Heimgarten (1790 m) & Herzogstand (1731 m)

22 Apr

Ostern war schön, ich wollte was über Lämmer posten, hab dann aber doch lieber Schoki gefuttert und Eier gesucht. Damit die freien Tage nicht komplett in Trägheit und Essen ausarten, war der Montag schon seit Langem für eine Wanderung reserviert. Mit dabei war meine Kollegin Angela, die freundlicherweise auch die Bilder gemacht hat. Es war Angelas dritte Bergtour überhaupt, nach dem Wendelstein und dem Hörnle. Nach einigem Überlegen hatte ich mich für einen Klassiker entschieden, den ich bisher aber noch nie gegangen bin – die Gratwanderung zwischen Heimgarten und Herzogstand (gute Tourenbeschreibungen hier und für die andere Gehrichtung hier).

Herzogstand | raupenblau

(c) Angela Nienierza

Zum Herzogstand geht eine Seilbahn, aber die Erinnerung an meine Füße nach der Brauneck-Benediktenwand-Tour im letzten Jahr ist noch frisch genug, um den selben Fehler nicht zweimal zu machen: die Bahn ist für den Abstieg da. Wir starteten also an der Talstation der Bahn, gingen dann aber in einem Bogen zum Heimgarten hinauf (einfach den Schildern folgen).

Der Weg (H5) geht sehr schön erst entlang eines Bergbaches, dann in Serpentinen kontinuierlich bergauf durch den Wald. Da man hier schon gut Höhenmeter macht, geht das in die Beine, man wird aber immer wieder mit einem tollen Ausblick auf den Walchensee belohnt.

Walchensee | raupenblau

(c) Angela Nienierza

Nach ca. zweieinhalb Stunden (wir haben etwas länger gebraucht, allerdings mit längerer Pause) erreicht man den Heimgarten-Gipfel. Hier hat man einen tollen Blick auf Walchensee rechts und Kochelsee links sowie auf den Grat hinüber zum Herzogstand (siehe auch Bild ganz oben), dessen Gipfelpavillon gut erkennbar ist. Direkt unter dem Gipfel gibt es auch eine kleine DAV-Hütte, die Heimgartenhütte, die aber gestern noch geschlossen hatte. Wir hatten glücklicherweise eine Wurst dabei, die wir auf dem Gipfel verzehrten.

Grat zum Herzogstand | raupenblau

(c) Angela Nienierza

Über den folgenden Teil des Weges (H1) gehen die Meinungen auseinander – ich fand ihn super und gut zu gehen, Angela fand ihn zwischendurch ziemlich blöd und gar nicht gut zu gehen. Ihr machte vor allem der Schnee, der an einigen Stellen noch auf dem Weg lag und recht rutschig war, zu schaffen. Ich hatte natürlich vorab recherchiert und in den verschiedenen Tourenbeschreibungen wird die Schwierigkeit des Weges eher heruntergespielt, einmal habe ich gelesen, es könne an den meisten Stellen auch ein Bagger fahren (den Bagger möchte ich gerne sehen). Auf der anderen Seite ist der Weg vom DAV mit der Farbe schwarz klassifiziert. Laut DAV bedeutet das: „Schwere Bergwege sind schmal, oft steil angelegt und absturzgefährlich. Es kommen gehäuft versicherte Gehpassagen und/oder einfache Kletterstellen vor, die den Gebrauch der Hände erfordern. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt erforderlich.

Beschilderung Heimgarten | raupenblau

(c) Angela Nienierza

Formal trifft das auf den Grat alles zu, allerdings sind die Kletterstellen wirklich sehr gut mit Drahtseilen gesichert. Für eine(n) halbwegs geübte(n) Bergsteiger(in) ist der Weg wirklich problemlos machbar, aber das ist auch der Knackpunkt: In Turnschuhen, mit Angst und wenig Erfahrung  ist er eine ziemliche Herausforderung. Angela hat sich an den Kletterstellen super geschlagen, war aber vom Schnee stark genervt. Für mich ist das eine „lesson learned“ für die zukünftige Tourenplanung: bei Mitwanderern ohne Erfahrung lieber eine Stufe niedriger ansetzen und bei der Ausrüstung strenger sein, ansonsten ist es für beide kein Spaß. No more wandern in Turnschuhen. Letztendlich kamen wir aber sicher auf dem Herzogstand an (dort waren dann auch schon die anderen Leute in Stoffschuhen) und wurden nach einigen winzigen Regentropfen mit einem dicken Regenbogen belohnt:

Regenbogen über Kochelsee | raupenblau

(c) Angela Nienierza

Auch für eine Portion Kasspatzn im Berggasthof Herzogstand reichte die Zeit noch. Mit der letzten Bahn um 17.45 Uhr (an Sonn- und Feiertagen, sonst 17.15 Uhr; Kosten: 6,70 Euro) fuhren wir ins Tal. Sobald wir im Auto saßen, brach ein Gewitter mit Hagel über die Berge hinein, aber wir waren ja warm und trocken. Für die Tour haben wir knapp sechs Stunden gebraucht, mit weniger Pausen und mit richtiger Ausrüstung sollte sie gut in viereinhalb Stunden machbar sein. Für die insgesamt aber doch 1.265 Höhenmeter sollte man aber schon etwas Kondition mitbringen. Die Tour in diese Richtung zu machen kann ich nur empfehlen: auf der Heimgarten-Seite waren wir fast allein, die Kletterstellen auf dem Grat geht man größtenteils hoch und nicht runter und spart sich den fußzerstörenden Abstieg.

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