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Was man bisher so wanderte

1 Aug

Ja korrekt. Seit über einem halben Jahr kein Blogpost. Grund: Ich dachte ich hätte kein Photoshop mehr und Alternativen wie pixlr und gimp (verlinkt für Mutige und Technikaffine) waren mir nicht so. Damit ich wenigstens am Ende des Jahres auf das Wanderjahr zurückblicken kann, hier ein Mini-Roundup der Touren dieses Jahres. Die Bilder habe ich mir höchstpersönlich aus meinem eigenen Instagram-Account besorgt – wer unbedingt wissen möchte, was ich tagtäglich so mache, kann ja da mal gucken. Unicow | raupenblau

Die erste Wanderung des Jahres im Januar war (man könnte es schon fast eine Tradition nennen) der Zwiesel mit Schneeschuhen. Zurück ging es über das Blomberghaus, das war eine schöne kleine Winterwanderung.Zwiesel | raupenblau

Ebenfalls im Januar stieg ich spontan den Normalweg zum Rotwandhaus hinauf (wo ich ja auch schon öfter mal war). Das Wetter war perfekt, zum Gipfel hoch wurde mir der Schnee dann aber zu tief und ich stapfte einfach wieder runter, vorbei an vielen vielen miesgelaunten Kindern, die das Fehlen einer Seilbahn beklagten. Rotwandhaus | raupenblau

Im Februar ging es dann (ebenfalls zum wiederholten Male) auf den Spitzstein, diesmal mit Schneeschuhen. Die Wandergruppe blieb über Nacht auf der Hütte und ich stieg im Abendlicht alleine ab, das war gleichzeitig etwas gruselig und wunderschön. Der Spitzstein war 2016 auch der letzte Berg gewesen und es war nett, ihn so schnell wieder zu sehen. Spitzstein | raupenblau

Es folgte eine etwas längere Wanderpause, denn ich war drei Wochen in Südafrika. Im April ging es dann allerdings in illustrer Runde auf den bereits bewährten Leonhardstein, der mir auch beim zweiten Aufstieg viel Freude bereitete. Leonhardstein | raupenblau

Ganz April-typisch war der Leonhardstein fast völlig schneefrei, zwei Wochen später standen wir dann in Gamaschen im Winterwunderland am Gindelalmschneid. Auch das keine neue Tour, aber wieder sehr schön zu gehen und auf der Neureuth gab es feines Essen. Gindelalmschneid | raupenblau

Bis zum Mai hatte sich der Schnee dann aber endgültig verzogen und mit lieben Freunden ging es auf die Tegernseer Hütte. Hier war ich schon einmal gewesen, allerdings wählten wir diesmal einen anderen, etwas längeren Aufstieg. Etwas vermisst habe ich das Blumenmeer vom letzten Mal, aber dazu waren wir einfach zu früh dran. Tegernseer Hütte | raupenblau

Der Tegernseer Hütte folgte ein Reisemarathon: Erst war ich beruflich eine Woche in San Diego, dann zu einer Hochzeit eine knappe Woche in Schweden und letztendlich noch einige Tage am Gardasee und am Lago di Ledro. Viele viele Eindrücke und danach saß ich leicht verwirrt in München. Der Freund und ich stiegen dann eines Sonntags in der Früh auf die Aueralm und genossen ein zweites Frühstück, das war sehr nett. Hier komme ich immer gerne hin. Da war dann aber auch einfach schon Juli.Aueralm | raupenblau

Der Juli wurde dafür entschieden bewandert: Eine Woche später ging es mit der Familie des Freundes aufs Brauneck. Obwohl wir die Seilbahn nutzten, im Schneckentempo wanderten, alle einhundert Meter eine ausgiebige Pause machten und die Überschreitung zur Benediktenwand nur leicht andeuteten, hatte ich am nächsten Tag etwas Muskelkater. Ich schämte mich. Brauneck | raupenblau

Der aufmerksamen Leserin wird aufgefallen sein, dass alle Touren im Jahr 2017 bewährte Klassiker waren. Nix neues. Das wurde dann am dritten Juli-Wochenende anders, als wir ein Wochenende auf der Greizer Hütte verbrachten und den Gigalitz bestiegen (er ist immerhin 3001m hoch!) Der war durchaus anspruchsvoll, aber die Wanderung lohnte sich so sehr: Wir sahen Steinböcke, einen Steinadler und viele zufriedene Murmeltiere.Greizer Hütte | raupenblau

Immerhin zehn Bergtage zählt das Jahr 2017 damit schon, aber um das Jahresziel von vier Wochen am Berg zu erreichen, muss natürlich noch einiges passieren. Für diesen Blogpost habe ich Photoshop übrigens gar nicht aufgemacht.

