Die zugelaufene Paprika

24 Aug

Ich habe, eher zufällig, eine Paprika herangezogen. Sie ist sehr klein, aber eindeutig eine echte, rote Paprika.Paprika | raupenblau

Der Trieb wuchs eines Tages plötzlich im Topf einer meiner Zimmerpflanzen. Er sah von Anfang an nach Paprika oder Chilli aus, daher ließ ich ihn stehen. Irgendwann bekam er eine Blüte, die abfiel. Von einem Gärtner habe ich später gelernt, dass man die erste Blüte ohnehin entfernt, da sonst die ganze Kraft der Pflanze in die (oft einzige) Frucht wandert. Die zweite Blüte bestäubte ich mit dem Finger.Paprika | raupenblau

Nach kurzer Zeit wuchs eine kleine grüne Frucht – eindeutig eine Paprika. Irgendwann wurde sie rot. Ich ließ sie etwas zu lange hängen, weil es so putzig aussah. Letzte Woche habe ich sie dann geerntet, bevor sie ganz verschrumpelte. War lecker.

Baby-Mütze mit Ohrenklappen

21 Aug

Schon im April hatte ich mich zwei Knäuel Rico Baby Cotton Soft DK besorgt, um ein Mützchen für Baby Jamie zu stricken.Baby Cotton Soft DK von Rico | raupenblau

Mit dem Garn habe ich schon diverse Baby-Mützchen gestrickt und mag es ziemlich gerne: Für ein Baumwoll-Garn ist es sehr weich, die Farben sind kräftig und, wie mir von diversen Mamis berichtet wurde, es ist relativ dreckresistent. Angeblich wächst es sogar mit. Da Jamie die Mütze im Frühjahr getragen hat, habe ich Ohrenklappen dran gestrickt:Baby Mütze mit Ohrenklappen | raupenblau

Leider habe ich die Notizen für das Mützchen verloren und kann daher hier keine genaue Strickanleitung aufschreiben. Allerdings ist das bei Babies eh immer so eine Sache – sie sind recht individuell proportioniert. Um ein Mützchen zu bekommen, das wirklich gut passt und nicht ständig in die Augen rutscht, sollte man am besten nach Maß stricken. Ich versuche mich daher mal an einer Anleitung zum Mütze-nach-Maß-Stricken.Baby Mütze mit Ohrenklappen | raupenblau

1) Maß nehmen

Für eine Mütze mit Ohrenklappen messe ich folgendes aus:

– Abstand von Ohr zu Ohr über die Stirn (von der Mitte des Ohres aus messen) [A]
– Abstand von Ohr zu Ohr über den Hinterkopf (von der Mitte des Ohres aus messen) [B]
– Breite des Ohres [C]
– Stirnmitte (da, wo die Mütze später aufhören soll) bis Kopfkrone [D]

Dabei ist es wichtig, das Maßband so zu führen, wie die Mütze später auch sitzen soll. Also nicht quer über die Augen ;) Eine Mütze mit Ohrenklappen wird später in vier Teilen angeschlagen: Vorder- und Rückseite sowie die beiden Ohrenklappen. Die Ohrenklappen mache ich immer etwas breiter als die Ohren, je nach Größe des Kindes und Vorliebe drei bis fünf Zentimeter (Mützchen verrutschen ja ab und zu und das Ohr soll trotzdem warm bleiben). Die Maße für den Anschlag erhalte ich nun folgendermaßen:

[A] – [C] – (3-5 cm) = Maß Anschlag Vorderseite in cm [VS]
[B] – [C] – (3-5 cm) = Maß Anschlag Rückseite in cm [RS]
[C] + (3-5 cm) = Maß Anschlag Ohrenklappen in cm [OK]

