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Neue Bamberger Hütte

12 Apr

Das Osterwanderungen schneereich sein können, haben wir ja inzwischen gelernt. Diesmal waren wir also lieber proaktiv und haben uns nach Österreich begeben, um die vermutlich letzte Runde Schneeschuhspaß in dieser Saison zu genießen.

20180412_neue_bamberger_hütte_2_raupenblauDa ein Teil des Wanderteams am Karfreitag familiäre Verpflichtungen hatte, starteten wir am Samstag und stiegen an diesem Tag auf zur Neuen Bamberger Hütte. Das war es auch schon,  denn das Wetter war schlecht und wir pelzten den Rest des Tages bei hervorragendem Essen im gemütlichen Gastraum herum.

20180412_neue_bamberger_hütte_6_raupenblauAm Ostersonntag war die Hütte betriebsam: Eine Summit Club Gruppe brach auf zum Skitourengehen und wir waren irgendwann die letzten im Frühstücksraum. Hupsi. Das Wetter war immer noch mies, aber nach Konsultation mit dem Hüttenwirt brachen wir auf in den Nebel.

20180412_neue_bamberger_hütte_7_raupenblau Es ging Richtung Tristkopf, wobei von Anfang an unklar war, ob der Gipfel überhaupt eine Option ist, denn die Lawinenwarnstufe war mit 3 schon kritisch. Wir navigierten also sorgfältig um steile Hänge herum und das Wetter wurde immer grimmiger. Ca. 300 Meter unterhalb des Gipfels entschieden wir uns dann umzukehren. Auf dem Rückweg genossen wir alle ein Eishagel-Peeling und waren froh, wieder im Warmen zu sein.

20180412_neue_bamberger_hütte_3_raupenblauAuf der Hütte gab es Kaiser (4 von 5 Rosinen: keine Rosinen, könnte etwas stärker karamellisiert sein, aber sehr angenehme Konsistenz und kaiseriger Geschmack), abends wieder ein absolut schmackhaftes Menü (Steak?!) und wir rollten ins Lager. Vorfreudig, denn die Wettervorhersage für den Ostermontag war super.

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20180412_neue_bamberger_hütte_5_raupenblauWir wurden nicht enttäuscht – am Montag strahle die Sonne und wir verbrachten einen fröhlichen Vormittag bei Traumkonditionen im schönsten Schnee. Einen Gipfel steuerten wir nicht mehr an, da wir an diesem Tag noch absteigen und zurückfahren mussten. Es war trotzdem super.

20180412_neue_bamberger_hütte_1_raupenblauZurück auf der Hütte gab es ein kleines Drama: Einen Tag vor Saisonende wurde kein Kaiserschmarrn mehr produziert. Wir trösteten uns mit sehr leckerem Kuchen und stiegen dann gemütlich ab. Es war ein wirklich schönes Osterwochenende, das Gebiet rund um die Hütte ist ein Traum (wir wollen im Sommer unbedingt zurück kommen!) und das Hüttenteam einfach lieb.

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Solsteinhaus und ein Erlspitze-Versuch

2 Jun

Letzte Woche, die Kollegen waren grade von einer Tagung in der Karibik zurück gekehrt und hatten freundlicherweise auch die Sonne wieder mitgebracht, saßen wir so im Büro. Und fanden, man könne ja mal demnächst einen Klettersteig machen. Und mal wieder auf einer Hütte übernachten. Und warum eigentlich nicht beides gleich nächstes Wochenende? Es folgten eine leicht chaotische Recherche-Phase und diverse verzweifelte Versuche, mit Hütten Kontakt aufzunehmen. Samstag Mittag saßen wir dann aber im Auto mit Zielrichtung Hochzirl.Solsteinhaus | raupenblau

Wir passierten Garmisch, das von unglaublichen Mengen Polizisten bevölkert wird (G7) und überquerten die provisorisch errichtete und hervorragend bewachte Staatsgrenze und kurz danach die echte, nicht weiter bewachte Staatsgrenze. Am Landeskrankenhaus Hochzirl (994 m), das seltsam weit oben am Berg liegt, ließen wir das Auto zurück und machten uns auf den Weg Richtung SolsteinhausSolsteinhaus | raupenblau

Zunächst geht man eine Weile einen wenig spektakulären Forstweg entlang, kommt dann aber recht bald auf einen angenehmen Wanderweg. An der Solnalm (1643 m) gab es niedliche Lämmer und Schafe zu begutachten, die sich wenig beeindruckt von unserer Anwesenheit zeigten:Solsteinhaus | raupenblau

