Tag Archives: Kaiserschmarrn

Von Innsbruck nach Bozen: Tag 7 (Latzfonser Kreuz bis Oberbozen)

24 Okt

Der siebte und letzte Tag unserer Mini-Alpenüberquerung. Wir hatten noch einmal einiges an Strecke zu überwinden, allerdings ging es nun hauptsächlich bergab, Bozen entgegen.

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Im Morgenlicht am Latzfonser Kreuz

Zu den Daten des Tages:

Ausgangshöhe: 2.304 Meter
Zielhöhe: 1.209 Meter
Höchster Punkt: 2.343 Meter
Tiefster Punkt: 1.209 Meter
Höhenunterschied: 433 Hm auf, 1.531 Hm ab
Strecke: 25,4 Km

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Wilde Wolken vor Dolomiten

Der Tag war etwas bittersüß. Einerseits freute ich mich (und die anderen sicher auch) sehr darauf, anzukommen. Auf der anderen Seite war gerade der letzte Abend am Latzfonser Kreuz so magisch (und die Aussicht am Morgen fantastisch) und während wir langsam abstiegen, fing ich schon an, die Berge zu vermissen. Denn natürlich wurde die Gegend von Schritt zu Schritt touristischer und erschlossener. Eine kurze Zeit gingen wir noch über eine relativ einsame Hochebene. Aber sehr bald trafen wir auf zahlreiche Hütten und Weidezäune und wurden von Autos überholt.

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Auf dem Weg zum Rittner Horn

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Auf dem Weg zum Rittner Horn

Nach einem eher kleinen Aufstieg erreichten wir mit dem Rittner Horn unseren letzten Gipfel. Die Raststation hier erinnerte an einen alten Bahnhof, der Kaiserschmarrn war leider eher enttäuschend (3 Rosinen, schmeckte fettig und unfluffig, hatte aber viel Puderzucker und Rosinen).

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Kaiserschmarrn am Rittner Horn

Danach folgte ein langer Abstieg, erst über Wiesen (etwas ungemütlich entlang einer Skipiste), dann durch schöne Pinienwälder.

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Auf dem Weg nach Oberbozen

Das Highlight war die Lama- und Alpaka-Zucht kurz vor Oberbozen. Hier trafen wir auf den erfolgreichsten Lama-Hengst Europas, der für das Foto leider nur sein Hinterteil präsentierte.

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Der erfolgreichste Lama-Hengst Europas von hinten

Latzfonser Kreuz über Rittner Horn bis Oberbozen | raupenblau

Nachwuchs

Und dann waren wir endlich in Oberbozen und es gab Eiskaffee. Nach Bozen hinunter gönnten wir uns die Seilbahn. Meine Knie und Füße dankten es mir. In Bozen fanden wir schnell unsere Unterkunft (die neben uns von einem Ehepaar bewohnt wurde, das eigentlich immer Pyjamas trug). Hier wurde geduscht und alle bis auf den armen Guido wechselten in alternatives Schuhwerk. Es war definitiv ein super Gefühl, in Leggings, T-Shirt und Turnschuhen und vor allem ohne Rucksack durch die Stadt zu laufen. Wir genossen ein sehr leckeres Abendessen im Nussbaumer und natürlich ein Eis im Anschluss. Auf dem Heimweg fing es an zu regnen, aber so im Tal ist einem das ja eher egal. Am nächsten Tag besuchten wir noch Ötzi (schon lange ein Wunsch von mir) und am Abend brachte uns der Flixbus zurück nach Österreich bzw. Deutschland. Innerhalb weniger Stunden fuhren wir so die Strecke zurück, die wir eine Woche lang zu Fuß gelaufen sind:

Ausgangshöhe: 960 Meter
Zielhöhe: 1.209 Meter
Höchster Punkt: 2.646 Meter
Tiefster Punkt: 948 Meter
Höhenunterschied: 8.085 Hm auf, 8.580 Hm ab (Seilbahn nicht beachtet)
Strecke: 106 Km

So weit bin ich vorher definitiv nie am Stück gelaufen. Es war auf jeden Fall anstrengend, aber auch ein tolles Erlebnis. Unsere Gruppe hat gut funktioniert, was sicher nicht selbstverständlich ist. Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter und (da wir schon im April unsere Unterkünfte gebucht hatten) meistens den Luxus, im Zimmer statt im Lager zu übernachten.