2) Maschenprobe stricken

Bisher haben wir die Maße nur in Zentimeter, wir brauchen ja aber eine Maschenzahl. Ich schlage daher 30 Maschen an und stricke zehn Reihen in dem Muster, in dem ich auch das Bünchen und die Ohrenklappen stricken möchte (bei Jamies Mütze: 2 rechts, 2 links). Nun messe ich aus, wie breit das Strickstück ist. Ich habe nun drei Informationen: die Maße für meine Mütze, die Maße meiner Maschenprobe und die Maschenzahl der Maschenprobe. Damit kann ich nun die Maschenzahl für die einzelnen Sektionen ausrechnen. Hier beispielhaft für die Vorderseite:

Maschenzahl [VS] = {Maschenzahl Probe x [VS]} / Breite Probe in cm

So berechne ich die Maschenzahl für die einzelnen Sektionen, die ich als nächstes anschlagen möchte.

3) Anschlag mit Ohrenkläppchen

Zunächst strickt man die Ohrenkläppchen, ich starte immer mit vier Maschen und nehme dann in jeder Reihe am Ende eine zu, bis die gewünschte Breite [OK] erreicht ist. Wie genau das geht, ist hier beschrieben, es gibt auch zahlreiche Videos auf YouTube.

Wenn die Ohrenkläppchen fertig sind, werden Vorder- und Rückseite angeschlagen und die einzelnen Teile auf dem Nadelspiel zusammengefügt. Nun strickt man ganz normal in Runden. Bei Jamies Mützchen habe ich acht Reihen im Bündchen-Muster gestrickt und danach weiter glatt rechts.Baby Mütze mit Ohrenklappen | raupenblau

4) Abnahme und Abschluss

Nachdem man eine Zeitlang gemütlich vor sich hin gestrickt hat, muss man an die Abnahme denken. Bei Jamies Mütze habe ich an fünf Stellen abgenommen, denkbare wären auch sechs Stellen. Das hängt etwas von der Maschenzahl ab: die sollte in möglichst gleichgroße Teile geteilt werden können. Nun kommen die Maße von [D] ins Spiel: diese sagen aus, wie hoch die Mütze insgesamt werden soll. Anhand der Maschenprobe oder des eigentlichen Strickstückes kann man, analog zu 2), die gesamte Reihenzahl der Mütze berechnen.

Reihenzahl [OK] = {Reihenzahl Probe x [OK]} / Höhe Probe in cm

Je nach Maschenzahl und Anzahl der Abnahme-Punkte kann ich nun einschätzen, wie lange ich am Ende für die Abnahme brauche: Habe ich eine gesamte Maschenzahl von 60 und reduziere an 6 Punkten um je eine Masche pro Zentimeter, brauche ich 8 Reihen, um das Strickstück abzuschließen (am Ende sollten je zwei Maschen pro Abnahme-Punkt übrig bleiben). Ich würde noch einige Reihen dazurechnen und anfangs erst dreimal in jeder zweiten Reihe abnehmen. So käme ich für das fiktive Beispiel auf 11 Reihen für die Abnahme.

Ich stricke also glatt rechts bis von meiner Gesamtreihenzahl noch elf Reihen übrig sind und beginne dann mit der Abnahme. Am Ende ziehe ich meinen Faden durch die übrigen Maschen (im Beispiel wären das zwölf – drei Maschen pro Nadel; sehr viel mehr sollten es nicht sein, sonst bleibt oben ein Loch) und vernähe. Fertig!

An Jamies Mütze habe ich noch Bändchen geflochten, das kann man natürlich nach Lust und Laune gestalten. Wenn die Anleitung zu komplex ist – einfach in den Kommentaren nachfragen oder die oben verlinkte Anleitung angucken.