Saftiger Schokoladenkuchen

11 Jan

Ich entschuldige mich vorab für das nicht so ansprechende und mit wenig Liebe inszenierte Bild – der Kuchen wurde rapide verspeist, es blieb nicht viel Zeit. In meinem Leben gibt es diverse (zumeist männliche) Menschen, die Schokolade sehr schätzen. Haben die dann Geburtstag, muss ein Schokoladenkuchen her. Dieser hier ist sehr schokoladig, obwohl man gar keine Schokolade für die Herstellung braucht. Merkt man beim Essen aber nicht20170111_saftiger_schokokuchen_2_raupenblau

Zutaten (für 26cm-Springform):

280 g Butter
8 EL Kakaopulver
250 g Zucker
1 TL Natron
1 Prise Salz
2 Eier
150 g Schmand/Saure Sahne
40 ml Milch
150 g Puderzucker

1) 200 g Butter, 4 EL Kakaopulver und 200 ml Wasser in einem Topf unter Rühren kurz aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und zehn Minuten abkühlen lassen.

2) Ofen vorheizen (200 Grad Ober-/Unterhitze oder 180 Grad Umluft). Mehl, Zucker, Natron und Salz mischen. Nach und nach Eier, Schmand und die abgekühlte Kakaomasse mit dem Rührgerät unterrühren. Nicht erschrecken: Der Teig wird relativ flüssig.

3) Springform fetten, Teig einfüllen und im unteren Drittel des Ofens für ca. 30 Minuten backen. Nicht wundern: Der Teig geht etwas, aber nicht sehr stark auf.

4) Während der Kuchen bäckt, den Guss vorbereiten: 80 g Butter, 4 EL Kakaopulver, Milch und Puderzucker in einem Topf unter Rühren kurz aufkochen.

5) Kuchen aus dem Ofen nehmen, aber in der Form lassen. Auf einem Gitter abkühlen lassen, bis er lauwarm ist. Dann mehrmals einstechen (mit einem Stäbchen oder kleinen Messer) und die Hälfte des Gusses darüber gießen. Der Guss durchdringt nun teilweise den Teig des Kuchens und sorgt für extra Saftigkeit.Saftiger Schokokuchen | raupenblau

6) Wenn der Kuchen ausreichend abgekühlt ist, wird er vorsichtig aus der Form gelöst. Nun den restliche Guss über den Kuchen kippen. Dafür darf der Guss ruhig schon etwas fester sein, sollte sich aber noch gut gießen lassen. Der Guss läuft seitlich am Kuchen herunter, also für eine geeignete Unterlage sorgen. Wer mag streut noch Zucker- oder Schokostreusel auf den Kuchen.

7) Es dauert einige Stunden, bis der Guss trocken ist (etwas klebrig bleibt er). Schneller geht es an einem kühlen Ort.

Der Kuchen hat eine recht dichte Konsistenz, macht erst etwas süchtig und dann schnell sehr satt. Viel Spaß beim Nachbacken!

Berg- und Wanderjahr 2016 – ein Rückblick

10 Jan

Und schwupps – wir sind im Jahr 2017 angekommen! Willkommen, frisches neues Jahr mit deinen ganzen zwölf Monaten. Höchste Zeit, die Bergtouren des letzten Jahres noch einmal Revue passieren zu lassen. Nicht alle habe ich verbloggt, daher gibt es in diesem Beitrag ein paar Instagram-Bonus-Fotos.

