender Tag. Warum, weiß ich gar nicht, aber mit meiner absolut uneuphorischen Stimmung habe ich die Geduld meiner armen Kollegen schon ordentlich strapaziert. Um mich morgen wieder beliebt zu machen, habe ich diese Apfel-Marzipan-Muffins zubereitet:

Das Rezept ist eigentlich für einen Geburtstagskuchen, und zwar den der Bloggerin Anke Gröner, den sie sich selbst gebacken hat. Herzlichen Glückwunsch! Ich habe grade keine Springform und fand bei Kaufhof alle zu teuer, also habe ich spontan beschlossen, Muffins draus zu machen. Hier das Rezept (für den Kuchen):

100 g Marzipan-Rohmasse raspeln oder in kleine Würfel schneiden.
125 g weiche Butter,
125 g Zucker,
1 dicke Prise gemahlene Vanille und
1 Prise Salz dazugeben. Alles im Mixer verquirlen.
3 Eier einzeln dazumixen. Zum Schluss
150 g Mehl und
1 gestrichenen TL Backpulver unterrühren und alles in eine gebutterte 26-cm-Springform streichen.

Ca. 450 g Äpfel in schmale Spalten schneiden. Den Boden mit den Äpfeln belegen. Alles im auf 200° vorgeheizten Backofen für ungefähr 35 Minuten backen, auskühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen.

Da ich keine gemahlene Vanille hatte, habe ich ein Päckchen Vanillezucker verwendet und die Äpfel einfach nach Bedarf auf den Teig in den Muffin-Förmchen geschnitten. Ein Viertel Apfel pro Muffin. Ich hab die Muffins auch etwas früher aus dem Ofen genommen, nach etwa 30 Minuten.

Nachdem ich letzte Woche schon ein superleckeres Lemon-Bar-Rezept von Anke Gröners Blog nachgebacken hatte und es zu meiner Überraschung super klappte (Mürbteig ist ja eigentlich mein Feind), war ich dieses Mal sehr optimistisch, auch wenn mich das Wort Mixer stutzig machte. Die Zutaten klangen für mich eigentlich nach Handrührgerät. Aber gut, ich habe einen Mixer, also setzte ich ihn auf das Zeug an. Wie immer, wenn ein Gerät der Marke Superior vor einer wirklichen Aufgabe steht, roch es komisch. Ich lies mich nicht abschrecken. Innerhalb von Sekunden hatte sich die Butter schützend um das Schneidedings gewickelt. Sauerei. Also: Dem Instinkt und der Erfahrung glauben und nicht immer alles wörtlich nehmen. Verwendet ein Handrührgerät.

Noch habe ich keinen der Muffins probiert, sie sind ja für die Kollegen. Meiner Laune geht’s aber wieder gut. Sollten die Muffins schlecht schmecken, werde ich diesen Eintrag einfach unauffällig wieder löschen. Glaub ich aber nicht, der Teig war schon sehr vielversprechend.

Für die Damen unter uns: IKEA plant irgendeine mysteriöse Initiative zum Equal Pay Day. Nennt sich KVINNA. Man darf gespannt sein.

 

Hermann lebt

23 Feb

Da ist er nun, in all seiner Pracht und Schönheit. Hermann. Gestern Abend habe ich ihn noch schnell gebacken, nachdem ich ihn zwei Wochen lang gerührt, gefüttert und gepflegt habe – ungefähr zwei Wochen, so genau weiß ich es nicht mehr. Diese Ungenauigkeit verstößt komplett gegen den Hermann-Ehrenkodex, wie ich gestern feststellen musste. Etwas hilflos, wie man Hermann denn nun am besten zubereitet, googelte ich nach Rezepten – und fand emotional aufgeladene Foren-Diskussionen über artgerechte Hermann-Haltung. Darf man Hermann im Kühlschrank halten? Verträgt er Metall? Mag er Holz? Wie viel Wärme braucht er? Einen Konsens gab es nicht.

Mein persönliches Fazit: Hermann ist ein robustes Kerlchen. Von seiner bösen Stiefmutter (mir) wurde er ab und zu umgerührt (mit was gerade da war; auch Metall kam an seine blubbernde Oberfläche, oO). Nach ein paar Tagen habe ich je eine Tasse Milch, Zucker und Mehl dazu gekippt; Hermann schien es zu gefallen.

Als ich ihn dann gestern buk, war er wohl schon ein wenig überreif, er hat aber trotzdem alles brav mit sich machen lassen. Bevor ich ihn teilte, bekam er nochmal eine Fütterung (1 Tasse Mehl, 1 Tasse Milch, ½ Tasse Zucker). Dann habe ich ihn grob gedrittelt und in ein Drittel ungefähr das hier gekippt:

1-2 Tassen Mehl
2 Eier
¼ Tasse Öl
1 kleiner Schluck Milch
¼ Tasse Zucker (in den meisten Rezepten ist Hermann sehr süß, das wollte ich vermeiden)
1 Prise Zimt
½ Packung Rosinen

45 Minuten bei 180 Grad im Ofen machten aus Hermann, dem Teig, Hermann, den Kuchen. Er hat beim Backen eine seltsame Gebirgslandschaft entwickelt, schmeckte aber schön saftig. Allerdings sollte man ihn möglichst frisch essen, sonst wird er schnell trocken. Laut Aussage einiger testessender Kollegen schmeckte er allerdings noch etwas ‚unspektakulär‘. Beim nächsten Hermann werde ich ein bisschen am Rezept variieren. Erst mal ist Hermann aber nun eingefroren (brutal, ich weiß), denn ab Samstag bin ich in der Schweiz und (ihr ahnt es): Hermann darf nicht mit. Es handelt sich nämlich um einen Mädchen-Ausflug, also bleibt der Gute vorerst kalt gestellt.