Paddeln auf der Altmühl – von Treuchtlingen nach Eichstätt

12 Aug

Bastian und ich wollten ein Abenteuer erleben, aber nicht wandern. Als logische Alternative erschien uns Paddeln auf der Altmühl. Ich wollte ein Kayak, wurde dafür aber gerügt: wenn man die Eskimo-Rolle nicht beherrscht, fährt man nicht Kayak. Nun ja, ich beherrsche eigentlich gar keine Rolle (außer vllt. Erdbeer-Biscuit), also wurde es ein Kanu, das wir bei YEZZT ausliehen.
Kanu-Tour Altmühltal | raupenblauFreitagmorgen trafen wir in Treuchtlingen ein. Es war heiß. Tom, der Outdoor-Instructor, erklärte uns, wie man ein Kanu benutzt. Oder nein, das stimmt eigentlich gar nicht. Er erklärte hauptsächlich, worüber sich Leute bei ihm schon per Mail beschwert hatten und wie doof sich Kanu-Anfänger im Allgemeinen anstellen. Außerdem demonstrierte er eine Paddel-Technik, die mir später fast meine Finger kostete und erläuterte, wie man das Kanu aus dem Wasser zieht. Bastian und ich hörten aufmerksam zu und hatten am Ende doch recht unterschiedliche Vorstellungen davon, wie man das macht. In der Umsetzung klappte dann aber glücklicherweise alles ganz prima. Nachdem ich das Auto am Bahnhof geparkt und zurückgelaufen war, ließen wir unser Bötchen ins kühle Nass und paddelten los. Ganz ohne Tom, und auch ganz ohne Probleme.

Tag 1: Treuchtlingen bis Solnhofen

Nun hatten wir uns das ungefähr so vorgestellt: Drei Tage flussabwärts treiben, im Schatten großer Bäume, ab und zu mal ein bisschen lenken und gekonnt durch Stromschnellen navigieren. Vielleicht hätten wir vorab mal das Internet konsultieren sollen, denn auf Wikipedia steht folgender Satz: “[Die Altmühl] ist der gefälleärmste Fluss in Bayern, fließt sehr langsam und gehört sogar zu den langsamsten deutschen Flüssen.” Mich würde interessieren, wie ein noch langsamerer Fluss als die Altmühl aussieht. Ein langer See? Der Wasserstand war niedrig, die Strömung nicht existent und Schatten gab es wenig. Wir paddelten. Und paddelten. Nach einer halben Stunde taten mir die Arme weh und wir waren beide schweißgebadet. Ab und zu gab es noch Gegenwind, so dass das Boot rückwärts (!) schwamm, wenn wir nicht paddelten.

Kanu-Tour Altmühltal | raupenblau

(c) Bastian Gierull

Am ersten Wehr zogen wir das Boot aus dem Wasser und machten erstmal Pause. Glücklicherweise hatte ich tonnenweise Essen eingepackt. Danach fanden sich unsere Körper langsam mit ihrem Schicksal ab, ein kleines Bad im Fluss verschaffte Abkühlung. Gegen vier Uhr kamen wir an der Aktivmühle an, die wenig malerisch an einer Bahnstrecke liegt. Immerhin ergatterten wir ein Schattenplätzchen und machten fortan noch drei Dinge: Schlafen, Schwimmen, Essen. So kann man einen Abend erstaunlich gut zubringen. Da es so warm war, konnten wir die Außenhaut des Zeltes weglassen und mit Blick auf die Sterne und dem Rauschen des Flusses (und der Züge) im Ohr einschlafen.

Tag 2: Solnhofen bis Breitenfurt

Für den nächsten Morgen hatte ich Pancakes als Frühstück eingeplant, aber leider die Milch vergessen. Zum Glück gibt es einen kleinen Laden an der Aktivmühle und nach einigen Fehlversuchen hatten wir tatsächlich kleine, wenn auch außergewöhnlich geformte Pfannkuchen.Kanu-Tour Altmühltal | raupenblau

Der zweite Tag auf dem Fluss war abwechlungsreicher: Es gab zwei potentiell tödliche Bootsrutschen, die wir ohne größere Probleme bewältigten. Da ich vorne saß, bekam ich jedes Mal einen schönen Schwall Flusswasser ab, aber es war ja eh brütend heiß. Da wir vom Campingplatz in Breitenfurt eine eher verwirrende E-Mail erhalten hatten, gaben wir etwas Gas, um auf jeden Fall noch einen Platz zu ergattern und waren auch um drei Uhr vor Ort.Kanu-Tour Altmühltal | raupenblau

