Wandern mit hessnatur

8 Okt

Am Wochenende war ich im Rheinland, auf Einladung des Öko-Labels (darf man das sagen?) hessnatur. Ich hatte mich für dieses Wochenende über die hessnatur Insider-Plattform beworben und wurde nun schon zum zweiten Mal für einen Produkttest ausgewählt – im letzten Herbst gab es ja einen Woll-Cardigan zu testen. Diesmal wurden zwei Produkte auf einem Teilabschnitt des Rheinsteigs getestet.Rheinsteig | raupenblau

Bevor ich ein wenig vom Wochenende plausche, möchte ich kurz ein paar Worte dazu sagen, warum ich überhaupt hier über hessnatur schreibe – müsste ich ja nicht, denn eine Berichterstattung auf meinem Blog wurde nicht verlangt. Die Marke hessnatur kenne ich schon seit meiner Kindheit, allerdings liegt sie zum Teil einfach außerhalb meiner Preisklasse (auch wenn die Preise für fair produzierte Produkte aus Naturfasern sicher angemessen sind). Einige Stücke besitze ich aber, weil ich sie mir geleistet, im Abverkauf ergattert oder geschenkt bekommen habe und bin mit den Teilen auch sehr zufrieden. Ich kann also guten Gewissens sagen, dass ich Kleidung von hessnatur weiterempfehlen kann. Was mich aber an dem Cardigan Test und der aktuellen Aktion auch interessiert, ist der Ansatz, Kunden aktiv in Entwicklungsprozesse mit einzubeziehen oder zumindest ihr Feedback zu bestimmten Produkten einzusammeln – selbst wenn der Hauptgedanke dahinter eher in Richtung Marketing geht (weiß ich natürlich nicht), finde ich das aus rein professioneller Sicht spannend und werde dazu auch ein paar Worte sagen. Fazit: Find ich spannend und steh ich dahinter, kann also auf raupenblau auftauchen.

Zu dem Wander-Wochenende waren 25 Personen eingeladen. Gewandert wurde zwei Tage lang, wobei alle TeilnehmerInnen an einem Tag ein Funktionsshirt der Marke Kaikkialla (eine Hausmarke von u.a. Globetrotter) und am anderen Tag ein Wollshirt von hessnatur. Darüber wurde an beiden Tagen ein Wachsparka von hessnatur getragen. Hier sieht man ihn an einem männlichen hessnatur Modell, das am zweiten Tag irgendwie auch mitwanderte:Hessnatur Modell | raupenblau

Ziel der Aktion war ein Vergleich der beiden Shirts; die ganze Aktion wurde wissenschaftlich begleitet von zwei Mitarbeitern der Medizinischen Universität Graz: Prof. Herfried Pessenhofer und Manuel Holzer (der mysteriöserweise nicht mehr auf der Website der Uni geführt wird). Prof. Pessenhofer verabschiedete sich aber ganz professoral nach einer halben Stunde und überließ dem Kollegen Holzer die Feldarbeit. Die bestand darin, allen Teilnehmern einen sog. I-Button auf die Brust zu kleben (die Herren mussten sich dazu schon im Vorfeld enthaaren). Die Teile werden normalerweise zur Überwachung von Kühlketten genutzt und zeichnen Daten wie Temperatur und Feuchtigkeit auf (genau weiß ich es nicht). Außerdem mussten alle Teilnehmer regelmäßig ihren Puls messen und notieren und am Ende jedes Tages ihren ‚Wohlfühlfaktor‘ über einen (sehr schlecht gestalteten) Fragebogen kundtun.

Bisher habe ich mich dem Thema Funktionskleidung und Ausrüstung auf diesem Blog bewusst nicht gewidmet, da macht man ja ein Riesenfass auf. Allerdings fand ich das Wochenende doch sehr interessant, denn einen so direkten Vergleich hat man ja selten. Ich habe mir daher überlegt, bei passender Gelegenheit mal ein paar Worte über meine Wander-Ausrüstung zu schreiben und dann auch auf das Test-Wochenende Bezug zu nehmen. Heute bleibe ich aber erstmal beim Wochenend-Bericht. Außer dem hessnatur Team und dem Kollegen Holzer war nämlich auch noch Manuel Andrack als ‚Wander-Experte‘ dabei. Da ich für die Harald Schmidt Show etwas zu jung bin und mich Sekundär-Wanderliteratur nicht interessiert, war er mir kein Begriff. Allerdings dachte ich, es wäre ja mal nett, einen Wander-Experten zu treffen. Leider hat er das ganze Wochenende nichts anderes getan, als mit seinem GPS den gut ausgeschilderten Weg zu beobachten (Wanderroute ist hier beschrieben) und sich freundlich mit allen zu unterhalten. Da hätte ich mich über mehr Input gefreut, außerdem haben wir uns trotzdem verlaufen.