Das Beste an der ganzen Sache (außer der vielen vielen Bergzeit) war aber definitiv die Tatsache, dass man auf so einer Tour sehr viel essen kann. Ich habe sicher doppelt so viel gefuttert wie sonst an einem Tag, denn mein Körper hat jeden Bissen davon gebraucht. Da ich sehr gerne esse, war das prima. Unterm Strich würde ich es also auf jeden Fall wieder tun.

Hier geht es zu den anderen Etappen der Tour.

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Von Innsbruck nach Bozen: Tag 3 (Innsbrucker Hütte bis Tribulaunhütte)

13 Okt

Tag 3 der Fast-Alpenüberquerung war eher so das, was man sich unter einer Tagestour vorstellt. Nach dem langen zweiten Tag war das auch gut so. Nach einem gemütlichen Frühstück warteten wir (vergeblich) darauf, dass unsere am Vorabend gewaschene Kleidung trocknete und machten uns gegen 9 Uhr auf den Weg – behängt wie Kleiderständer.

Innsbrucker Hütte bis Tribulaunhütte | raupenblau

Schafe an der Innsbrucker Hütte

Wie am Vortag war das Wetter schön, im Laufe des Tages wurde es richtig warm. An der Innsbrucker Hütte weiden Schafe, und so stiegen wir erst einmal durch Schafkacke ab, später wurden daraus Grashüpfer. Der Abstieg war ganz schön steil, wir bewältigten ihn aber recht zügig und waren am späten Vormittag im Tal bei Gschnitz, wo wir uns im Gasthaus Feuerstein einen Snack gönnten (bei mir war es eher ein ausgewachsener Eis-Palatschinken). Mein geliebtes Mobiltelefon hatte passenderweise beschlossen, auf dieser Tour jegliche Akku-Zuverlässigkeit aufzugeben und ich durfte es im Gasthaus netterweise aufladen. Wir hingen da eine Weile rum.

Innsbrucker Hütte bis Tribulaunhütte | raupenblau

Die nächste zu überwindende Bergkette

Nach kurzer Diskussion beschlossen wir, für den Aufstieg zur Tribulaunhütte (der österreichischen) den Forstweg zu nutzen, der uns nach kurzer Zeit an einen sehr schönen Bergbach führte. Dort nahmen wir zur Abwechslung einen Snack zu uns und hängten die Füße ins kalte Nass. Nachdem wir von freundlichen jungen Kühen abgeschleckt worden waren, erreichten wir (nach einem einfachen, wenn auch Temperatur bedingt schweißtreibenden Aufstieg) gegen 16 Uhr die Tribulaunhütte. Diese Hütte habe ich ja sehr ins Herz geschlossen: Sie ist ein lustiger Würfel aus den späten 1970er Jahren, die 2014 saniert wurde. Dadurch ist sie modern, hat ihren 70er-Jahre-Charme aber glücklicherweise behalten.

Innsbrucker Hütte bis Tribulaunhütte | raupenblau

Pause auf dem Weg zur Tribulaunhütte

Wir genossen den langen freien Abend, aßen Brot mit Ei und Kaiserschmarrn (leider nur 3 Rosinen in der Kaiser-Wertung: keine Rosinen, unfluffig, unsüß und nicht karamellisiert) und spielten Spiele. Der kompetitive Charakter der Brettspiele trug allerdings nicht zum Zusammenhalt in der Gruppe bei und ließen es wieder sein. Auf der Tribulaunhütte kann man theoretisch kostenlos warm duschen, wir waren aber zu früh dran und der Wärmespeicher noch nicht gefüllt. Außerdem gibt es nur eine frei zugängliche Steckdose, was meinen Akku-Problemen natürlich nicht entgegen kam.