Der Campingplatz Hell ist ein Erlebnis für sich. Ich habe mich nicht getraut, Fotos zu machen und für Bastian war es ästhetisch wohl einfach nicht zumutbar. Sagen wir es so: Es gibt viel Deko und viele Tiere und viele Gartenhäuschen. Und natürlich keinen Schatten. Daher siedelten wir ins das Freibad des Ortes um, das eine große Liegewiese und ein nettes, gepflegtes Schwimmbecken hat. Außerdem ein tolles Kiosk, an dem man Eis, Bier und Brausestangen erwerben kann. Wir blieben da ziemlich lang.Kanu-Tour Altmühltal | raupenblau

Breitenfurt an sich ist ein eher tristes Erlebnis, auch  wenn wir auf dem Friedhof zahlreiche sehr schöne Grabsteine entdeckten. Nach einer kleinen Panikattacke meinerseits fanden wir einen Gasthof, in dem wir einfach alles mögliche aßen. Danach ging es zurück in den Camping-Zoo und auf unsere inzwischen sehr lieb gewonnene Picknickdecke. Aus Mangel an Unterhaltungsmöglichkeiten lasen wir und gingen zeitig ins Bett.

Tag 3: Breitenfurt nach Eichstätt

Nach dem Pancake-Desaster vom Vortag hatten wir uns Frühstück im Freibad vorbestellt, das wir inmitten eines Wespen-Schwarms zu uns nahmen. Das eigentliche Drama spielte sich aber an den Tischen rund um uns ab: die Kaffee-Maschine war kaputt und diverse Besucher hatten akute Entzugserscheinungen. Einige der Gäste kannten wir, sie verfolgten uns bereits seit Tag 1. Ich hatte sie mehr oder weniger lieb. Inzwischen geübt im Packen, lösten wir unser Camp auf, gruben unser Boot unter anderen Booten aus und nahmen die letzte Etappe in Angriff.Kanu-Tour Altmühltal | raupenblau

Landschaftlich fand ich das Stück bis Eichstätt vielleicht sogar am Schönsten. Inzwischen waren wir auch schon gut im Flow und kamen recht zügig voran. Etwas getrübt wurde das Erlebnis für mich durch die Sichtung eines toten Aals. Ab da machte das Baden nicht mehr so recht Spaß. Bald hatten wir unser Ziel aber schon vor Augen: die Willibaldsburg tauchte in der Ferne auf, Eichstätt war nah. So sehr ich auch die Hitze und die nicht vorhandene Strömung verflucht hatte, jetzt kam doch schon etwas Traurigkeit auf: nur noch wenige Kilometer auf dem Fluss und der Alltag würde uns wiederhaben.Kanu-Tour Altmühltal | raupenblau

Von Tom wussten wir: Die meisten Menschen sind zu doof, den korrekten Ausstieg zu finden. Ich würde ganz dreist behaupten: Es liegt nicht an den Leuten, sondern an der beknackten Beschreibung. Der Ausstieg hat einen Namen, der gut lesbar auf einem Schild steht; es wäre vielleicht hilfreich gewesen, diesen auch zu erwähnen. Jedenfalls hievten wir ein letztes Mal unseren treuen Kahn aus dem Wasser, schleppten ihn über eine Brücke, stießen ihn eine Böschung hinunter und ließen ihn auf einer Wiese zurück. So viel Bindung war dann doch nicht entstanden.

Während ich mich mit dem Zug auf den Weg nach Treuchtlingen machte (36 Minuten Fahrt inklusive Umsteigen), verbrachte Bastian noch ein bisschen Zeit auf der Decke. Es war irgendwie seltsam, die letzten drei Tage innerhalb einer halben Stunde an sich vorbeiziehen zu sehen. Aber auch ganz schön befriedigend. Die Rückfahrt rundete das Erlebnis ab: Meine Klimaanlage ist kaputt, draußen hatte es 37 Grad und ein heißer Wüstenwind wehte durch die offenen Fenster, während wir uns auf der Autobahn schreiend verständigten. Wir betäubten den Schmerz mit Fast Food. Insgesamt würde ich es jederzeit wieder machen. Aber vielleicht auf einem etwas lebhafteren Fluss.

