Ein frisch belichteter Fleck

20 Jun

Meine Kolleginnen und Kollegen haben mir zum Geburtstag ein supercraft Kit-Abo geschenkt und kürzlich habe ich die zweite Box erhalten. Darin enthalten war Farbe, die durch Licht aktiviert (Lumi Inkodye in orange) wird. Laut Anleitung soll man damit dann durch Belichtung Photomotive auf Stoff abbilden können. Klingt sehr spannend – das hab ich letztes Wochenende natürlich gleich ausprobiert. Dazu musste ich zu den Eltern, denn die mitgelieferten Folien sind für Tintenstrahldrucker. Ich zitiere hier supercraft auf meine Anfrage auf facebook hin: „Die meisten modernen Drucker für den privaten Gebrauch sind eigentlich Tintenstrahldrucker. Laserdrucker sind meist Profigeräte in Büros oder Copy-Shops – daher haben wir uns im Sinne der Kunden für diese Folien entschieden.“ Ich besitze leider kein so ein Gerät, sondern einen altmodischen Amateur-Laser-Drucker. Zum Glück sind meine Eltern moderner.

Ich wollte ein Motiv von der Kaisertour auf einen Kissenbezug drucken. Also nähte ich einen Kissenbezug (so), wozu ich tolles oranges ‚Vintage-Garn‘ meiner Großtante verwendete. Dann bestrich ich das Kissen in einem abgedunkelten Zimmer mit der Farbe, legte die vorbereitete Folie drauf, wie in der Anleitung empfohlen auch noch eine Glassscheibe und ab in die Sonne damit:Kissen Lumi Inkodye | raupenblau

Laut Anleitung sollte man das dort dann mindestens zwölf Minuten länger liegen lassen, oder lieber noch ein bisschen länger, damit die Farbe sich richtig fixiert. An dieser Stelle hätte ich stutzig werden sollen: länger belichten, um zu fixieren? Hmmm… Außerdem begann sich unter der empfohlenen Glasscheibe Kondenswasser zu bilden. Eigentlich logisch, die Farbe ist ziemlich flüssig. Dementsprechend war ich nicht sehr überrascht, dass das Ergebnis nach dem Waschen dann eher abstrakt ausfiel:Kissen Lumi Inkodye | raupenblau

Vermutlich hätte ich zwei Dinge anders machen müssen: Kürzer belichten und nicht mit Glas abdecken. Auch auch dann glaube ich, dass das Ergebnis nicht gut geworden wäre. Man müsste schon ein ‚Negativ‘ haben, das fest an dem Stoff haftet, so dass von der Seite wirklich kein Licht auf die Farbe trifft. Außerdem bin ich sehr skeptisch, dass die Farbe Schattierungen gut abbilden kann, das ganze Verfahren erscheint mir zu grob. Vermutlich funktioniert es ganz gut, wenn man klar begrenzte Schablonen hat. Wie bei Freezer-Paper:Kissen Lumi Inkodye | raupenblau

Dann kann man sich den ganzen Belichtungs-Spaß aber auch sparen und einfach normale Stofffarbe nehmen. Die stinkt nicht bestialisch, ist billiger und viel weniger aufwendig zu verarbeiten.Kissen Lumi Inkodye | raupenblau

Fazit: Viel Getue für ein absurdes Ergebnis. Mir fällt eigentlich kein Projekt ein, für das diese Technik wirklich sinnvoll wäre. Stattdessen scheint die Farbe ziemlich lösungsmittel-intensiv zu sein und der Folienverbrauch ist auch nicht grade öko. Mit etwas Übung könnte es vielleicht gut klappen, aber ich werde es eher nicht noch einmal versuchen.

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