Taubensee

7 Aug

Am Wochenende wurde nicht nur gefischt, sondern auch gewandert. Während die Herren Forellen angelten, machte ich eine kleine Wanderung, von Kössen zum Taubensee, das Kaiserwinkel-Panorama immer im Blick:Kaiserwinkel | raupenblau

Losgewandert bin ich beim Gemeindeamt Kössen, wo man in der Nähe auch kostenlos parken kann. Bis man den Wanderweg erreicht, geht man ca. 20 Minuten an einer Straße entlang. Diese ist nicht stark befahren und recht malerisch, aber bei der Bullenhitze letzten Samstag war das nicht grade angenehm. Eine Alternative wäre gewesen, zum Mühlberg-Parkplatz zu fahren, der kostet glaube ich zwei Euro. Die hätte ich mir auch leisten können, aber damit wäre fast eine Stunde meiner Wanderung ‚verloren‘ gewesen. Für einen sehr heißen Tag würde ich das trotzdem empfehlen. Alles in allem habe ich noch nie in meinem Leben am Berg derartig geschwitzt. Zum Glück hatte ich ein Handtuch dabei und konnte mich zwischendurch abtrocknen. Aber ich wusste ja, am Ende wartet ein kühler kleiner Bergsee auf mich.Taubensee | raupenblau

Der Weg nach oben ist wenig spektakulär, das große Plus ist aber der fantastische Ausblick. Kurz führt er noch einmal über eine kleine Straße an einigen Höfen (und dem Mühlberg-Parkplatz) vorbei, danach gibt es diverse Alternativen. Irgendeine bin ich gegangen und sie führte meistens über recht breite, gut ausgebaute Wanderwege und glücklicherweise viel durch den Wald. Nach einem letzten fiesen steilen Wegstück erreicht man die Taubenseehütte. Ich war schon einmal dort und hatte den Kaiser nicht in guter Erinnerung, daher und aufgrund der Temperaturen verzichtete ich auf einen Test. Die Hütte macht inzwischen auch sehr auf schick, man bekommt sein Wasser aus so Wein-Karaffen, das finde ich affig. Der Garten sieht aber gemütlich und schattig aus (Schatten war für mich ein großes Thema). An der Hütte vorbei kommt man in fünf bis zehn Minuten zum Taubensee:Taubensee | raupenblau

Ich fand eine kleine Bucht, hängte meine gesamte Kleidung zum Trocknen auf, schlüpfte in den Bikini und platschte über matschige Holzteile ins Wasser. Der See ist laut Infotafel mindestens 40 Meter tief – so weit sind Taucher bisher gekommen, er geht aber vermutlich noch tiefer in den Berg hinein. Diese Tatsache sowie die hohe Süßwasserkrebs-Population ließen mich nicht so lange im Wasser verweilen – irgendwie gruselig. Außerdem geht noch die deutsch-österreichische Grenze mitten durch den See, man weiß also nie, in welchem Land man grade schwimmt. Abgekühlt widmete ich mich die nächsten eineinhalb Stunden meiner Brotzeit und den russischen Klassikern (ich befand mich glaube ich auf der deutschen Seite, auf der österreichischen gingen ein paar Kühe baden).Rast | raupenblau

Bergab hatte ich die super Idee, einen anderen Weg zu wählen (über Ruppen), denn laut Karte ging der an einem Fluss entlang. Das war auch so, aber der Weg war leider komplett geteert und am Fluss dann auch befahren. Und am Anfang auch nicht im Schatten, aber inzwischen hatte ich mich mit meinem Schicksal abgefunden und eine neue Schicht 50+ Sonnencreme aufgetragen. Trotzdem war der Abstieg ganz nett, es kamen nur wenige Autos vorbei und der Ausblick war schön. Noch schöner war, dass mir für das letzten Stück zwei Wanderer mit Auto anboten, mich mitzunehmen. So blieb mir der Backofen-Gang zurück ins Dorf erspart und ich konnte mich auf der Toilette der Bergwacht provisorisch wieder in einen normalen Menschen verwandeln. (Wichtige Grundregel beim Wandern im Sommer: Immer frische Klamotten im Auto haben! Inklusive Unterwäsche, versteht sich.)

Für den Aufstieg habe ich knapp zwei Stunden gebraucht, obwohl ich ab und zu auf eine schattige Bank kollabiert bin. Runter ging recht schnell, vielleicht eineinhalb Stunden. Hier gibt es noch eine Tourenbeschreibung. Vor drei Jahren bin ich mit einer Freundin von der anderen Seite des Berges zum Taubensee aufgestiegen, von Hinterwössen aus. Das fand ich schöner, wenn auch zum Teil recht steil. Man kommt auch von Reit im Winkl dorthin, was sicher auch mal einen Versuch wert wäre, denn der See ist wirklich wunderschön und nicht allzu überlaufen.

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3 Antworten to “Taubensee”

  1. Ralf August 31, 2013 um 21:38 #

    Der Taubensee ist genial, da er an der Grenze Österreich-Deutschland gelegen ist. Unsere Firma überlegt sich, sich mit der deutschen Firma dort zu treffen für einen Ausflug. Leider haben wir noch kein passendes Seminarhotel rundherum gefunden… Bis jetzt verweilten wir in einem Seminarhotel in der Steiermark, das aber auch sehr gut war. Nun wollen wir aber was neues und der See würde sich sehr anbieten. Lg Ralf

    • Clarissa August 31, 2013 um 22:43 #

      Ist wirklich eine tolle Gegend – vllt mal Richtung Chiemsee gucken wegen Hotels? Da ist ja viel. Da oben würde ich jedenfalls auch gerne mal ein Meeting haben 😉

Trackbacks/Pingbacks

  1. Wir suchen die besten Wandertipps für Kössen und Umgebung | Gästehaus Rottenspacher - Juni 18, 2015

    […] Die Bloggerin „Raupenblau“ beschreibt hier ihre tolle Wanderung vom Gemeindeamt in Kössen bis zum Taubensee. Ein Ausflug, der mit einem Bad im See am Ende die perfekte Erfrischung bietet: https://raupenblau.wordpress.com/2013/08/07/taubensee/ […]

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