Ronjas neue Kette

24 Jul

In letzter Zeit wurden zwei schöne Texte über das Radfahren in München geschrieben: Anke Gröner schwärmte vom Radeln in München als Form der fahrtwindgekühlten Fortbewegung und Helga Birnstiel widmete sich dem tatsächlich sehr polarisierenden Phänomen der Fahrradstraße. Ich radel ja auch und zwar sommers wie winters und nein, ich beklage mich jetzt nicht, dass in den Sommermonaten jeder radelt. Das ist schon ok. München gibt sich ja Mühe, seinen Radlern Platz und Freiraum zu schaffen und hey, demnächst darf man sogar legal Akku-Fahrradlichter verwenden (was ohnehin seit mindestens zehn Jahren fast jeder tut, aber besser spät als nie).

Nur an einer Sache mangelt es hier im Sommer, und das sind gute Fahrradwerkstätten. Davon gibt es zwar einige (z.B. die von meinen Kollegen so heiß geliebte CycleClinic oder der von mir sehr geschätzte Panorama Radsport Hofsäß), aber die sind im Sommer hoffnungslos überlastet. Wenn was kaputt ist, dann dauert die Reparatur oft einige Tage. In der Zeit hat man dann logischerweise seinen Drahtesel nicht zur Verfügung und muss sich ohne Fahrtwind fortbewegen. Ein nicht unbedingt akzeptabler Zustand.

Nun war es so, dass Ronja (mein Fahrrad) und ich am Sonntag mit dem Freund und dessen Familie (inklusive 80jährigem Opa) eine Radtour unternommen haben. 54 Kilometer weit sind wir geradelt (zwischendurch war der Opa spurlos verschwunden – nach einigem Suchen meldete er sich telefonisch und verkündete, er sei schon einige Dörfer weiter). Irgendwann ging es bergauf, ich schaltete runter, Ronjas Kette sprang heraus und verhakte sich an der Aufhängung des Kettenschutzes. Das wusste ich natürlich nicht, trat weiter, in der Hoffnung, die Kette würde sich wieder fangen. Ergebnis: fies verbogenes Kettenglied, das immer mal wieder vom Zahnrad hüpfte. Und natürlich hatte keiner Zeit, meine arme Ronja zu reparieren. Da blieb nur eins: selber machen.

Natürlich hatte ich nicht wirklich eine Idee, wie sowas funktioniert, aber es gibt ja das gute alte Internet. Erste Erkenntnis: Man braucht einen Kettennieter (10 Euro):Kettennieter |raupenblau

In diesem Video ist ganz gut erklärt, wie so ein Ding funktioniert. 

Damit muss man dann eigentlich nur seine alte Kette zerlegen und die neue einfädeln. Schlauerweise habe ich vorher ein Foto von meiner Schaltung gemacht, um nachher auch richtig zu fädeln:Kettenschaltung | raupenblau

Meine neue Kette (15 Euro) kam quasi mariniert, also bereits geölt und hatte einen praktischen Klick-Verschluss. Damit war die gute Ronja in wenigen Minuten wieder einsatzbereit. Übrigens richtet sich die Länge der Kette nach der Anzahl der Gänge. Fahrradkette | raupenblau

Haben wir wieder was gelernt. Bremsen hab ich auch schon nachgestellt, als nächstes dann: Bremsklötze auswechseln. Danach ist hoffentlich Herbst und Ronja kommt wieder in kompetente Hände.

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