Elmauer Alm & Tegernseer Höhenweg

3 Aug

Man mag es kaum glauben, aber nach der Gleirschklamm hatte ich von Bergen erstmal genug. Es war für meinen Geschmack einfach zu heiß zum Wandern. Ich verordnete mir dementsprechend eine Bergpause, die ich mit anderen angenehmen Dingen verbrachte. Segeln zum Beispiel. Und Essen. Und Schlafen.

So ganz ohne ging dann aber doch nicht. Ende Juli waren wir auf Betriebsausflug auf der Elmauer Alm. Von Klais aus ging es durch den Wald, am Hotel Kranzbach vorbei zur Elmauer Alm.Kranzbach | raupenblau

Natürlich war es wieder brütend heiß. Auf der Alm gab es leckere Brotzeit und Apfelstrudel, der seinem guten Ruf aber nicht so ganz gerecht wurde. Auf dem Rückweg drohten Gewitterwolken und das letzte Stück mussten wir dementsprechend eher rennen als gehen. Aber es war nicht mehr heiß; ich war durchaus dankbar.20150803_almauer_alm_raupenblau

Der Weg ist eine nette Geschichte, die man auch in Turnschuhen gehen kann – zum Beispiel wenn man Besuch hat, der auch mal einen Berg sehen möchte, aber nicht so recht drauf rumlaufen (ca. 270 Höhenmeter je nach Route, Beschreibung hier).

Ähnlich ist es mit dem Tegernseer Höhenweg, den ich letzten Sonntag ging. Ich parkte mein Auto in Tegernsee am Bahnhof und fuhr mit der BOB eine Station nach Gmund (1,50 Euro). Dort traf ich Mareike und Simon. Wir besorgten Kaffee und liefen los. Der Weg ist hervorragend ausgeschildert, leider konnte ich mir den Namen nicht merken und stand mehrmals ratlos vor den Schildern. Tegernseer Höhenweg | raupenblau Tegernseer Höhenweg | raupenblau Tegernseer Höhenweg | raupenblau

Ansonsten ist der Weg recht gemütlich es geht etwas hoch (140 Hm) und runter (250 Hm) und man guckt oft auf den See und geht über kleine Bäche. Aufgrund des Wetters waren wir bewanderschuht, aber das geht auch problemlos in Turnschuhen.

Gleirschklamm und Oberbrunnalm

14 Jul

Wandern in der Hitze scheint mein neues Hobby zu werden. Nachdem Hoch Annelie sich verzogen hatte, kam ja Hoch Clara. Angeblich nicht ganz so heiß. Vermutlich war das sogar so, aber ab 30 Grad scheine ich Temperaturunterschiede nicht mehr so differenziert wahrzunehmen. Am Sonntag gab es also mal wieder eine schweißtreibende Wanderung, die nichtsdestotrotz sehr schön war. Gleirschklamm | raupenblau

Ben und Undine hatten die Wanderung (Beschreibung) ausgesucht und wir (Ieva und ich) trafen uns mit ihnen am Wanderparkplatz in Scharnitz. Zunächst geht man eine ganze Weile an der noch jungen Isar entlang, was sehr schön anzusehen ist (siehe oben). Besonders viel Höhe gewinnt man hier zunächst nicht. Nach ungefähr vier Kilometern überquert man einen Zufluss zur Isar, kurze Zeit später noch einmal und dann ist man in der wirklich sehr schönen Gleirschklamm.Gleirschklamm | raupenblau

Der Weg ist gut zu gehen, aber nicht mit Seilen abgesichert wie z.B. in der Höllental– oder Partnachklamm. Die Gleirschklamm ist insgesamt natürlich eher von der kleinen Sorte, aber was ihr an hohen Felswänden fehlt, macht sie durch klares, blaues Wasser wieder wett. Angenehm kühl und schattig ist es auch noch.20150714_gleirschklamm_2_raupenblau