20160202_wallberg5_raupenblau

Wallberg

 

Januar

Goldbichl bei Innsbruck (1 Tag)

Wallberg (1 Tag)

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Hinteres Hörnle

Februar

Hinteres Hörnle (1 Tag)

Bodenschneid (1 Tag)

Spitzsteinhaus | raupenblau

Ostern am Spitzstein

März

Aueralm (1 Tag)

Spitzstein und Spitzsteinhaus (2 Tage)

Seekarkreuz | raupenblau

Seekarkreuz

April

Seekarkreuz (1 Tag)

Blick auf das Kaisergebirge beim Aufstieg auf das Trainsjoch | raupenblau

Trainsjoch

Mai

Heiglkopf, Blomberg & Zwiesel (1 Tag)

Nachtwanderung am Zwiesel (1 Tag)

Trainsjoch (1 Tag)

Rotwand | raupenblau

Blick von der Rotwand

Juli

Stepbergalm (1 Tag)

Spitzingsee nach Gaitau (1 Tag)

Brecherspitz (1 Tag)

Edelweiß | raupenblau

Edelweiß an der Haidachstellwand

August

Klettersteig-Wochenende im Rofan (2 Tage)

Innsbruck nach Bozen (7 Tage: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7)

Feierabendtour Aueralm (1 Tag)

Dreitorspitze | raupenblau

Blick von der Meilerhütte Richtung Dreitorspitze

September

Meilerhütte und Dreitorspitze (2 Tage)

Alpspitze | raupenblau

Alpspitze

Oktober

Elmauer Alm (1 Tag)

Alpspitzbahn über Höllentalklamm (1 Tag)

Seebergkopf | raupenblau

Auf dem Seebergkopf

Dezember

Seebergkopf (1 Tag)

Spitzstein (1 Tag)

Spitzstein | raupenblau

Auf dem Spitzstein

Das Bergjahr 2016 hat sich etwas von den vorherigen Jahren unterschieden: Es gab mehr Klettersteig (Rofan und Dreitorspitze) und mit der Alpenüberquerung bin ich das erste Mal richtig lange am Stück gewandert. Gemeinsam mit ihrer Mama und ihrem Bruder habe ich meine kleine Patentochter Sara ihren ersten Berg hinauf geschoben und getragen (zur Aueralm), das war sehr anstrengend, aber ein tolles Erlebnis. Nach dem vielen Wandern im Sommer hatte ich ein kleines Berg-Tief – und das, obwohl mein Körper quasi von selbst wanderte. Obwohl ich so ein tolles Team auf der Tour von Innsbruck nach Bozen hatte, war mir danach, alleine zu wandern und das habe ich auch gemacht und so langsam wieder in meinen Rhythmus gefunden. Die beiden Touren am Jahresende waren dann noch einmal richtig schön und auf der letzten Tour hat mich zum ersten Mal Sebastian auf den Berg begleitet (der Wallberg gilt nur so halb, denn da haben wir die Bahn benutzt). 30 Tage war ich 2016 in den Bergen unterwegs. Damit ist mein Zielwert von einem Monat erreicht.

Mit mir gewandert sind in diesem Jahr (in alphabetischer Reihenfolge):

Andrea, Angela, Anna, Ben, Benjamin, Felix, Guido, Ines, Jessica, Katya, Kilian, Mareike, Nayla, Raphael, Sara, Sebastian, Undine.

Ich bin gespannt, wie das Bergjahr 2017 wird – und freue mich, auf so ein tolles Wanderjahr 2016 zurückblicken zu dürfen.

Frauen helfen Frauen 2016

30 Nov

Kaum zu glauben, aber dieses Jahr werde ich schon den fünften Schuhkarton (2015, 2014, 2013, 2012)  für die Münchner Aktion Frauen helfen Frauen packen! Ich würde mich sehr freuen, wenn es viele von euch gleich tun. Bevor ich ein paar persönliche Worte anschließe, hier erstmal die Rahmendaten zum Projekt, die man auch auf dem Flyer nachlesen kann. 20121212_frauen_helfen_frauen_raupenblau

Die Schuhkartons gehen an Frauen, die in Frauen- und Obdachlosenheimen verteilt werden. Seit Jahren wird diese Aktion von zwei Münchnerinnen, Silke und Heike, organisiert. Die beiden haben ein paar gute Empfehlungen, wie die Kartons gut zu befüllen sind (im letzten Jahr habe ich aufgeschrieben, was ich in meinen Karton gepackt habe):