Der erste Wandertag von Johannisberg zum Kloster Eberbach war leider von strömenden Regen geprägt, den der Wachsparka dann auch irgendwann nicht mehr abhalten konnte – wir kamen pitschnass an unserem Zielort an. Schade, denn das wenige, was man durch den Regenschleier vom Weg sehen konnte, sah sehr vielversprechend aus. Dafür gab es abends dann ein sehr leckeres Abendessen in einem schönen warmen Gastraum mit Holzfeuer:Kloster Eberbach | raupenblau

Am nächsten Tag war es dann glücklicherweise trocken, zumindest von oben. Wir wanderten wieder von Johannisberg aus über das Kloster Marienthal zur Abtei Hildegard von Bingen, die wir leider nicht mehr besichtigen konnten. Allerdings muss ich sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt auch schon langsam genug hatte. Die beiden Wanderungen gaben ja viel Raum für Gespräche und ich habe einige sehr sympathische Menschen kennen gelernt – aber so viele Meinungen auf einem Haufen sind auch ein bisschen anstrengend und zum Teil wurde es schon sehr öko. Unter anderem wurde mir mehrmals erklärt, dass Bienen furchtbar leiden, wenn man ihnen den Honig wegnimmt. Als Imker-Kind musste ich da schon ein wenig an mich halten. Weintrauben | raupenblau

Alles in allem war es ein gut organisiertes Wochenende und als Teilnehmerin war man auf jeden Fall gut versorgt. Etwas schade fand ich, dass auf inhaltliche Aspekte wenig Wert gelegt wurde – es gab keine Vorstellungs-Runde der TeilnehmerInnen; wäre es ‚mein‘ Event gewesen, hätte ich die Möglichkeit auch genutzt, Gruppendiskussionen mit einigen TeilnehmerInnen zu führen, um so noch systematischer Feedback zu den Produkten einzusammeln. Auch in die andere Richtung hätte man ruhig noch mehr machen können – ich hätte gerne noch etwas über das Unternehmen, seine Grundsätze und Arbeitsweisen erfahren – wenn man sich von so einem Event einen Multiplikatoren-Effekt erhofft, wäre das sicher hilfreich gewesen. So ist man halt gewandert, hat seinen I-Button abgegeben und das war’s.

Die Shirts und den Parka durften wir mit nach Hause nehmen und wie gesagt werde ich demnächst mal ein paar Worte zu diesen und anderen für das Wandern nützlichen Ausrüstungsgegenständen berichten. Hessnatur hat auch noch Material (Fotos etc.) versprochen und wenn da etwas spannendes dabei ist, werde ich das natürlich auch noch herzeigen.

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2 Antworten to “Wandern mit hessnatur”

  1. Gosia Julia Kozlowska Oktober 25, 2013 um 11:14 #

    Hallo Clarissa! Sehr schöner und vor allem sehr authentischer Beitrag. Ich hatte ebenso viel Spaß an dem Wander-Wochenende mit hessnatur, bereue aber dass der Wanderexperte uns praktisch nichts über unser Weg und das Wandern allgemein erzählt hat. Da ich kaum Fernseher schaue, kannte ich ihm auch nicht. Erst nach diesem Wochenende habe ich mich über seinen Wander-Bücher informiert und die interessant gefunden habe. Die hessnatur Klamotten genieße ich aber sehr.
    Falls du dir auch ein paar Fotos von mir anschauen möchtest, habe ich die auf meinem Blog eingefügt.
    Grüße aus Berlin!

    • Clarissa Oktober 25, 2013 um 12:35 #

      Hallo Gosia, na klar, da gucke ich gleich mal vorbei!

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