 

Hermann – ein Schöpfungsversuch

8 Feb

Als ich heute in so einem Bio-Supermarkt neben vielen Menschen mit Jute-Beuteln vor Regalen voller gesunder Produkte in identischen Verpackungen stand und angestrengt starrend nach der von mir favorisierten Getreidemischung (Falafel-Fertigmischung) suchte, fiel mir etwas aus meiner frühen Jugend ein: Hermann. Erinnert ihr euch an Hermann? Hermann, der Teig? Den man füttern muss, um dann am Ende einen Kuchen zu backen und einen Teil Hermanns an die besten Freunde und unschuldige Nachbarn zu verschenken, die bald auch Hermann-Babies haben und nicht mehr wissen wohin mit dem Zeug? Meine Mutter hasste Hermann und ich ließ ihn in seinem dritten Lebenszyklus verhungern.

Wie auch immer. Inmitten dieser ganzen von Liebe, Vernunft und Qualität durchwirkten Umgebung beschloss ich, mir wieder einen Hermann zuzulegen. Diesmal wird sicher alles anders. Auf der sehr informativen Website kirchenweb.at (hier gibt es Religiöses, Kochrezept, Spaß & Fun) fand ich dann auch eine Anleitung zur Erschaffung eines Hermann. Natürlich ist dies nicht der Grundgedanke des Hermann-Teiges. Eigentlich soll man ihn ja geschenkt bekommen. Aber nicht jeder kennt einen „lieben Menschen, der dir den Ansatz schenkt“ und so sind einige arme einsame Seelen gezwungen, auf folgende Zutaten zurückzugreifen:

100g Weizenmehl
1 EL Zucker
150 ml lauwarmes Wasser
Hefe (laut Website Trockenhefe – ich dachte aber, Hermann mag frische Hefe sicher lieber und durchkämmte diesen Öko-Laden gefühlte fünf Stunden nach so einem Hefewürfel; ich empfehle Hermann dringend, darauf anzuspringen)

Letztendlich kippt man das dann alles zusammen: Mehl sieben, Zucker drauf, Hefe dazu, Wasser, rühren, rühren, rühren…

Und schon hat man einen Hermann. Zugegeben, besonders attraktiv ist er (noch) nicht:

Hermann kommt dann in ein verschließbares Gefäß. Vorsicht: Hermann mag kein Metall! Vermutlich ein Kindheitstrauma. In meiner Tupperbox wird er nun erst mal zwei Tage an einem warmen Ort vor sich hindösen, wobei er ab und an umgerührt werden möchte. Danach geht’s für 24 Stunden in den Kühlschrank. Kehrt er aus der Kälte zurück, bedeutet das laut kirchenweb.at: „Hermann ist geboren, du kannst ihn nun weiter verschenken oder selbst […] weiter pflegen.

Schaun wir mal, ob Hermann so weit kommt. Ich bin skeptisch, aber voller Vorfreude. Zu Bachelor-Zeiten habe ich schon einmal versucht einen Hermann zu züchten. Nach zwei Tagen musste ich ihn wegschütten. Auf der Heizung war es wohl zu warm. Oder so. Aber wie gesagt: Diesmal wird alles anders.

Ach übrigens: Denkt bloß nicht daran, das nachzumachen. Sollte mein Hermann leben und gedeihen, werdet ihr alle Hermann-Babies geschenkt bekommen und ich erwarte, dass sich alle total freuen.

 

Die Cookie-Herausforderung

4 Feb

Diese monströsen Cookies wurden mir aus New York mitgebracht. Sie waren zwar nicht mehr warm, aber noch ziemlich frisch, als sie den Weg in meine Wohnung fanden. Ich habe sie ausgemessen. Sie hatten einen Durchmesser von 9 cm und waren an ihren höchsten Stellen 3,5 cm dick. Das dunkle Cookie habe ich fast komplett am ersten Tag aufgegessen – ein Fehler. Bauchkrämpfe waren die Folge, ich musste eine Wärmflasche holen und mich flach auf den Rücken legen. Das zweite Cookie habe ich dann von verteilt auf drei Tage verzehrt und immer mal wieder jemandem ein Stückchen davon abgebrochen.

Ich backe oft Cookies und war eigentlich der Meinung, das Cookie-Backen einigermaßen im Griff zu haben. Aber diese Monster-Cookies haben mein Weltbild schon ein wenig erschüttert. Ihr einziger Nachteil: Der Geschmack. Sie waren hauptsächlich süß und die Schokolade war nicht so richtig schokoladig. Zum Glück! Ansonsten hätte ich nie wieder ein Cookie gebacken. Aber nun steht die Aufgabe fest: Ein Cookie produzieren, welches mit den NY-Cookies größenmäßig in einer Liga spielt, dabei aber auch noch hervorragend schmeckt. Willige Testesser bitte melden, sonst kann ich in wenigen Wochen das Treppenhaus runterrollen.

Gäbe es einen America’s Cup der Cookies, dann wäre dies der Defender-Cookie und meine eigenen Cookies die Challenger-Cookies.