Innsbrucker Hütte bis Tribulaunhütte | raupenblau

Tribulaunhütte

Zu den Eckdaten des Tages:

Ausgangshöhe: 2.369 Meter
Zielhöhe: 2.064 Meter
Höchster Punkt: 2.372 Meter
Tiefster Punkt: 1.277 Meter
Höhenunterschied: 1.182 Hm auf, 1.482 Hm ab
Strecke: 10,4 Km

Und das sagen die Mitwanderer:

Ben: „Meine Wadln sind hart wir Kruppstahl.“

Undine (bei der Waden-Massage): „Wenn du auch immer so rennen musst.“

Guido: „Keine Tiere gesehen.“ [Anm. d. Autorin: Das stimmt nicht ganz. Guido und Undine haben eine Maus gesehen. Kühe und Schafe wurden ab Tag 2 nicht explizit mehr berücksichtigt.]

In der Tribulaunhütte schliefen wir im Lager, gemeinsam mit zwei Herren, die zwar recht lange und laut im Gastraum feierten, dann aber vorbildlich leise ins Lager huschten (unsere Zu-Bett-Geh-Zeit war meistens 21 Uhr) und nicht schnarchten. Die Hütte wird von einer sehr lieben Wirtsfamilie inklusive Oma bewirtschaftet und wir haben uns hier sehr gut aufgehoben gefühlt. Der eher ruhige Tag war im Nachhinein gesehen ein Segen, denn der nächste sollte es (Achtung: Cliffhanger) in sich haben. Ach ja: Und die Wäsche wurde trocken.

Klettersteig-Wochenende im Rofan-Gebirge

31 Aug

Anfang August war ich mit den üblichen Verdächtigen ein Wochenende im Rofan-Gebirge unterwegs; Klettersteige sollten auf dem Programm stehen. Vor zwei Jahren habe ich beim DAV einen Klettersteig-Kurs gemacht und berichtete damals schon von meinen etwas gemischten Gefühlen: Irgendwie macht es schon Spaß, aber der Sicherung vertraue ich nicht und bin mir deswegen unsicher, ob sowas ins Berg-Repertoire überhaupt reingehört. Beim Rofan-Wochenende waren wir zu viert, und zwei von uns hatten gar keine Klettersteig-Erfahrung.Rofan | raupenblau

Wir starteten am Sonntag mit dem Auto nach Maurach und fuhren mit der Rofan-Seilbahn hinauf zur Erfurter Hütte (die ich sehr mag). Am ersten Tag wollten wir uns dem Übungsklettersteig widmen, der auch schnell gefunden war (eine Übersicht der Klettersteige im Rofan gibt es hier). Übungsklettersteig Rofan | raupenblau

Der Steig ist größtenteils Schwierigkeitsgrad A/B, der Einstieg ist allerdings C. Hier ging es unseren beiden Anfängern auch wie mir damals im Kurs: Irgendwie ist das doch schwieriger, als man sich das vorgestellt hatte. Klettersteige sind nun mal doch eher klettern als wandern. Die Begeisterung hielt sich eher in Grenzen, obwohl alle den Steig gut bewältigten. Zum Glück sahen wir danach ein paar Murmeltiere.Grubersee Rofan | raupenblau

Um den Schock zu verdauen machten wir aber an diesem Tag keinen weiteren Klettersteig mehr – stattdessen wanderten wir gemütlich hinauf zu Rofanspitze, vorbei am kleinen Grubersee.Rofan | raupenblau

Zurück zur Hütte ging es vorbei am Rosskopf (wo wir den dortigen Klettersteig ehrfürchtig bestaunten), der Seekarlspitze und dem Gschöllkopf. Auf der Hütte gab es ein schönes Schnitzel für mich, ich war dementsprechend mit dem Tag sehr zufrieden.

Am nächsten Tag wurde dann kontrovers diskutiert, ob wir denn nun nochmal einen Klettersteig machen sollten. Wir entschieden uns für ja, und zwar für die Haidachstellwand. Der Steig hat den Vorteil, dass man an mehreren Stellen aussteigen kann. Den ersten Teil empfand ich als ziemlich einfach, inzwischen hatte ich mein Klettergefühl auch gefunden. Allerdings war viel los und unsere beiden Einsteiger beschlossen, den Rest des Gipfels lieber ganz normal zu Fuß zu erklimmen. Ich ließ den mittleren Teil aus, war aber gespannt auf die Seilbrücke im letzten Teil. Bevor ich diese erreichte, hatte ich aber ein bisschen Probleme mit dem Rucksack: Meine daran befestigten Stöcke verfingen sich im Drahtseil, ich musste, da niemand in der Nähe war, den Rucksack mitten im Klettersteig abnehmen und kontrollieren, ob alles noch fest war. Das ist noch so eine Sache, die mich am Klettersteig nervt: Keine Kletterschuhe, dafür die ganze Wanderausrüstung auf dem Rücken. Die Seilbrücke war dann ganz nett und der Rest des Steiges unspektakulär. Achensee und Erfurter Hütte | raupenblau

