Tag Archives: Reisen

Göteborg

16 Jul

Im Mai war ich das erste Mal richtig in Schweden (auf dem Rückweg von meinem Baltikum-Trip musste ich überraschend in Stockholm Flugzeug wechseln, aber das zählt nicht), liebe Freunde besuchen und dort treffen. Das war ein schöner Trip, noch schöner, als ich mir erhofft hatte – denn das Wetter war alle drei Tage lang fantastisch.Göteborg | raupenblau

Am ersten Tag waren wir auf einer der nördlichen Schären, ich habe vergessen, wo genau. Das war aber ein toller Einstieg, mit Wind und Salz in der Luft.Göteborg | raupenblau

Am zweiten Tag haben wir uns etwas die Stadt angeguckt, wobei es mir die lustigen Pflanzen im Botanischen Garten besonders angetan haben. Ein gemütlicher Tag mit Eis und gutem Essen.20160716_goeteborg_5_raupenblau

Am dritten Tag war das Wetter besonders toll und ganz Schweden wollte nur eins: raus an die Sonne. Wir fuhren nach Vrångö und das war definitiv mein Lieblingstag. Am Strand sitzen, Fika machen (das einzige Café auf der Insel akzeptiert als wohl einziger Laden Schwedens keine Kreditkarten, dafür aber Euro, wenn man sehr verzweifelt guckt)…,Göteborg | raupenblau….stricken und gucken. Göteborg | raupenblau

Auf dem Rückweg war das Licht besonders magisch.20160716_goeteborg_2_raupenblau

Auch ein tolles Göteborg-Feature: die öffentliche Sauna im Stadtteil Frihamnen im Star Wars-Design.Göteborg | raupenblau

Ich stieg am Sonntag äußerst zufrieden ins Flugzeug. Und bin jetzt ein bisschen Schweden-Fan. Danke, Laura und Andi, für die Gastfreundschaft!

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Japan

15 Jul

Mein aktueller Job hat den schönen Nebeneffekt, dass ich ab und zu an Orte verreisen darf, an die ich sonst sicher nie gereist wäre. In diesem Fall Fukuoka in Japan, wo ich Anfang Juli an der Jahreskonferenz der ICA teilnahm. Japan | raupenblauEs ist gleichzeitig ein großes Privileg und völlig irre, für eine Woche nach Japan zu fliegen. Ich möchte auch nicht behaupten, irgendetwas von diesem Land kapiert zu haben. Aber ein paar kleine Eindrücke und Schnipsel möchte ich hier doch gerne festhalten. Japan | raupenblauKois im Yūsentei Park, einem sehr schönen japanischen Garten in Fukuoka, wo wir einer Teezeremonie beiwohnten und versuchten, Origami zu falten:20160715_japan_7_raupenblauEssen an den Straßenständen am Fluss Naka:20160715_japan_4_raupenblauDie konferenzgeplagten Füße kurz in das (vermutlich radioaktive) Meerwasser halten:Japan | raupenblauDrei Stunden im Bus, um im Berg-Örtchen Kurokawa den Tag in heißen Quellen (Onsen) zu verbringen (besonders schön bei Regen): 20160715_japan_6_raupenblauBesonders gefallen haben mir die vielen wunderschönen Blumen-Läden, die es immer und überall zu geben scheint:Japan | raupenblauAuf dem Rückweg machten wir einen Zwischenstopp in Tokio. Davor hatte ich Respekt, aber letztendlich ist es zwar voll und etwas verrückt, aber machbar.20160715_japan_9_raupenblauPositiv hervorzuheben ist auf jeden Fall, dass man überall nützliche Alltagsgegenstände kaufen kann:Japan | raupenblauBesonders schön in Tokyo: der Meiji-Schrein.Japan | raupenblau20160715_japan_1_raupenblau

Insgesamt hat der Trip mehr Fragen aufgeworfen als Erkenntnis gebracht, aber das finde ich gar nicht so schlecht. Außerdem habe ich das beste Sushi meines Lebens gegessen, ich schmecke es quasi noch heute.

