Wendelstein

26 Aug

Sehr lange war ich nicht mehr auf dem Wendelstein gewesen. Circa zwölf Jahre lang nicht. Das letzte Mal war ich ein unsportlicher Teenager und habe die vielen angelegten Stufen im Wanderweg in grausamer Erinnerung. Die gibt es auch heute noch, aber sie fühlten sich weniger an und ich wurde von unserer Tour am Freitag angenehm überrascht. Letzten Oktober hatte ich festgestellt, dass der Wendelstein von der Lacherspitze aus aussieht wie aus einer Modelleisenbahn. Tut er auch noch, wenn man draufsteht:Wendelstein | raupenblau

Unser Ausflug war aber nicht nur in purer Wanderslust begründet, sondern hatte auch einen wissenschaftlichen Hintergrund – wir besuchten unsere KollegInnen im LMU-Observatorium. Das Observatorium gibt es 1939. Es wurde zunächst von den Nazis genutzt, um die Auswirkungen der Sonnenaktivität auf den kriegsrelevanten Funkverkehr zu erforschen. Seit 1949 gehört die Sternwarte zur LMU und es wird nur noch friedlich geforscht. Wir durften uns den alten Koronografen näher ansehen:Koronograf Wendelstein | raupenblau

Wenn ich das alles richtig verstanden habe, kann man damit besonders gut Bewegungen an der Sonnenoberfläche beobachten, z.B. Eruptionen oder Sonnenstürme. Das Gerät wird heute nicht mehr zu Forschungszwecken genutzt. Es steckt in einer schicken Kuppel, die von einem Rosenheimer Bootsbauer handgefertigt wurde:Koronograf Wendelstein | raupenblau

Seit neuestem hat das Observatorium ein 2-Meter-Teleskop. Damit kann man genauso gut ins Universum gucken wie von Chile oder Hawaii aus (da geht das wohl sehr gut). Es sieht aber nicht sehr romantisch aus:2-Meter-Teleskop | raupenblau

Nach so viel Wissenserwerb sollte man sich natürlich stärken. Was isst man da am besten? Genau. Einen Kaiser! Und nun kommen wir zum wirklich sehr traurigen Teil des Tages. a) Es gab keinen Kaiser. b) Stattdessen gab es an der Bergstation das schlechteste Essen, dass ich je auf einem Berg zu mir nehmen musste. Esst. Nicht. Am. Wendelstein. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Widmen wir uns schöneren Dingen. Wir waren natürlich auch in der Wendelstein-Höhle, die ihre zwei Euro Eintritt schon Wert ist. Sie ist beleuchtet und wesentlich harmloser als die doch etwas gruselige Schlüssellochhöhle. Hier ein Blick aus der Höhle heraus (drinnen war es doch recht dunkel zum Fotografieren):Wendelsteinhöhle | raupenblau

Alles in allem ein wirklich schöner, interessanter Tag. Angenehme tausend Höhenmeter.

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