  • Taschenkalender, schöner Stift oder Kugelschreiber, persönliche Grußkarte
  • Streifenkarte für den MVV
  • Wecker, Uhr
  • Körperpflegeprodukte, die etwas luxuriöser als die Billigmarken sind: Duschbad, Körperlotion, Lippenpflege, Handcreme, Deo, Nagellack, Nagelfeile, …
  • Lesestoff: Taschenbuch, gerne Liebesromane jeder Art, Zeitschriften
  • Handschuhe, Schals und Mützen
  • Accessoires: Tücher, Armreif, Kette, Brosche, Haarreif, Spangen
  • Etwas Süßes: Schokolade, Plätzchen, Nüsse, Pralinen (bitte nichts alkoholgefülltes!) und Bonbons
  • Warme Haussocken, Kuschelsocken,
  • Wolle in verschiedenen Farben, Häkelnadeln, Stricknadeln
  • Gutschein für einen Cafebesuch bei Kaffeehausketten, die es überall in München gibt

Speziell für obdachlose Frauen, die nur temporär Unterkünfte aufsuchen, werden folgende Dinge vorgeschlagen:

  • Warme Socken, dickere Handschuhe, Mützen, kuschelige Strumpfhosen und Socken in großen Größen
  • Hustenbonbons
  • Wärmflaschenetikett_frauen_helfen_frauen

Wenn euer Päckchen an obdachlose Frauen gehen soll, dann gibt es ein Etikett, das man auf das Geschenk kleben kann – so landen die Sachen sicher bei der richtigen Person.

Bis zum 17. Dezember 2016 können die Schuhkartons in diesen beiden Geschäften abgegeben werden:

Buchhandlung Wilma Horne | Wörthstraße 18 | www.buchhandlung-horne.de

Atelier Zierputz | Kurfürstenstraße 19 | www.atelierzierputz.de

Ein wichtiger Hinweis: Die Schuhkartons sollen nicht in Geschenkpapier verpackt werden. Die Organisatorinnen werfen einen kurzen Blick hinein, da leider in der Vergangenheit einige unschöne Dinge auftauchten (angebrochene Pflegeprodukte, alte Kleidung,…). Daher einfach den Schuhkarton so wie er ist abliefern, verpackt wird dann vor Ort.

Ich freue mich schon wieder sehr darauf, meinen Karton zu packen. Zu mir war 2016 insgesamt sehr gnädig, aber die Welt im Allgemeinen hat es ganz schön gebeutelt. In einer Welt, die gefühlt zunehmend auseinander driftet, kann ein bisschen extra Liebe nicht schaden. Und wenn man die in einen Schuhkarton packen kann, dann bin ich dabei.

Die Aktion lebt davon, dass wir sie weiter erzählen – also teilt diesen Beitrag, verschickt den Flyer und packt Päckchen!

Von Innsbruck nach Bozen: Tag 7 (Latzfonser Kreuz bis Oberbozen)

24 Okt

Der siebte und letzte Tag unserer Mini-Alpenüberquerung. Wir hatten noch einmal einiges an Strecke zu überwinden, allerdings ging es nun hauptsächlich bergab, Bozen entgegen.

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Im Morgenlicht am Latzfonser Kreuz

Zu den Daten des Tages:

Ausgangshöhe: 2.304 Meter
Zielhöhe: 1.209 Meter
Höchster Punkt: 2.343 Meter
Tiefster Punkt: 1.209 Meter
Höhenunterschied: 433 Hm auf, 1.531 Hm ab
Strecke: 25,4 Km

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Wilde Wolken vor Dolomiten

Der Tag war etwas bittersüß. Einerseits freute ich mich (und die anderen sicher auch) sehr darauf, anzukommen. Auf der anderen Seite war gerade der letzte Abend am Latzfonser Kreuz so magisch (und die Aussicht am Morgen fantastisch) und während wir langsam abstiegen, fing ich schon an, die Berge zu vermissen. Denn natürlich wurde die Gegend von Schritt zu Schritt touristischer und erschlossener. Eine kurze Zeit gingen wir noch über eine relativ einsame Hochebene. Aber sehr bald trafen wir auf zahlreiche Hütten und Weidezäune und wurden von Autos überholt.

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Auf dem Weg zum Rittner Horn

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Auf dem Weg zum Rittner Horn

Nach einem eher kleinen Aufstieg erreichten wir mit dem Rittner Horn unseren letzten Gipfel. Die Raststation hier erinnerte an einen alten Bahnhof, der Kaiserschmarrn war leider eher enttäuschend (3 Rosinen, schmeckte fettig und unfluffig, hatte aber viel Puderzucker und Rosinen).

