Über den Pfanngraben zum Rotwandhaus und weiter zum Taubenstein

29 Aug

Ja, eine ganz kurze Überschrift. Es war aber auch eine lange Wanderung. Einen Tag nach der Exkursion zum Wendelstein wurde ich vom Freund auf das Rotwandhaus gejagt. Da war ich ja nun schon öfter (dieses Jahr auch schon einmal mitten in einem Hagelsturm, da lernt man so eine Hütte gleich noch einmal anders zu schätzen), aber nach dem Kaiserschmarrn-Desaster vom Vortag beschlossen wir, es auf die sichere Tour zu versuchen: Der Kaiserschmarrn auf dem Rotwandhaus ist ein Fünf-Rosinen-Kaiser. Da kann nix schiefgehen. Dachten wir. Das Wetter war schon einmal wanderfreundlich, nicht zu warm, aber trocken. Ich wollte schon immer mal den Weg durch den Pfanngraben zum Rotwandhaus ausprobieren, der Plan stand also. Da der Freund seine Knie schonen muss, wollten wir mit der Taubensteinbahn wieder nach Spitzing zurück fahren.Bachlauf Spitzingsee Richtung Valepp| raupenblau

Leider dauerte es eine Weile, bis wir überhaupt zum Spitzingsee kamen, was unter anderem daran lag, dass oben am See ein Oldtimer-Traktor-Treffen stattfand. Da diese putzigen kleinen Feinstaubschleudern schon auf ebener Fläche nur 25 km/h fahren, gestaltete sich die Fahrt hoch zum See recht gemütlich. Als wir dann endlich an der Schranke zur Alten Wurzhütte (dem Ausgangspunkt der Tour) standen, war es schon 11 Uhr (ok, wir hatten auch recht lange geschlafen). Auf dem Schild stand was von vier Stunden, die letzte Gondel ins Tal geht um 16.30 Uhr. Sportlich. Also los. Zuerst einmal folgt man der Straße Richtung Valepp und kommt an einem wirklich schönen Bachlauf vorbei (siehe Bild oben). Dem Bach folgt man dann erst einmal eine Weile bergab, vorbei an der Albert-Link-Hütte und dem Blecksteinhaus. Nach einiger Zeit geht es über den Bach und dann auf den Berg. Ab hier folgt man einfach den Schildern Richtung Rotwandhaus. Der Weg ist wunderschön, vorbei an tollen Gumpen:Gumpen im Pfanngraben | raupenblau

Nach einiger Zeit entfernt sich der Weg vom Bach und führt weiter durch den Wald und dann über Almen Richtung Rotwand. Die meiste Zeit geht es nicht sehr steil bergauf. Das machte mich etwas misstrauisch, da wir ja am Anfang schon noch ein Stück abgestiegen waren. Tatsächlich wird der Weg am Ende noch einmal steiler, aber die Steigung ist eigentlich nie besonders fies; der Weg ist einfach insgesamt recht lang. Auf dem letzten Stück hat man das Rotwandhaus schon direkt vor Augen, der Kaiser ruft quasi, da strengt man sich gerne nochmal an. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon sehr hungrig, denn um besagte Gondel zu erwischen, hatten wir die vier Stunden in zweieinhalb verwandelt. Ächz.Rotwandhaus | raupenblau

Auf dem Rotwandhaus ging es erwartungsgemäß ziemlich voll zu, aber wir fanden direkt einen schönen Schattenplatz und ich stapfte zielstrebig in Richtung Theke, um den Kaiser zu bestellen. Den es natürlich nicht gab. Zu viel los. Tief durchatmen. T-I-E-F durchatmen. Die gute Nachricht ist ja, dass das Essen auf dem Rotwandhaus eigentlich immer gut schmeckt, also gab es Kaspressknödel und Spintaknödel und die Welt war fast so in Ordnung, wie sie mit einem Kaiser gewesen wäre. Nach dem Essen wanderten wir noch gemütlich hinüber zur Taubensteinbahn.Berge | raupenblau

Sämtliche Gipfel sparten wir uns und schwebten dann auch noch luxuriös per Gondel nach unten. Rückblickend waren zweieinhalb Stunden etwas übertrieben, aber in drei Stunden ist der Weg über den Pfanngraben absolut empfehlenswert – etwas trittsicher sollte man sein und eine gewisse Kondition ist schon nötig. Wenn man seine Knie quälen möchte, könnte man auch einfach vom Rotwandhaus direkt zurück nach Spitzingsee gehen, der Weg ist ganz schön. Vom Taubenstein nach unten zu gehen kann ich nicht wirklich empfehlen – sehr steil und viel Skipisten-Charme.

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5 Antworten to “Über den Pfanngraben zum Rotwandhaus und weiter zum Taubenstein”

  1. Sigrid Hölzl August 30, 2013 um 21:00 #

    Hallo. Wir wollten auch schon mal einen Ausflug zum Rotwandhaus machen. Bei uns ist es etwas komplizierter, da wir ein Kind dabei haben. Wir würden gerne übernachten und suchen noch ein Appartement Hotel – das würde uns reizen. Kannst du uns diese Region überhaupt für den Herbst (Mitte Oktober) empfehlen? LG

    • Clarissa August 30, 2013 um 22:30 #

      Liebe Sigrid, absolut! Zum Baden ist es vllt zu kalt, aber die Berge sind im Herbst wunderschön! Auf dem Rotwandhaus sind immer viele Familien, man kann übrigens auch toll dort oben übernachten – alles neu renoviert, fließend warmes Wasser und sogar Duschen 🙂 aber rund um Spitzing- und Schliersee gibt es ja auch viele Hotels, da ist sicher was für euch dabei. Erzähl doch dann mal, wie es war!

      • Sigrid Hölzl August 31, 2013 um 20:38 #

        Vielen lieben Dank für die Tipps! Werd mich nach dem Urlaub melden 🙂 Lg

  2. Werner Schilling September 13, 2013 um 12:12 #

    Hi! Wir suchen auch noch was und das hört sich nicht schlecht an. Wir waren bis jetzt immer am Großarl – der ist auch ganz toll! 😉 Wir hoffen, der Herbst wird wieder wärmer…

    • Clarissa September 13, 2013 um 12:26 #

      Der Herbst wird sicher prima 🙂 Einfach immer schön den Teller leer essen!

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