Stone Edge Estate

4 Feb

Letzten November habe ich meine Doktorarbeit eingereicht, und wie das bei solchen Projekten gerne mal ist, hielt das Jahr davor für mich wenig bereit, was sich nach Urlaub anfühlte. Es musste also dringend eine Pause her und da es meiner lieben Freundin Nadine ähnlich ging, beschlossen wir, vor Weihnachten ein paar Tage der Wirklichkeit zu entfliehen. Ich dachte an Bali, wir flogen nach Kanada zu Nadines Onkel, Doug. Wie sie das genau gemacht hat, ist mir bis heute unklar. 20160204_stone_edge_estate_9_raupenblau

Über die Reise an sich werde ich noch einen Post veröffentlichen. Unser Wohnort für die zehn Tage war aber schon so besonders, dass er hier eine eigene kleine Geschichte verdient hat. Am 12. Dezember um neun Uhr nachts stieg ich in das Auto eines Limousinen-Services am Flughafen in Toronto. Wir fuhren über den Highway. Wir wechselten auf einen kleineren Highway. Dann auf eine kleinere Straße. „The place you’re going to is not really in a town.“ bemerkte mein freundlicher Fahrer. Wir bogen ab in eine noch kleinere Straße, die den pragmatischen Namen 9th Line trägt. Von dort bogen wir in eine lange Auffahrt ein und standen dann vor dem Bed & Breakfast von Doug: Stone Edge Estate. Hier bei Tageslicht:20160204_stone_edge_estate_6_raupenblau

Nadine hüpfte mir fröhlich entgegen und wir tauchten ein in eine kleine verrückte Welt irgendwo auf dem Land in Ontario, Kanada. Bewohnt wird Stone Edge Estate von Doug und seiner Tochter Theresa, sowie einem Haufen Menschen, die aus verschiedenen Gründen dort ein- und ausgehen sowie den B&B Gästen, die dort eben grade residieren. Die Geschichte, wie Doug zu seinem B&B kam, kann man z.B. hier nachlesen. Unser Besuch fiel in die Vorweihnachtszeit und das Haus war, sagen wir: reichhaltig dekoriert:20160204_stone_edge_estate_2_raupenblau

Das Bild gibt das Ausmaß an Deko nicht wirklich wieder. Ich glaube kein Bild kann das wirklich wiedergeben. Doug ist Perfektionist, selbst die Fotos von der Deko musste ich noch einmal machen, da ich den falschen Winkel gewählt hatte. Immerhin lernte ich so die goldene Regel des Dekorierens, die mir bis dahin noch nicht bekannt war: „If it doesn’t look right, add more.“ Ebenfalls integraler Bestandteil des Haushaltes ist Clara, der leicht manische Hund:20160204_stone_edge_estate_11_raupenblau

Clara und ich machten jeden Morgen einen Spaziergang und erkundeten Doug’s Grundstück. Das winterliche, wenn auch fast schneefreie Wetter, ließ erahnen, wie schön diese Landschaft im Sommer sein muss (bei Klick werden die Bilder groß).

Wir profitierten von allen Annehmlichkeiten, die Stone Edge Estate so zu bieten hat – neben dem Pool gab es für nordamerikanische Verhältnisse sehr viel Obst (auch wenn mein Porridge eher auf Unverständnis bis Ekel stieß):20160204_stone_edge_estate_1_raupenblau

Nach zehn Tagen fühlte es sich ein bisschen so an, als hätten wir ein Jahr dort gelebt und ich vermisse die verrückte kleine Gemeinschaft von Stone Edge Estate.20160204_stone_edge_estate_8_raupenblau

Jedem, der in der Umgebung von Toronto unterwegs ist, kann ich einen Aufenthalt dort nur wärmstens empfehlen. Es lohnt sich.

Struktur & Wegwerfen

28 Mai

Aus Gründen reise ich dieses Jahr nicht so viel wie letztes Jahr. Ich reise natürlich nicht gar nicht, aber nicht so weit und nicht so lang. Man sollte meinen, dass daheim zu sein meinem Leben Struktur geben sollte, aber das ist tatsächlich nicht der Fall.Abends in Lissabon | raupenblau

Die Struktur des letzten Jahres war eine Struktur aus hier sein und weg sein. Ein irgendwann sehr eingespielter Wechsel aus Koffer hervor holen, Koffer einpacken, Koffer mitnehmen, Koffer heimbringen (meistens), Koffer auspacken, Koffer wegstellen.Hamburg Landungsbrücken | raupenblau

Dieses Nicht-Reisejahr ist selbstgewählt und wird sich am Ende hoffentlich auszahlen. Trotzdem bin ich auf der Suche nach einer neuen Struktur. Damit meine ich nicht Rituale. Rituale habe ich viele und halte sie fast schon mit religiöser Strenge ein.wpid-wp-1411131979173.jpeg

Es geht nicht um Verlässlichkeit, es geht um den in mir lebenden Abenteuerdrang. Der einfach existiert. Der ab und zu raus muss. Und der eine Struktur finden muss, in der er sich ausbreiten kann, ohne Kerosin-Geruch und fremder Währung in der Tasche. Ruderboot am Chiemsee

Dieses Jahr muss ich offenbar lernen, daheim zufrieden zu sein. Was ja an sich keine schlechte Sache ist. Aber da mir Stillstand nun mal schwer fällt, muss ein wenig Veränderung her. Ich habe mich dazu entschieden, jeden Tag zwei Dinge wegzuwerfen, die ich nicht mehr brauche. Bis nichts mehr übrig ist. Momentan mangelt es nicht an Material. Und wenn dann mein Daheim befreit ist von allem Unnötigen, darf ich hoffentlich auch wieder raus in diese tolle bunte große Welt.

