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Ein Podest für die Pflanzen

16 Okt

Meine Pflanzen sollen es gut haben, Licht sollen sie kriegen, aber stören sollen sie nicht. Deswegen haben bisher fast alle auf einer alten Obstkiste gelebt. So konnte man sie alle auf einmal zur Seite schieben, wenn sie mal im Weg waren und sie standen trotz fehlendem Fensterbrett direkt vor meinem Fenster. Das sah dann so aus:Obstkiste aus Holz als Blumenständer

Ich finde das nach wie vor schön, aber es war mal Zeit für eine Veränderung. Vor gut einem Jahr, einen Tag nach meinem Umzug, war ich auf dem Ratgebhof im Chiemgau und habe dort ein Blumen-Ständer-Ding (offizielle Bezeichnung kenne ich leider nicht) im 50er-Jahre-Stil gesehen. Allerdings steckte ich damals so im Umzugs-Chaos und hatte sowieso das unbestimmte Gefühl, von meinem Doktoranden-Gehalt nicht leben und demnächst verhungern zu müssen, dass ich nicht einmal gefragt habe, wie viel das Teil kostet. Vergessen habe ich es aber nicht und mich immer mal wieder ein bisschen verflucht, dass ich es nicht mitgenommen habe.

Aber manchmal ist die Welt ja auch gut. Als ich diesen Freitag wieder zur jährlichen Fortbildung auf den Ratgebhof fuhr und dort aus dem Fenster guckte, sah ich – den Blumenständer! Und nachdem ich das letzte Jahr finanziell unbeschadet überstanden hatte, gab es natürlich keine Alternative: Der Blumenständer musste mit. Die liebe Frau Steiner hat ihn mir dann auch für 12 Euro überlassen und nun steht er frisch geschrubbt vor meinem Fenster:Weißer Blumenständer 50er Jahre Stil

Hier noch einmal von etwas näher:Weißer Blumenständer 50er Jahre Stil - Detail

Ich finde er macht sich da sehr gut und natürlich nimmt er auch weniger Fläche ein als die Obstkiste. Jetzt ist nur noch die Frage: Wohin mit der Kiste? Meine Wohnung ist ja möbeltechnisch schon eher gesättigt, also mal gucken. Übrigens habe ich auf dem Ratgebhof noch etwas entdeckt. Davon erzähle ich aber erst in ein paar Tagen.

Projekt Stuhl – die Idee

19 Jun

Vor ein paar Tagen war ich unterwegs vom Odeonsplatz ins Tal. Als ich durch den Hofgraben lief, fiel mir im Schaufenster von Manufactum das da auf:

Erst dachte ich: ‚Cooler Stuhl, muss man mal checken, was der so kostet.‘ Genau das tat ich dann, im Internet und stellte zwei Dinge fest:

1) Auch wenn dieser Stuhl (er heißt TOLIX A) schon in den 1930ern in Paris fancy war und ganz toll von Franzosen in Handarbeit zurecht gebogen wird (er ist aus Blech): 185 Euro sind mir zu viel.

2) Ich finde den Stuhl interessant, aber nicht schön. Er sieht auch nicht gemütlich aus, und wenn man nur so wenige Möbel hat wie ich, sollte man sich schon gerne draufsetzen. Was mir aber wirklich an diesem Stuhl gefällt, ist die Farbe.

Fazit: Ich kaufe den Stuhl nicht (ich bin eh kein Manufactum-Fan, ich finde das ganze Konzept heuchlerisch und die Kunden sind zu 80% aggressiv). Aber ich werde einen anderen Stuhl in dieser Farbe lackieren.

Bisher habe ich drei Stühle in meiner Wohnung: Zwei Holz-Klappstühle von IKEA, wovon einer im Flurschrank auf Gäste wartet und einen alten Wirtshausstuhl, den ich mit Mahagoni-Lasur bepinselt habe. Der sieht so aus:

Die Klappstühle finde ich ganz hübsch und praktisch, aber auch nicht wunderschön. Daher hätte ich nichts dagegen, wenn auch der zweite Klappstuhl in den Flurschrank wandern und einem hübscheren Objekt Platz machen würde. Dass man das dann nicht zusammenklappen kann, wäre nicht so schlimm, da eh immer zwei Stühle im Zimmer stehen. Ja, so denkt man in einer Ein-Zimmer-Wohnung!