Nach der Alm steigt man leicht ab und überquert einen kleinen Fluß. Das Gelände wird schon toll felsig und Berggefühl kommt auf – hier ist ungefähr die Mitte der Tour bis zur Hütte und ein prima Platz für Bergeier, Bergkäse und anderes Bergessen. Solsteinhaus | raupenblau

Nach insgesamt drei Stunden inklusive ausführlicher Pause kamen wir am Solsteinhaus (1905 m) an:Solsteinhaus | raupenblau

Wir wurden sehr freundlich empfangen und konnten direkt unser gemütliches Zimmer mit fantastischem Bergblick beziehen:Solsteinhaus | raupenblau

Überhaupt waren wir von der Hütte sehr begeistert. Die Wirte und die Mitarbeiter waren nett und hilfsbereit, alles war sauber und gut organisiert und das Essen ein Traum. Draußen war es doch noch recht kühl, und wir verbrachten den Abend am Kachelofen. Natürlich hielten wir die Hüttenruhe brav ein, im Gegensatz zu einer Gruppe amerikanischer Wanderer, die mitten in der Nacht sehr laut amerikanische Dinge sagten. Irgendwann schliefen sie zum Glück ein und ich konnte von einem Zwergerlaufstand auf dem Gang absehen.Solsteinhaus | raupenblau

Am nächsten Morgen sah es nebelig aus, aber während des Frühstücks zeigte sich schon, dass die Wolken aufreißen würden. Leider stellte sich heraus, dass unser geplanter Klettersteig auf die Erlspitze noch unter Schnee begraben lag. Wir entschieden uns also für den Normalweg, der relativ direkt und dementsprechend steil auf den Gipfel führt. Auch hier sahen wir recht schnell, dass noch einiges an Schnee in den Rinnen liegt:Solsteinhaus | raupenblau

Der Aufstieg ist ein ganzes Stück seilversichert mit Kletterstellen, die aber gut machbar sind. Die Landschaft ist außerordentlich schön, mit tollen Felsen:Solsteinhaus | raupenblau

Nach einiger Zeit hörten wir Steine durch eine Steilwand fallen und entdeckten nach und nach einige Gämsen, die bereitwillig für Fotos posierten (im Gegensatz zu diesem Tier im Jahr 2012):

Solsteinhaus | raupenblau

(c) Felix Frey

Leider mussten wir auch diesen Weg nach der Seilversicherung abbrechen. Als nächstes wären einige Kehren gekommen, die unter Altschnee lagen. Auf dem Schnee konnte man nicht gehen und das Gelände daneben war sehr steil und durch den Regen in der Nacht rutschig. Da wir uns im Absturzgelände befanden, entschieden wir, das Risiko nicht einzugehen (vor allem der Abstieg wäre sehr unangenehm geworden) und den Versuch 200 Höhenmeter unter dem Gipfel abzubrechen. Genau wie letztes Jahr haben wir nun also einen Berg, den wir später im Jahr noch einmal angehen ‚müssen‘.Solsteinhaus | raupenblau

Zurück am Solsteinhaus waren wir irgendwie doch schon wieder hungrig. Ein leckeres Süppchen wurde verzehrt, gefolgt von einem Kaiser- und einem Blaubeerschmarrn. Die Gruppe kam übereinstimmend zu einer Kaiser-Wertung von vier Rosinen, da der Kaiser etwas fettig war und ein klein bisschen mehr Mehl vertragen könnte. Allerdings war er super karamellisiert, enthielt eingelegte Rosinen und ausreichend Puderzucker. Der Blaubeerschmarrn war auch super, wird aber aufgrund mangelnder Vergleichbarkeit hier nicht bewertet. Solsteinhaus | raupenblau

Nach einigem Überlegen entschieden wir uns, nicht den Umweg über die Neue Magdeburger Hütte zu gehen, sondern dem Aufstiegsweg zurück zum Auto zu folgen. Das war auch eine gute Idee, denn wir waren doch alle recht müde und Regen zog auf. Unterwegs fanden wir noch einen Latschenkiefer-Setzling, den wir nach dem Hütten-Nachwuchs Luis tauften und begegneten einer freundlichen Bergraupe (die der Heideraupe auf Rømø verdächtig ähnlich sieht):Solsteinhaus | raupenblau

Heute, zwei Tage später, plagt mich immer noch ein ziemlicher Muskelkater. Ich tröste mich damit, dass wir eine tolle Hütte in einem spannenden Gebiet entdeckt haben und jetzt ein neues Stückchen Karwendel kennen – Rückkehr-Potential!