Dafür belohnte die Haidachstellwand mit einer tollen Aussicht und vielen vielen Edelweiß! Edelweiß | raupenblau

Zurück auf der Hütte gab es denn einen Belohnungs-Kaiserschmarrn, ich glaub das waren 3 Rosinen in der Kaiserwertung. Leider kann ich mich nicht mehr an die Details erinnern. Muss man evtl. mal nachmessen. Kaiserschmarrn Erfurter Hütte | raupenblau

Als Fazit würde ich sagen: Klettersteig-Fan bin ich auch nach diesem Wochenende nicht. Es ist ganz spaßig, ich mag ja Fels, aber unterm Strich ist es mehr Stress als Spaß. Zu viel Zeug, zu seltsame Sicherung. Vielleicht muss man auch an der Gruppenzusammensetzung drehen bzw. erstmal ein passendes Anfänger-Gebiet identifizieren, wo in Ruhe geübt werden kann. Dafür war es im Rofan einfach mal wieder wunderschön. Als krönenden Abschluss gönnten wir uns noch eine sehr lustige Fahrt mit AIRROFAN – es lohnt sich!

Von Spitzingsee nach Gaitau über Rotwandhaus und Soinsee

18 Jul

Die lieben Wander-Kolleg_innen wollten gerne zum Rotwandhaus. Schon immer quasi. Zähneknirschend (ich war da schon mal: 1, 2, 3, 4, 5) stimmte ich zu. Es ist ja schon schön da und der Kaiserschmarrn gut (dazu später mehr). Um den faden Normalweg zu meiden, wählten wir den schönen Aufstieg über den PfanngrabenPfanngraben | raupenblau

Leider sind Gumpen schwierig zu fotografieren, aber der lange, nicht sehr steile Anstieg am Bach entlang ist wirklich sehr sehenswert. Auch bei eher feuchtem Wetter wie am Samstag.Pfanngraben | raupenblau

Nach dem Pfanngraben geht man kurz durch den Wald, dann über eine (matschige) Wiese an der Kümpfl-Alm vorbei und schließlich kurz steil hinauf zur Kümpflscharte. Und schon gibt es Kaiserschmarrn. Der war wieder recht lecker, ich würde ihn knapp unter 5 Rosinen einordnen. Er war schon mal ein bisschen knuspriger an der Oberfläche. Rotwandhaus | raupenblau

Nach der Stärkung machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Gipfel der Rotwand, von wo man einen tollen Blick auf die aktuell sehr grünen Berge hat – der viele Regen macht schon fast Dschungel-Gefühle. Unterwegs streichelten wir eine liebesbedürftige Kuh.Rotwand | raupenblau

Westlich an den Ruchenköpfen vorbei stiegen wir hinab Richtung Großtiefental-Alm und wurden nun sogar von der Nachmittagssonne beschienen. Eine weitere liebesbedürftige Kuh wurde gestreichelt. Sie stellte sich als weniger flauschig heraus als erhofft.Großtiefental-Alm | raupenblau

Für ein Bad im Soinsee war es leider etwas zu kalt. Der Soinsee hatte sich in den letzten Tagen offenbar etwas ausgebreitet und kleine Fische schwammen durch frisch entstandene Unterwasser-Wiesen. Soinsee | raupenblau

Der Abstieg nach Gaitau war dann wenig spektakulär: Auch auf dieser Seite vom Berg besteht der Weg hauptsächlich aus fiesen steilen Forstwegen (z.T. bevölkert von nicht-liebesbedürftigen Jungkühen), besonders bis zur Schellenberg-Alm zieht es in den Beinen. Dafür kann man dann neben dem Bahnhof in Gaitau seine Füße in einem Kneipp-Becken schockfrosten. Insgesamt eine lange, aber einfache Tour.