Seinen Koffer verlieren

18 Nov

Von letzten Dienstag bis Sonntag war ich verreist. Dazu später mehr. Überhaupt stehen hier noch ein paar Reisen aus. Ich komme nur nie dazu, aber jetzt bin ich krank und habe Zeit. Aber darum geht es jetzt gar nicht hier. Es geht darum, dass mein Koffer verloren war. Nicht der Koffer auf dem Bild, ein anderer Koffer, aber das ist ja egal. Ich krieche jetzt nicht unter den Tisch, um den richtigen Koffer zu fotografieren. Inzwischen ist er nämlich wieder da.Koffer | raupenblau

Die Geschichte geht ungefähr so: Ich fliege auf eine Konferenz, ich werde krank. Erkältung. Ich nehme ausländische Medikamente ein, deren Wirkung mir unklar ist, da die Apothekerin und ich leider keine gemeinsame Sprachbasis finden. Aber egal, man hofft das Beste. Leider sind Erkältungen von Medikamenten nur schwer zu beeindrucken, ich fahre also etwas angeschlagen mit dem Taxi zum Flughafen in Lissabon. Dort versuche ich mich und den Koffer in das Flugzeug einzuchecken. Das erweist sich als schwierig, denn auf meinem Ticket steht zwar Brussels Airlines, in Wirklichkeit fliege ich aber mit TAP und Lufthansa. Der Mensch am Brussels Airlines Schalter zeigt sich unkooperativ und schleppt mich zu einem Automaten. Ich hasse diese Automaten. Danach will er meinen Koffer immer noch nicht, zähneknirsched rolle ich ihn zu TAP. Die Dame fragt, ob ich will, dass der Koffer nach München fliegt. Ich denke: „Nein, ich wollte ihn in Brüssel auf die Straße werfen.“ SAGE DAS ABER NICHT LAUT. Stattdessen sage ich: „Yes, please.“ Heutzutage bestraft das Universum sogar schon sarkastisches Denken.

Die Reise verläuft unerfreulich: Die Eltern wünschen Portwein in einer 0,5-Liter-Flasche, ich bin aber inzwischen spät dran und kaufe im Duty Free hektisch einen Liter, nur um dann festzustellen, dass die Maschine eine Stunde Verspätung hat. Im Flugzeug machen meine Ohren nicht mit, ich lande halb taub in Brüssel und rase zum Gate, das selbstverständlich am anderen Ende des Flughafens ist. Der zweite Flug macht das Ohrenproblem nicht besser, ich lande in München und höre auf dem linken Ohr gar nichts mehr. Meine Meinung zu Flugreisen ist ganz unten und wird daher auch nicht schlechter, als mein Koffer nicht auftaucht. Immerhin muss ich ihn jetzt nicht in den vierten Stock hochtragen. Mein bester Freund holt mich ab und hat einen Burrito für mich dabei, die Frau am Gepäck-Schalter ist nett. Ich bin beiden dankbar und gehe erschöpft ins Bett.

Den nächsten Tag verbringe ich damit, auf die Rückkehr meines Gehörs und meines Koffers zu warten. Und stelle dabei etwas seltsames fest: mir fehlen aus diesem Koffer exakt zwei Dinge. Das eine ist meine Zahnschiene, ohne die ich mit den Zähnen knirsche. Das andere ist mein Laptop-Ladekabel. Alles andere habe ich doppelt. Ich besitze eine zweite Zahnbürste, ausreichend Unterwäsche, Ladekabel für alle anderen Geräte und eine zweite Pinzette. Ich habe sogar ein zweites Giro-Konto, deswegen macht es mir nicht mal was aus, dass ich meine Kreditkarte im Koffer vergessen habe (jaaa, ich weiß!) Wäre der Koffer weg, wäre das schade, da einige der Dinge da drin persönlichen Wert haben, aber Lieblingssachen nehme ich nicht mit auf Reisen. Die Mitbringsel wären schwer zu ersetzen, aber andererseits bin ich in diesem Jahr so viel gereist, dass meine Familie und Freunde den Verlust wohl verschmerzen könnten. Tatsächlich wäre es kein Drama, würde der Koffer nicht mehr auftauchen.

