Ein Wochenende auf der Neuen Traunsteiner Hütte

4 Sep

(Stimmen aus Innsbruck fordern diesen Post schon die ganze Woche, aber vorab muss ich eine Warnung Richtung Schweden schicken: Laura, es war mal wieder heiß. Aber es ist jetzt vorbei. Es regnet. Ab und zu.)

So, jetzt aber. Es war also heiß am letzten Wochenende, das wird den meisten nicht entgangen sein. In der Woche davor hatte sich recht spontan die Idee entwickelt, das letzte Sommerwochenende auf einer Hütte zu verbringen. Die Idee hatten nicht nur wir, sechs Hütten rief ich an – alles voll. Auf der Neuen Traunsteiner Hütte fand man schließlich ein Plätzchen für uns vier Damen. Ich freute mich – im Berchtesgadener Land kenne ich mich bisher gar nicht aus und warum nicht mal eine neue Gegend erkunden?Neue Traunsteiner Hütte | raupenblau

Um nicht in den Ferienreiseverkehr zu geraten, brachen wir Samstags um sieben Uhr in München auf. Das lohnte sich, einen ersten Stau konnten wir umfahren und waren nach knapp zwei Stunden am Parkplatz Schwarzbachwacht (863 m). Kurz geht man einen Forstweg entlang (Tourenbeschreibung), den Schildern Richtung Traunsteiner Hütte folgend. Danach wird der Weg zu einem Pfad, der erst einmal durch eine fast dschungelartige Graslandschaft führt. Nach kurzer Zeit ist man aber im Wald und es geht stetig bergauf: die ersten knapp 600 Höhenmeter verteilen sich auf zweieinhalb Kilometer und wir kamen gut ins Schwitzen.Neue Traunsteiner Hütte | raupenblau

Ab und zu kann man durch die Bäume einen Blick auf die umliegenden Berge erhaschen, über sich sieht man immer wieder beeindruckende Felswände. Hat man diese erst einmal umrundet, geht es noch weitere vier Kilometer am Rande kleinerer Kessel entlang – viel Ausblick hat man dabei nicht, dafür ist es sehr schön grün und eine Abwechslung zum üblichen Bergpanorama. Man merkt, dass man sich in einem Biosphärenreservat bewegt, in dem keine Almwirtschaft betrieben wird: diverse Blumen und eine reiche Vegetation säumen den Wegesrand. Das letzte Wegstück zieht sich etwas, ist aber aufgrund der wenigen Höhenmeter, die jetzt noch zu überwinden sind (insgesamt sind es 896) nicht weiter anstrengend.Neue Traunsteiner Hütte | raupenblau

An der Neuen Traunsteiner Hütte (1568 m) machten wir erst einmal ausführlich Mittagspause und ließen uns einen leckeren Zwetschgen-Datschi schmecken. Danach sollte es noch ein Gipfel sein, wir entschieden uns für den Großen Weitschartenkopf (1975 m, Tourenbeschreibung).Neue Traunsteiner Hütte | raupenblau

Der Aufstieg geht entschieden nach oben, am Ende wird der Weg etwas anspruchsvoller. Eine ganze Zeit geht man durch Latschenkiefern, bei den warmen Temperaturen nicht so spaßig. Vom Gipfel hat man einen schönen Ausblick und bekommt Besuch von Dohlen und leider auch einem aufgeregten Schwarm fliegender Ameisen. Die waren glücklicherweise aber hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt.Neue Traunsteiner Hütte | raupenblau Neue Traunsteiner Hütte | raupenblau20150904_traunsteiner_huette_9_raupenblau

Die Nacht verbrachten wir auf der Hütte, mit einem schönen Abendessen auf der Terrasse. Die Lager in der Hütte sind vergleichsweise großzügig, wir konnten alle gut schlafen. Kleiner (aber verkraftbarer) Negativpunkt sind die wenigen Waschplätze, da alle Besucherinnen aber sehr nett waren, stellte auch das kein Problem dar. Man putzte halt Zähne im Pulk. Am nächsten Tag ging es auf dem Abstiegsweg wieder nach unten.Neue Traunsteiner Hütte | raupenblau

Für ein heißes Wochenende ist die Tour perfekt, da sie viel im Schatten liegt. Allerdings ist sie mit knapp sieben Kilometern vom Parkplatz zur Hütte recht lang, das sollte man bedenken und rechtzeitig loslaufen.

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