Mariandlalm und Trainsjoch (1.707 m)

23 Mai

Zum insgesamt dritten Mal war ich am Sonntag auf der Mariandlalm, zusammen mit Katya, Andrea, Felix und unserer Kollegin Jessica, die sich auch mal am Wandern versuchen wollte. Da wir mit größerem Ansturm auf die Berge rechneten, machten wir uns um acht Uhr in München auf den Weg. Der Aufstieg zur Alm war gewohnt schön, erst eine Weile am Bach entlang auf einer Forststraße und dann über einen kleinen Weg über Wiesen:Aufstieg Mariandlalm aus dem Ursprungstal | raupenblauAuf der Alm waren wir so gegen elf und sofort gab es einen Kaiserschmarrn. Was auch sonst. Der begleitete uns dann die nächsten Stunden. Ich hatte die Version ohne Rum (= zahmer Kaiser) und würde drei von fünf Rosinen auf der Kaiser-Skala geben. Begründung: Keine Rosinen (!!), nicht sehr fluffig, nicht karamellisiert, aber angenehmer, nicht zu süßer Geschmack. Felix hatte mit Rum (= wilder Kaiser) und würde vier Rosinen geben, aber Hitze und Alkohol… ich lasse das mal so stehen.Kaiserschmarrn auf der Mariandlalm | raupenblau Jedenfalls waren wir dann um kurz vor zwölf vollgefressen und irgendwie unausgelastet. Nach etwas Gruppendynamik und Alternativensammlung erklärte sich Jessica netterweise bereit, an der Hütte auf uns zu warten, während der Rest der Gruppe sich noch Richtung Trainsjoch (Tourenbeschreibung) aufmachte. Der Weg dahin geht erst einmal mäßig steil um den Berg herum, wobei es inmitten der Latschenkiefern immer wärmer wird. Aber dann steht man auf einem Sattel und hat sehr viel Panorama, mit dem Kaisergebirge direkt vor der Nase. Und Wind hat es da auch.Blick auf das Kaisergebirge beim Aufstieg auf das Trainsjoch | raupenblauDas letzte Stück bis zum Gipfel ist dann noch einmal ordentlich heiß und steil, aber oben hat man tatsächlich noch mehr Panorama (draufklicken, dann wird’s größer):

Panorama Trainsjoch Gipfel | raupenblau

(c) Felix Frey

Damit Jessica nicht so lange warten musste, schickten wir Felix im Abstieg voraus und er war tatsächlich ganze 30 Minuten vor uns wieder an der Hütte (behauptet er zumindest). Wir warfen einen letzten Blick auf Garfield, den Hüttenkater und machten uns an den Abstieg zum Parkplatz:

Garfield auf der Mariandlalm | raupenblau

(c) Felix Frey

Zur Abkühlung machten wir auf dem Rückweg einen kleinen Abstecher hinauf zum Spitzingsee, wo wir ein leckeres Eis vom Beindlhof futterten:Schokoeis vom Beindlhof | raupenblauKatya und ich gingen für jeweils ca. fünf Sekunden Schwimmen, der Rest genoss den Seeblick:Spitzingsee in der Abendsonne | raupenblauZiemlich genau zwölf Stunden nach Abfahrt waren wir wieder daheim in München, die Hälfte meines Gehirns war geschmolzen, aber das habe ich zum Glück erst heute Vormittag gemerkt. Schön war’s!

Das Hintere Hörnle II (1548 m)

29 Feb

Vor zwei Jahren war ich mit Julia und Angela auf dem Hinteren Hörnle. Wir sahen nichts. Mitte Februar startete ich nun mit einer Gruppe Kollegen einen zweiten Versuch. Wir sahen etwas mehr. Im Prinzip gingen wir die gleiche Tour wie vor zwei Jahren, nur dass wir von Bad Kohlgrub nicht den Winter- sondern den Sommerweg wählten. Der ist zum Teil etwas steigiger, war im Aufstieg aber gut zu gehen.20160219_hinteres_hoernle_4_raupenblau

Kurz vor der Hörnlehütte muss man eine Skipiste hinauf, danach hat man Lust auf Kaiserschmarrn. Wir aßen welchen, der war ok, so um die drei Rosinen in der Rosinen-Wertung.20160219_hinteres_hoernle_1_raupenblau

