Chairbook

22 Okt

Am Wochenende war ich auf einer Fortbildung zum Thema ‚Jugendliche und Internet‘, die ich zum Teil mitgestalten durfte. Das Kuriose an der ganzen Sache war, dass die Fortbildung auf einem Einödhof stattfand. Ohne Internet. Außer Screenshots und Videos konnte man also nichts zeigen, weswegen wir etwas kreativ werden musste. Eines der Themen waren soziale Netzwerke; an der Fortbildung nahmen auch Personen teil, die noch nie auf Facebook und Co. angemeldet waren. Um auch diesen TeilnehmerInnen ein Gefühl für solche Plattformen zu geben, habe ich mir ein kleines Spiel ausgedacht: Chairbook. Es ist eine Nachbildung von Facebook, aber offline, in einem ganz normalen, echten Raum.Chairbook | raupenblau

Schritt 1: Richte dir dein Profil ein.Chairbook | raupenblau

Wie der Name schon sagt, spielt man Chairbook mit Stühlen. Jedes Mitglied hat einen Stuhl, den es erst einmal ganz nach seinem Geschmack gestalten darf. Unsere Chairbook-Mitglieder hatten ganz unterschiedliche Ideen; sie haben Gegenstände aus dem Tagungshaus verwendet oder den Inhalt ihrer Handtasche auf dem Stuhl/Profil arrangiert.

Schritt 2: Finde Freunde.Chairbook | raupenblau

Jedes Chairbook-Mitglied hat ein kleines Wollknäuel erhalten, mit dem es Freundschafts-Anfragen an andere Mitglieder richten konnten. Dazu wurde das Ende der Wolle am eigenen Stuhl befestigt und das Knäuel dann zu einem anderen Profil getragen. Wenn diejenige Person das Knäuel zurückbringt, ist die Anfrage bestätigt. Mit der Zeit entsteht so ein schönes buntes Netz. Wir haben mit offenen Profilen gespielt – theoretisch könnte man die Profile auch zudecken und nur Freunde dürfen unter die Abdeckung gucken.

Schritt 3: Kommuniziere.Chairbook | raupenblau

Erst einmal dürfen keine neuen Freundschafts-Anfragen gestellt werden. Freunde dürfen miteinander kommunizieren – wir haben das mittels Post Its gemacht. Einfacher und realistischer wäre eine Art Pinnwand an jedem Profil, an die man entweder direkt schreiben oder aber seine Nachrichten anpinnen kann. Mit den Post Its wurde es etwas chaotisch, was ja nun wiederum aber auch nicht unrealistisch ist. ‚Liken‘ konnte man bei uns nicht, weil ich keine passenden kleinen Post Its bekommen habe, das wäre noch eine schöne Erweiterung gewesen. Wichtig: Während des Spiels wird nicht gesprochen, kommuniziert werden darf nur auf Chairbook. Nach einiger Zeit werden auch Freundschafts-Anfragen wieder zugelassen und das Netzwerk-Leben nimmt seinen Lauf.

Schritt 4: Reflektiere.Chairbook | raupenblau

Wir haben circa 15-20 Minuten gespielt (glaube ich) und danach war ich ehrlich gesagt ganz schön geschafft. Das Spiel ist erstaunlich nah am ‚echten‘ Social-Network-Erleben: Es ist spannend zu gucken, was die anderen machen, gleichzeitig ist man immer damit beschäftigt, das eigene Profil zu pflegen und irgendwie auch in Kontakt zu bleiben. Es werden auch unterschiedliche Nutzer-Typen deutlich: Einige Leute waren sehr stark vernetzt und wie wild am Schreiben, andere hatten nur ein oder zwei Freunde und haben sich mit denen intensiv ausgetauscht; wieder andere waren eher am Herumgehen und Beobachten.

Vielleicht kommt ja jemand von euch LeserInnen mal in eine ähnliche Situation und möchte die Chairbook-Idee verwenden – hier findet ihr auch eine kleine Anleitung: Chairbook Kurzanleitung

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