So viele Winter

26 Nov

Ich habe ja nun schon einige Winter durchlebt, wie der Indianer sagen würde. Da hat man ja dann auch irgendwann so seine Erfahrungen, was die Jahreszeiten angeht. So saß ich am Sonntagabend neben meinem Vater im Auto, er fuhr mich zum Bahnhof und ich dachte laut vor mich hin: „Es müsste doch jetzt endlich mal schneien.“ Der Vater, der naturgemäß noch mehr Winter auf dem Buckel hat als ich, stimmte mir zu. Der Schnee trödelt. Eine knappe Stunde später tauchte ich aus der Münchner Unterwelt wieder auf und kaum verließ ich die Rolltreppe, landete sowas kleines Weißes auf mir. „Hallo Schnee“ sagte ich, und ging heim. Am nächsten Morgen war es immer noch nicht weiß, aber die kleinen Weißen tauchten immer mal wieder auf, wie schüchterne Vorboten; man konnte ihn schon riechen, den Schnee.

Schnee | raupenblau

(c) Florian Schuberth

Heute morgen war es dann passiert, eine dünne Schneedecke liegt auf den Häusern. Es ist Winter. Da muss man langsam radeln und noch mehr als sonst damit rechnen, dass man überfahren wird. Außerdem hatte ich vergessen, wie doof es sich anfühlt, wenn einem eine Schneeflocke ins Auge fliegt und da schmilzt. Aber immerhin hat nun alles wieder seine Ordnung, so jahreszeitenmäßig. Übrigens habe ich jetzt auch einen Mistelzweig:Mistelzweig | raupenblau

Den werde ich heute Abend aufhängen und jeder, der in meine Wohnung kommt, muss mich von nun an küssen. Jawohl.

Hat schon auch was für sich, dieser Winter.

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