Mein Gehör taucht gegen Mittag wieder auf, der Koffer am Abend. Ich freue mich. Aber den ganzen Tag über mache ich mir Gedanken: Habe ich zu viel oder habe ich genau die richtige Anzahl an Dingen für meinen Lebensstil? Ist es gut, dass man den Verlust eines Koffers leicht verschmerzen kann oder ist das nur ein Zeichen dafür, dass man mit unnötigem Ballast durchs Leben geht? Bisher konnte ich die Frage nicht abschließend beantworten. Aber ich freue mich, meinen portugiesischen Käse wieder zu haben. Ob man den noch essen kann?

Leeds und Amsterdam

5 Aug

Die letzte Woche habe ich in Leeds verbracht, mit 23 Studierenden aus aller Welt und KollegInnen aus England und der Türkei. Anlass war eine ERASMUS Summer School zum Thema ‚Women in Public Relations in Europe‘ (die Website mit den Ergebnissen gibt es noch nicht, ich verlinke, sobald es soweit ist). Die Woche war spannend, anstrengend und lustig. Viele Bilder habe ich nicht gemacht (obwohl Leeds sehr hübsch ist), aber hier zwei schön englische Szenen vom Headingly Campus der Leeds Metropolitan University, auf dem wir einen Tag verbrachten. (Der Baum!)Leeds Headingly Campus | raupenblauLeeds Headingly Campus | raupenblau

Da es keine Direktflüge von Leeds nach München gibt, musste ich in Amsterdam umsteigen. Ich habe dann absichtlich einen längeren Stop gemacht, um auch mal Amsterdam zu sehen. Geplant hatte ich nichts, ich kaufte am Flughafen einen Faltplan und erhielt noch ein paar sehr nützliche Last-Minute-Tipps von einem ortskundigen Kollegen. Mir blieben ungefähr vier Stunden in der Stadt, ich wollte gemütlich an den Grachten entlang flanieren. So ganz klappte das nicht – es war Amsterdam Gay Pride! Ich guckte also kurz Parade, spürte die Liebe und entdeckte dann leicht durchgeschwitzt doch noch ein paar sehr entspannte Orte:Amsterdam | raupenblauAmsterdam | raupenblauAmsterdam | raupenblau

Irgendwann viel später fand ich mich in der leer geräumten Wohnung eines Kollegen, der demnächst nach Jerusalem zieht, wieder und trank ekligen Enzian-Schnaps. Da dachte ich dann, dass das Leben doch manchmal leicht absurd ist. Aber auch echt toll.

Seattle

14 Jul

Nachdem ich in Vancouver Wale geguckt hatte und verliebt war, habe ich im Mai noch ein paar Tage in Seattle verbracht. Aufgrund von Konferenz-Dingen hatte ich da nicht so viel Zeit, vielleicht liegt es daran, dass ich die Stadt nicht so grandios fand. Interessant ist sie, aber die wirklich sehr allgegenwärtigen Junkies kann ich den USA so nicht verzeihen. Ein paar schöne, realitätsverzerrende Bilder habe ich aber trotzdem gemacht. Bitte schön:

Space Needle (nur von unten angeguckt, da das Columbia Center höher und günstiger ist):Seattle | raupenblau

Vom Columbia Center aus fotografiert, der majestätische Mount Rainier (einer der weltweit gefährlichsten Vulkane):Seattle | raupenblau

Monorail:Seattle | raupenblau

Pike Place Market (das ist ein sehr angenehmer Ort und wenn man möchte, kann man einen Kaffee im ältesten Starbucks trinken):Seattle | raupenblau Seattle | raupenblau Seattle | raupenblau

Ozean (gesehen bei einer leckeren Portion Clam Chowder): Seattle | raupenblau

Berlin in Seattle:Seattle | raupenblau
Mit ein bisschen mehr Zeit hätte die Stadt sicher Potential, so habe ich leider hauptsächlich das Konferenzhotel von innen gesehen. Und wie gesagt: nach Vancouver hat es wohl jede Stadt ein bisschen schwer. Vielleicht bekommen wir ja irgendwann eine zweite Chance, Seattle und ich. Was man auf jeden Fall empfehlen kann: Cocktails im Von’s (ich hatte den Raspberry Balsamic – so lecker!) und Burger bei 8oz Burger & Co. Und für die innere Mitte das wunderbare Ummelina International Day Spa. Man gönnt sich ja sonst nix.