Matratzen und Skifahren

20 Jan

Ich habe mir in letzter Zeit einige Gedanken über diesen kleinen Blog hier gemacht, auf dem ich vor gut drei Jahren den ersten Post veröffentlicht habe. Ich mag diesen Ort hier immer noch gerne, aber irgendwie könnte sich mal etwas verändern. Manche Blogger ziehen dann um auf eine andere Plattform, ändern den Namen, das Design, den Inhalt – aber mit nichts davon bin ich so richtig unzufrieden. Eher im Gegenteil, ich scrolle gerne durch raupenblau, ich mag den Namen und mit WordPress komme ich super zurecht. Auf eine große Veränderung habe ich auch nicht so richtig Lust, denn das hier ist ein Hobby, kein berufliches Projekt – raupenblau soll zu mir passen, so wie meine Situation jetzt im Moment ist. Nicht mehr und nicht weniger.Winterlandschaft | raupenblau

Was also tun? Ich habe beschlossen, hier einfach etwas mehr über Alltägliches zu bloggen, nicht täglich, aber doch eher wie ein Tagebuch. Dann dürfen die Posts auch etwas weniger aufwendig sein, also auch mal ein Handy-Bild enthalten und nicht so viele Links und Beschreibungen. Es ist ein Versuch, mal gucken, ob das meine innere Perfektionistin befriedigt. Gerade tut sich in meinem Leben viel, nicht so sehr äußerlich, aber innerlich und das möchte ich gerne wiederfinden, wenn ich in ein oder zwei Jahren durch die Posts aus 2014 lese. Keine Angst, ich werde hier nicht mein Innerstes nach außen kehren, dazu ist mir raupenblau dann doch zu öffentlich. Aber indem ich etwas mehr meinen Alltag dokumentiere, hoffe ich, für mich selbst eine Erinnerung zu schaffen an ein hoffentlich wunderbares 2014.

Fangen wir also mit dem letzten Wochenende an, das vor allem eine tolle Neuerung bracht: eine neue Matratze. In den letzten Monaten wachte ich oft auf und fand meine Arme nicht mehr, wenn ich wisst, was ich meine. Irgendwie ein doofes Gefühl, vor allem, wenn man aufstehen und sich Frühstück machen möchte. Als Ursache des Übels wurde dann schnell die Matratze identifiziert, die ich vor Jahren mal für ein Gästebett bei meinen Eltern gekauft hatte. Damals wies mich die Verkäuferin schon darauf hin, dass man nicht täglich darauf schlafen sollte. Genau das habe ich aber die letzten 3,5 Jahre gemacht – gedacht war das als Provisorium. Ich war dann selbst etwas verwirrt und leicht geschockt, dass aus dieser ‚Übergangslösung‘ so viele Monate geworden sind und ich dementsprechend auch schon so lange in meiner Wohnung wohne. Die ich aber liebe, das ist also nicht schlimm.

Aber die Matratze, die liebe ich nicht. Also den Bruder, stolzen Besitzer eines Autos, angerufen und von der Dringlichkeit der Lage überzeugt. Das hab ich wohl so gut hinbekommen, dass er Samstag früh um neun mitteilte, er sei in 20 Minuten da. Da hatte ich es mir grade mit einem schönen Buch auf meiner alten Matratze gemütlich gemacht. Aber gut. Also los. In einem seltsamen, aber nahe gelegenen Matratzenladen durfte ich dann diverse Modelle mit komischen Namen (warum nennt man eine Matratze ‚Solar‘?) Probe liegen und entschied mich letztendlich für das Modell Medic Aqua Medium. Auf der Website lese ich gerade, dass es sich um eine 7-Zonen-Kaltschaum-Matratze handelt. Schön, solche Informationen habe ich vor Ort nicht bekommen. Dafür versuchte die ältere Dame, die den Laden schmeißt, die 140cm-Matratze, die irgendwo über ihrem Kopf auf einem Stapel lag, herunterzuziehen; offenbar, um sie in das Auto zu verladen. Ich hinderte sie daran und bat den Bruder, das zu machen, was einen Sturm der Begeisterung auslöste: „So ein guter Bruder! So ein schöner Bruder! So praktisch!“ Ja, zumindest bei Punkt drei stimme ich uneingeschränkt zu. Der gute, schöne und praktische Bruder fuhr nicht nur die neue Matratze zu mir, sondern auch die alte zu meinen Eltern und dort dann eine noch ältere auf den Wertstoffhof. Danach bekamen wir Curry-Wurst. Man kann allein deshalb schon den Samstag als Erfolg einstufen.Heiße Schokolade | raupenblau

Am Sonntag ging es dann mit dem gleichen schönen, guten und praktischen Bruder auf den Berg. Nach der ersten Nacht auf der tollen neuen Matratze (Wirklich, das Geld ist sehr gut investiert – jeder, der über eine neue Matratze nachdenkt, sollte sie jetzt sofort und auf der Stelle kaufen. Ich habe meine Arme wieder!) war ich glücklicherweise halbwegs ausgeschlafen, so dass ich bei den sich entfesselnden Bruder-Kräften einigermaßen mithalten konnte. Um drei Uhr wurde mein Fahrstil langsam eher unelegant und ich zog mich zu einer Tasse Heiße Schokolade auf die Sonnenterasse eines Cafés an der Liftstation zurück. Der Bruder spielte noch eine Dreiviertelstunde im Schnee und dann ging es wieder heim. Auf dem Weg herunter von Hochfügen ins Zillertal machte ich mir so meine Gedanken, dass es ja schon unschön wäre, hier mit dem Auto abzustürzen. Später erzählte mir Ben, er habe so etwas schon einmal gesehen und wenn man ein bisschen googelt erfährt man, dass das allein 2011 dreimal passiert ist. Seitdem gibt es aber eine bessere Leitplanke. Na dann.

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