Ich besitze auch noch einen (bei den Eltern zwischengelagerten) Stuhl in einer ähnlichen Farbe – JULES von IKEA. Ich habe ihn in einem helleren, eher gräulichen Blau als auf dem Foto, er ist mir aber etwas zu raumgreifend für meine kleine Wohnung. Außerdem mag ich die Metallbeine nicht so sehr. Aufgabe für die nächsten Wochen also: Den passenden Stuhl finden, Farbe aussuchen, Farbe auf Stuhl bringen. Da mein Wirtshausstuhl eher runde Formen hat, hätte ich nichts gegen ein etwas kantigeres Design. Zu robust darf es aber auch nicht sein, damit der Stuhl nicht zu einem riesigen blauen Etwas wird. Das alles freut mich sehr – endlich wieder ein größeres Projekt, das nicht pink, wollig und irgendwie hässlich ist.

BILLYs neue Kleider

12 Apr

Das ZEITmagazin führt in seiner aktuellen Design-Ausgabe das Bücherregal BILLY von IKEA als eines der 100 Dinge auf, die man angeblich braucht – neben überteuerten Kleiderbügeln von MUJI und Seife aus einer Tube (superpraktisch).

Wie dem auch sei – vor zwei Wochen kaufte ich ein BILLY bei IKEA, ich finde BILLY nämlich auch gut. Schlicht und einfach. Und ein bisschen langweilig, wenn man nicht zehn davon in seiner Bibliothek hat, alle mit tollen Büchern vollgestopft. Ich lebe in einer Ein-Zimmer-Wohnung. Daher ist mein BILLY klein. Damit es sich ganz ohne Bibliothek  nicht minderwertig fühlt, wollte ich seine Rückseite mit Stoff bespannen. Ich kaufte also auch Stoff. Und schob das Projekt dann fast zwei Wochen lang vor mir her. Grund: Angst. Die Chancen, dass die Aktion in Frustration enden würde, standen immerhin ziemlich hoch. Denn um BILLYs Rückseite mit Stoff zu bespannen, muss man die Reihenfolge der Aufbau-Schritte in der Anleitung variieren. Genau – PANIK!!! Heute habe ich es aber dann gewagt. Es war gar nicht so schwer, obwohl ich stümperhaft ausgerüstet war. So geht es:

Schritt 1: BILLYs Rückseite mit Stoff bespannen

BILLY mit Stoff bespannen

Ich habe Malerkrepp verwendet und kann immer noch nicht so ganz glauben, dass das geklappt hat. Eine Tackerpistole wäre das naheliegende Instrument gewesen (Problem: Nägel vermutlich zu lang). Es geht aber ohne Probleme, wenn man den Krepp schön feststreift. Wichtig ist, dass man die Ecken des Stoffes ausschneidet, so dass sich dort keine Stoffwülste bilden.

Schritt 2: Rückseite einfügen

BILLY Rückseite mit Stoff bespannt in Rahmen einfügen

Normalerweise baut man erst den ganzen Rahmen von BILLY auf und schiebt die Rückwand dann von unten in die Leitschiene. Mit Stoff stelle ich mir das schwierig vor, obwohl auch ein festerer Stoff locker in die Schiene passt. Ich habe GUNILLA von IKEA verwendet. Soll ja alles in der Familie bleiben. Um einen eventuellen Stoffstau zu vermeiden, habe ich also erst die obere Platte mit einer Seitenplatte verschraubt, die Rückwand samt Stoff vorsichtig eingefügt und dann die Unterseite und die zweite Seitenplatte angebracht. Dabei den Stoff immer wieder spannen und schön langsam arbeiten. Hier ist ein festerer Stoff sogar von Vorteil, da er sich nicht so stark verziehen und dehnen lässt wie dünnere Fabrikate. Danach brauchte ich erst einmal eine Weinschorle – ich hatte fest damit gerechnet, hier schon sehr wütend zu sein. Es ging aber ziemlich problemlos. Verwirrend. Wirklich verwirrend.

Schritt 3: Stoff auf der Rückseite bändigen

BILLY Stoff festnageln

Die Rückwand soll ohnehin mit der unteren Platte vernagelt werden – das kann man gut nutzen, um den Stoff auf der Rückseite zu fixieren. Seitlich habe ich den Stoff dann noch mit Reißnägeln etwas gebändigt.

Schritt 4: Regalböden einlegen und aufstellen

BILLY mit Stoff bespannt

So sieht das Schmuckstück aus. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich stolz und will noch gar nicht so richtig was reinstellen, um das Gesamtkunstwerk noch eine Weile bewundern zu können. Theoretisch könnte man den Stoff ab und zu austauschen. Wird aber nie passieren. Wir wollen realistisch bleiben.