Nach der Klamm geht es wieder auf einem breiteren Weg aufwärts. Nun gewinnt man an Höhe und es wird anstrengender. Nach einiger Zeit kann man den Fahrweg zur Oberbrunnalm verlassen und auf einen Weg über eine Alm wechseln. Ein sehr schönes Wegstück, mit hübschen Kühen. Nochmal ein Stück Fahrweg und man erreicht die Oberbrunnalm (1523 m).

Gleirschklamm Oberbrunnalm | raupenblau

(c) Benjamin Schneeweiß

Nun wurde es etwas seltsam. Kaum hatten wir uns auf der Terrasse hingesetzt, erschien ein etwa 8jähriges Mädchen mit Flasche und Schnapsgläsern und goss uns ungerührt Obstler ein. Wir tranken brav und bestellten Essen von der kleinen Karte. Kurze Zeit später erschien der Wirt und fragte, ob wir schon unseren Begrüßungs-Schnaps gehabt hätten. Wir bejahten. Er goss uns Schnaps ein. Nachdem wir, nun schon leicht angeheitert, unser Essen gegessen hatten, gingen Ben und Undine in die Hütte, Kuchen aussuchen. Der Wirt erschien und fragte mich, welchen Aufstiegsweg wir genommen hätten. Ich antwortet wahrheitsgemäß: “Durch die Klamm.” “Ah was! Durch die Klamm!! Da braucht ihr noch einen Schnapps!” Langsam wurde ich etwas unruhig. Ich erwähnte, dass ich mit dem Auto angereist sei und auch beabsichtigte, den Rückweg so zurückzulegen. Der Wirt schüttelte den Kopf und meinte, ich sei ja nun wohl kaum mit dem Auto durch die Klamm gefahren. Ich guckte flehend und sagte, dass ich wirklich nicht noch einen Schnaps trinken wollen würde. Kurze Zeit später kam Ben aus der Hütte zurück. Natürlich mit Schnaps. Wir aßen noch sehr leckeren Kuchen und verließen die Hütte dann fluchtartig. Gleirschklamm | raupenblau

Nach der Hütte geht es noch eine Weile bergauf, wodurch man den Alkohol hoffentlich gut abbaut. Ab hier wird man immer wieder mit sehr schönen Ausblicken verwöhnt. Irgendwann geht es auch nach rechts hoch zum Zäunlkopf. Das ist vermutlich ein sehr kurzer Anstieg, aber in unserem Hitze-Schnaps-Delirium verzichteten wir lieber. Der Abstieg ist dann anfangs recht steil, aber immer wieder kann man toll Berge gucken:Gleirschklamm | raupenblau

Nach kurzer Zeit trifft man auf einen Fahrweg und geht dann recht gemütlich zurück nach Scharnitz, wo man am Parkplatz Eis essen und die Füße in die Isar hängen kann. Abgesehen von der Hitze eine wirklich sehr schöne Wanderung, die sich mit knapp 800 Höhenmetern gut für eine entspannte Tagestour oder eine sportliche Halbtagestour eignet. Danke Ben und Undine, für diesen tollen Vorschlag!

Nächstes Wochenende gehe ich übrigens nicht wandern. Egal wie das Wetter wird.

Ulm

13 Jul

Ulm, und das war mir bis letzten Samstag gar nicht so bewusst, ist eine Stadt der Rekorde. Zufällig liegt sie auch noch genau zwischen meiner Freundin Nadine und mir, geographisch gesehen. Weswegen wir uns dort trafen.