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Kaiserschmarrn am Rittner Horn

Danach folgte ein langer Abstieg, erst über Wiesen (etwas ungemütlich entlang einer Skipiste), dann durch schöne Pinienwälder.

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Auf dem Weg nach Oberbozen

Das Highlight war die Lama- und Alpaka-Zucht kurz vor Oberbozen. Hier trafen wir auf den erfolgreichsten Lama-Hengst Europas, der für das Foto leider nur sein Hinterteil präsentierte.

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Der erfolgreichste Lama-Hengst Europas von hinten

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Nachwuchs

Und dann waren wir endlich in Oberbozen und es gab Eiskaffee. Nach Bozen hinunter gönnten wir uns die Seilbahn. Meine Knie und Füße dankten es mir. In Bozen fanden wir schnell unsere Unterkunft (die neben uns von einem Ehepaar bewohnt wurde, das eigentlich immer Pyjamas trug). Hier wurde geduscht und alle bis auf den armen Guido wechselten in alternatives Schuhwerk. Es war definitiv ein super Gefühl, in Leggings, T-Shirt und Turnschuhen und vor allem ohne Rucksack durch die Stadt zu laufen. Wir genossen ein sehr leckeres Abendessen im Nussbaumer und natürlich ein Eis im Anschluss. Auf dem Heimweg fing es an zu regnen, aber so im Tal ist einem das ja eher egal. Am nächsten Tag besuchten wir noch Ötzi (schon lange ein Wunsch von mir) und am Abend brachte uns der Flixbus zurück nach Österreich bzw. Deutschland. Innerhalb weniger Stunden fuhren wir so die Strecke zurück, die wir eine Woche lang zu Fuß gelaufen sind:

Ausgangshöhe: 960 Meter
Zielhöhe: 1.209 Meter
Höchster Punkt: 2.646 Meter
Tiefster Punkt: 948 Meter
Höhenunterschied: 8.085 Hm auf, 8.580 Hm ab (Seilbahn nicht beachtet)
Strecke: 106 Km

So weit bin ich vorher definitiv nie am Stück gelaufen. Es war auf jeden Fall anstrengend, aber auch ein tolles Erlebnis. Unsere Gruppe hat gut funktioniert, was sicher nicht selbstverständlich ist. Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter und (da wir schon im April unsere Unterkünfte gebucht hatten) meistens den Luxus, im Zimmer statt im Lager zu übernachten.

Das Beste an der ganzen Sache (außer der vielen vielen Bergzeit) war aber definitiv die Tatsache, dass man auf so einer Tour sehr viel essen kann. Ich habe sicher doppelt so viel gefuttert wie sonst an einem Tag, denn mein Körper hat jeden Bissen davon gebraucht. Da ich sehr gerne esse, war das prima. Unterm Strich würde ich es also auf jeden Fall wieder tun.

Hier geht es zu den anderen Etappen der Tour.

Siebdruck

20 Okt

Vor lauter Wandern und Berge sieht man den Blog fast gar nicht mehr, aber natürlich passieren in meinem Leben auch noch andere Dinge. Beispielsweise wurde mir von meinen Kolleginnen und Kollegen ein Siebdruck-Workshop in der Silberfabrik zum Geburtstag geschenkt. Igel-Icon by ludmil under creative common licence https://thenounproject.com/Maludk/collection/autumn-day/?i=582725Letztes Wochenende wurden Andrea und ich dann aktiv und druckten unter der Anleitung von Silberfabrik-Chefin Sarah was das Zeug hielt. Siebdruck funktioniert erstaunlich einfach und toll. Wir waren beide ganz begeistert und konnten uns kaum trennen.

Der Igel war eines meiner vier Motive – man kann natürlich noch wesentlich filigranere Drucke machen. Gefunden habe ich die Vorlage bei The Noun Project. Der Künstler ist ludmil und hier findet ihr das Igelchen, zusammen mit anderen tollen Herbst-Motiven.

