Gastbeitrag: Vilser Alm (1226 m)

13 Mrz

raupenblau hat Besuch, und zwar von meinem Kollegen Benjamin. Wir wandern regelmäßig zusammen, auch wenn man (aufgrund der generellen Menschenarmut auf meinen Bildern) hier bisher eher wenig von ihm gesehen hat. Benjamin bloggt auf Synästhetische Soziologie und opfert sich regelmäßig für Kaiserschmarrn-Testessen. Ein solches hat er nun auch (freiwillig!) auf der Vilser Alm durchgeführt – vielen Dank für deinen Einsatz, lieber Benjamin!

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Ich habe das Privileg, hier als Gast die Wertung für einen Kaiserschmarrn zu berichten, den die Inhaberin und Hauptautorin des Blogs leider nicht selbst in Augenschein nehmen und verkosten konnte. Ich erlaube mir aber, in Anspruch zu nehmen, dass ich mit den Kriterien dieser Wertung inzwischen ausreichend vertraut sei, so dass mein Urteil hier offiziell verkündet werden darf. Die Wertung ist auch durch mehrere Personen abgesichert. Gut, einer davon war Jurist, und in diesem Fach nutzt man ja nur die unteren Bereiche von Wertungsskalen aus. Aber eine Sozialwissenschaftlerin und ich konnten ihn und uns selbst überzeugen, dass nach den üblichen Maßstäben der Kaiserwertung dies ein Dreier sei.

Wir wanderten von einem Parkplatz knapp oberhalb von Vils (zwischen Kempten und Reutte, knapp hinter der österreichischen Grenze) zur Vilser Alm. Das ist leicht zu bewältigen bei einer Wegstrecke von 4 km und etwa 400 Höhenmetern. Man kommt an einem Steinbruch vorbei, wo Sprengungen und Bagger dem Berg zusetzen, und sahen aus einiger Ferne einen teils gefrorenen Wasserfall. Vor allem aber ging es durch idyllischst verschneite Landschaften von ruhiger, weißgrauer Erhabenheit, doch nicht ganz ohne Kitsch – der wolkige Tag ließ keinen Blick auf die eigentlichen, schrofferen Berge zu, sondern nur auf eher sanft geschwungene, baumbestandene Hänge.Vilser Alm | raupenblau

Nun, der Kaiser war durchaus etwas fluffig, aber nicht recht knusprig und hatte nicht die angenehme Dichte und Schwere bei gleichzeitiger Luftigkeit, und nicht den vollen Geschmack von reichlich Butter, sondern eine mit der Zeit etwas weniger angenehme Fettigkeit. Immerhin standen Preiselbeeren und Apfelmus zur Auswahl, beides handelsüblich, und die Portion war üppig, aber eine kleine und leichte Mahlzeit ist ein Kaiserschmarrn ja praktisch nie. Puderzucker war vorhanden, wenn er sich auch nicht in Wolken erhob, wie sie einen beim Beschnuppern des Kaisers süßlich hüsteln lassen. Vor allem aber fehlten die Rosinen. Drum können nur drei von fünf auf der bekannten Skala vergeben werden.

Man kann auf der Hütte durchaus eine gute Suppe oder eine sehr üppige Brotzeit bekommen und es bietet sich im Winter an, den Weg nach unten mit strammem Bäuchlein rodelnd zurückzulegen (Schlitten muss man aber selbst mitbringen). Es handelt sich eher um einen breiten Forstweg, so dass man entgegenkommenden Personen gut ausweichen kann. Es gibt einige flache Stellen, die man vielleicht bei noch besserem Schnee bzw. regelrechter Vereisung auch gleitend überwinden kann, wo wir aber unsere Schlitten ziehen mussten. Ansonsten ist es aber eine durchaus flotte, wenn auch nicht übermäßig rasante Abfahrt. Ein netter Ausflug– der Spaß im Sommer wäre gesondert zu prüfen – für einen nicht ganz so langen Tag, wenn man mal in der Nähe ist.

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