Wir erklommen den Kirchturm des Ulmer Münsters. Das Ulmer Münster ist die größte evangelische Kirche Deutschlands und der Kirchturm der höchste der Welt, mit 161,53 m.Ulm | raupenblau

Wir stiegen über 768 Stufen auf 143 m und guckten runter:Ulm | raupenblau

Nach dem Abstieg war uns schwindelig, und nachdem die Besteigung der Zugspitze letzte Woche spurlos an mir vorüber gegangen war, hatte ich von den ganzen Treppen gestern Muskelkater. Danach spazierten wir durch das Fischerviertel:Ulm | raupenblau

Dort wartete die nächste Attraktion auf uns, nämlich das schiefste Hotel der Welt:Ulm | raupenblau

Da ja alles so voller Donau war, aßen wir noch etwas leckeren Fisch.Ulm | raupenblau

Nach einem warmen und sonnigen und irgendwie ziemlich guten Nachmittag fuhren wir auf entgegengesetzten Richtungen der A8 wieder davon.

Zugspitze (2962 m)

10 Jul

Wenn man in Deutschland wandert, dann muss man ja irgendwie auch mal den höchsten Punkt erreichen, und das ist nun mal die Zugspitze. Nach der Generalprobe am Wochenende davor war es dann am 5. Juli so weit: gemeinsam mit den Brüdern, der Freundin eines Bruders und einem Kollegen machten wir uns auf den Weg, diesen Berg durch das Reintal zu besteigen (Beschreibung). Um den Ansturm von Samstag auf Sonntag zu vermeiden, hatten wir uns den Montag freigenommen. Startpunkt der Tour ist das Olympia-Skistadion in Garmisch-Partenkirchen und der Weg führt zunächst durch die Partnachklamm (Eintritt: 4 Euro). Es gibt keine Bilder. Hatte keine Lust, welche zu machen.Zugspitze durch das Reintal | raupenblau

Denn nun erinnern wir uns: Das erste Juli-Wochenende war geprägt von Hoch Annelie, oder auch: einer Affenhitze. Es war heiß. Wirklich heiß. Die erste Etappe der Tour führt durch das Reintal bis zur Knorrhütte. Das sind 17 Kilometer und rund 1.300 Höhenmeter. Bis zur Bockhütte (1.052 m) geht es noch, da ist viel Wald. Danach blauer Himmel und Sonne. Sehr viel Sonne. Nach einer kurzen Rast an der Partnach kurz nach der Bockhütte machten wir eine längere Pause an der Reintalangerhütte (1366 m).Zugspitze durch das Reintal | raupenblau

An dieser Stelle hatten wir bereits 14 Kilometer zurück gelegt und gut 600 Höhenmeter überwunden. Einer meiner Brüder hatte sich bedenklich verfärbt, obwohl wir uns alle ständig mit 50+ Sonnencreme einbalsamierten. Nach zwei Skiwassern nahm er glücklicherweise wieder eine normale Farbe an und schlug vor, umzukehren. Bruder 2 machte ein ausgiebiges Nickerchen. Wir testeten auch einen Kaiserschmarrn. Drei Rosinen, kein Foto. Zu heiß. Zugspitze durch das Reintal | raupenblau

Die restlichen knapp 700 Höhenmeter verteilten sich dann nur noch auf drei Kilometer. Das war erstaunlich in Ordnung. Wir waren zwar weiter weg vom Fluss (in dem wir noch einmal unsere Wasservorräte auffüllten), aber auch endlich oberhalb der Latschenkiefern. Es gab ab und zu etwas Wind und das Gelände wurde anspruchsvoller, so dass man sich nicht mehr voll darauf konzentrieren konnte, wie heiß es war. Nach zwei Stunden erreichten wir unser Nachtlager: die Knorrhütte (2.052 m).Zugspitze durch das Reintal | raupenblau

Die Knorrhütte mag ich sehr gerne. Unter anderem gab es Himbeer-Heidelbeer-Milch und anderes Essen. Und eine sehr kalte Dusche. Perfekt. Im Aufstieg hatte es noch mehrfach geheißen, die Hütte sei voll bis unters Dach, aber Annelie hatte wohl einige Menschen an den Badesee statt an den Berg gelockt. So hatten wir luxuriös viel Platz im Lager. Den Abend verbrachten wir damit, die Aussicht zu genießen, UNO zu spielen und wieder eine normale Betriebstemperatur anzunehmen.Zugspitze durch das Reintal | raupenblau