Von Innsbruck nach Bozen: Tag 6 (Penser Joch bis Latzfonser Kreuz)

20 Okt

Tag 6 der Mini-Alpenüberquerung startete mit Liebe und Freude: Ben hatte Geburtstag! Am Vorabend hatte es kurz und entschieden gehagelt, und am Morgen war es bewölkt. Glücklicherweise hielt das Wetter, bis auf zweimal kurzen Nieselregen. Wir starteten um 8 Uhr, da wir einiges an Strecke vor uns hatten. Auf der Karte sah es nach relativ wenig Höhenmetern aus, was aber nicht so ganz stimmt, wenn man sich die Daten des Tages anguckt:

Ausgangshöhe: 2.213 Meter
Zielhöhe: 2.304 Meter
Höchster Punkt: 2.575 Meter
Tiefster Punkt: 2.036 Meter
Höhenunterschied: 1.195 Hm auf, 1.113 Hm ab
Strecke: 19,9 Km

Penser Joch über Marburger Hütte bis Latzfonser Kreuz | raupenblau

Auf dem Weg zur Flaggerschartenhütte

Obwohl wir immer über 2.000 Meter blieben, gab es doch einiges an Auf und Ab. Allerdings war die Landschaft sehr ansprechend, mit tollen Ausblicken, kleinen Bachläufen und Seen und netten Tieren. Unter anderem trafen wir weitere Murmeltiere und eine kleine Herde junger Haflinger, denen Undine zu ihren ersten Bissen Apfel verhalf – man hat Pferde selten so begeistert gesehen.

Penser Joch über Marburger Hütte bis Latzfonser Kreuz | raupenblau

Glückliche Haflinger

Sehr schöne Kühe gab es auch.

Penser Joch über Marburger Hütte bis Latzfonser Kreuz | raupenblau

Fotogener Jungbulle

Unterwegs stellte sich heraus, dass unsere Tagesetappe zwei Etappen der Hufeisentour entsprach. Wir trafen diverse Hufeisentour-Geher, die zum Teil recht stark jammerten über die schwierigen Wege und die weiten Strecken. Ich frage mich, wie diese Tour vermarktet wird. Einige der Wanderer waren interessant ausgerüstet und trugen bemerkenswert große Rucksäcke auf dem Rücken.

Penser Joch über Marburger Hütte bis Latzfonser Kreuz | raupenblau

Marburger Hütte/Flaggerschartenhütte

An der Marbuger Hütte/Flaggerschartenhütte machten wir eine Mittagspause und verspeisten den kleinen Kuchen, den wir für Ben dabei hatten. Die zweite Etappe bis zum Schutzhaus Latzfonser Kreuz zog sich dann etwas – insgesamt war sie zwar sehr gut zu gehen (es gab an diesem Tag insgesamt nur zwei Seilsicherungen), aber meinen Füßen reichte es langsam mit Wandern und sie taten ziemlich weh. Gemeinerweise zeigt sich die Hütte auch wirklich erst dann, wenn man schon fast davor steht.

Penser Joch über Marburger Hütte bis Latzfonser Kreuz | raupenblau

Endlich! Das Schutzhaus Latzfonser Kreuz zeigt sich.

Dafür lohnte sich das Tagesziel: Das Schutzhaus Latzfonser Kreuz ist sehr schön, das Essen lecker, die Wirtsleute nett, ihre Hunde flauschig und der Blick auf die Dolomiten fantastisch. Trotz beanspruchter Füße juckte es mich in denselben beim Anblick der markanten Gipfel. Dann gab es auch noch ganze 90 Sekunden warmes Wasser für einen Euro.Wir waren glücklich.

Penser Joch über Marburger Hütte bis Latzfonser Kreuz | raupenblau

Schutzhaus Latzfonser Kreuz

Das sagen die Mitwanderer:

Guido: „Die Hütte kommt und kommt nicht.“

Ben: „Heute kann es regnen, stürmen oder schreien, denn ich schrei‘ ja selber, wie der Sonnenschein.“

Undine: „…“

Penser Joch über Marburger Hütte bis Latzfonser Kreuz | raupenblau

Vollmond über Dolomiten

Als die Mitwanderer nach einer kleinen Runde Yoga im Freien schon im Bett lagen, saß ich noch ein bisschen draußen, telefonierte kurz mit Bastian und bewunderte den Vollmond. Das war ein wirklich schöner, friedlicher Moment, für den allein sich die ganze Schinderei schon gelohnt hat.