In der Hütte waren wir fast allein, es war ja Montag und ach ja, es schneite auch die ganze Zeit. Es gab aber Feuer, war kuschelig warm. Wir blieben eine Weile. Danach machten wir uns auf Richtung Hinteres Hörnle, wobei man zunächst am Vorderen und Mittleren Hörnle vorbei muss (man könnte auch drüber, aber man wollte nicht). Dann sieht man das Hintere Hörnle:20160219_hinteres_hoernle_2_raupenblau

Während wir 2014 durch dichten Nebel stapften und vielleicht zehn Meter Sicht hatten, war diesmal mehr Bewegung in den Wolken. Ab und zu konnte man ein paar Nachbar-Berge sehen oder ins schneefreie Tal gucken:20160219_hinteres_hoernle_3_raupenblau

Ganz hinauf zum Gipfel mussten wir uns selbst spuren, soweit war an diesem Tag noch keiner gegangen. Oben gab es einen Tee und Kuchen und wir bewunderten das Gipfelkreuz, das ich das letzte Mal ja auch nur zum Teil sehen konnte:20160219_hinteres_hoernle_5_raupenblau

Abgestiegen sind wir dann bequemlichkeitshalber über die Forststraße. Es war kein sonnendurchfluteter Wandertag, aber trotzdem ein sehr schöner, mit netter Begleitung und guter Stimmung. Etwas Schnee kann ja auch nicht schaden. Trotzdem würde ich jetzt doch irgendwie ganz gerne auch mal runtergucken von diesem Berg – also ist Das Hintere Hörnle III nicht ganz unwahrscheinlich.

 

Rodeln am Wallberg (1.722 m)

2 Feb

Vor gut drei Jahren war ich das letzte Mal am Wallberg, da stieg ich zu Fuß mit den Brüdern und einem Cousin nach oben und geriet in einen Schneesturm. Das Erlebnis damals war etwas surreal, denn mitten im Schneegestöber tauchte auf einmal einen Tourengeher mit einem fröhlichen Australian Sheperd auf, der einige äußerst glückliche Momente damit verbrachte, uns zu hüten. Wir kleine verlorene Herde im Schneegestöber. Bis zum Gipfel gingen wir damals gar nicht, sondern tauten im Panorama-Restaurant auf.20160202_wallberg3_raupenblau

Vorletztes Wochenende probierte ich es dann einmal anders – zu fünft wollten wir Rodeln. Natürlich wollten das auch viele andere, das war absehbar gewesen. Was wir allerdings nicht vorhergesehen hatten, war die akute Rodel-Knappheit an der Talstation der Wallbergbahn und so warteten wir erst einmal zwei Stunden, bis wir mit dem entsprechenden Sportgerät ausgestattet waren (5 Euro pro Schlitten). Dann endlich ging es mit der Bahn nach oben (10,50 Euro).20160202_wallberg1_raupenblau

Bevor wir uns nun todesmutig auf eine von Deutschlands längste Rodelbahnen stürzten, wollten wir erst einmal den Gipfel besteigen. Das sind von der Bergstation aus ungefähr 100 Höhenmeter, am Ende sollte man etwas trittsicher sein.20160202_wallberg4_raupenblau

Da oben war es so schön. Mein letzter Gipfel liegt nun schon wieder viele Wochen zurück und dieser war ja nun auch geschummelt, aber: so schön. Bergluft. Aussicht. Schnee. Himmel.20160202_wallberg5_raupenblau

Danach gab es einen Kaiser. Damals im Schneegestöber war der köstlich, aber da war ich halt auch halb eingefroren. Diesmal war er lecker, aber nicht arg fluffig. Drei von fünf möglichen Rosinen, eine halbe Bonus, weil es leckere Beilagen (Rhabarber-Kompott und Rumpflaumen) dazu gab.20160202_wallberg_kaiserschmarrn_raupenblau

Nach dem Kaiser wurde dann endlich gerodelt. Der obere Teil der Rodelbahn war mörderisch ausgefahren und huggelig, aber die zweite Hälfte ist super: Nicht zu steil, aber schnell und breit genug zum Überholen.20160202_wallberg2_raupenblau

Alle überlebten mehr oder weniger unverletzt und wir ließen den Tag in der Seesauna am Tegernsee ausklingen. Liebe Berge. Ich bin bald wieder bei euch!