Trotz viel Platz schlief ich in der Nacht kaum. Mein Körper signalisierte mir recht deutlich, dass er das ganze Unterfangen für doof hielt und schickte mich unter anderem viermal aufs Klo. Das im Keller der Hütte ist. Hrmpf. Kurz nach fünf gab es ein heftiges Gewitter und dann eineinhalb Stunden lang Regen. Wir frühstückten und machten uns fertig. Der Regen hörte auf, von der Hitze des Vortags war nichts mehr zu spüren (zum Glück!). Dafür sah es dann so aus:Zugspitze durch das Reintal | raupenblau

Bis zum Gipfel sind es von der Knorrhütte aus nochmal rund 900 Höhenmeter, verteilt auf ungefähr vier Kilometer. Erst einmal überquert man ein großes, relativ flaches Schotter- und Schneefeld. Nun könnte man in die Sonnalpin-Bahn steigen und zum Gipfel fahren. Das machten wir natürlich nicht. Wir konnten ihn ja jetzt schon sehen (der kleine Hubbel neben dem Kran).Zugspitze durch das Reintal | raupenblau

Was nun folgt ist unschön: sehr steiles, sehr fieses Geröll-Feld. Zähne zusammen beißen. Inzwischen regnete es und es ging ein fast schon eisiger Wind. Irgendwann erblickte Bruder 1 das Ende der Tour: eine längere, seilversicherte Passage. Er wies mich darauf hin, dass seine einzige Bedingung an die Tour gewesen sei, nicht an Seilen über Abgründen zu hängen. Tja, da hatte wohl jemand meine E-Mail nicht gelesen. Die seilversicherte Passage ist eigentlich noch einmal ganz lustig (kurz geht man über einen Grat) und die gute Nachricht: ich habe immer noch zwei Brüder*.

Und dann steht man plötzlich auf der Aussichtsplattform der Zugspitzbahn und hat Aussicht. Unter anderem auf den Ostgipfel (es gab mal einen zwei Meter höheren Gipfel, aber den haben die Nazis 1938 weggesprengt): Zugspitze durch das Reintal | raupenblau

So richtig Lust, da hochzuklettern, hatte eigentlich keiner mehr. Aber nun waren wir ja schon einmal da. Wir investierten ca. 30 Sekunden in das obligatorische Gipfelfoto**:Zugspitze durch das Reintal | raupenblau

Danach sprangen wir in die Eibsee-Seilbahn und fuhren ins Tal (30,50 Euro). Da war es dann wieder warm. Mit der Zahnradbahn fuhren wir bis zur Haltestelle Hausberg und liefen in ca. 30 Minuten zurück zum Parkplatz.Zugspitze durch das Reintal | raupenblau

Fazit: Wir waren da. Ich finde die Tour nicht so wunderschön. Am Anfang läuft man sehr lange Forstwege, wenn auch durch das schöne Reintal. Der Teil zwischen Bockhütte und Knorrhütte hat mir eigentlich am besten gefallen. Nach der Knorrhütte sieht man dann sehr schnell die zahlreichen Liftstationen des Zugspitz-Skigebiets. Der letzte Teil des Aufstiegs ist eine Kombination aus purer Folter (steiles Geröll)  und ganz spaßigem Geklettere (seilversicherte Passagen; Meinungen gehen wie gesagt auseinander). Der Gipfel ist einfach kurios. Nochmal werde ich das nicht machen, aber, wie Ben so schön sagte: “Schön es auf dem Wandererportfolio zu haben.”

* Bruder 1 bat seine Freundin ihn daheim daran zu erinnern, einen Zettel in seine Wanderschuhe zu legen, auf dem steht, dass er nie wieder mit mir wandern gehen will.

** Es gibt auch eine Version ohne Finger. So viel Zeit musste dann doch sein. Danke an Kathy!

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