Hintertux

17 Jun

Dieses Blog verkommt zu einem Wander-Blog. Ich muss aufpassen. Dabei stricke ich doch ab und zu auch was, es könnte ruhig mal wieder ein bisschen mehr Strick-Blog sein. Oder Koch-Blog, ich habe kürzlich einen sehr leckeren Brotsalat gemacht. Oder oder. Gestern bin ich nun einmal gewandert, und zwar mal wieder in  Hintertux, wo es die vielen Murmeltiere gibt. Das letzte Mal war es dort ja sehr neblig, diesmal gar nicht. Daher habe ich nun auch Sonnenbrand – zwar habe ich mich brav und mit hohem LSF eingecremt, aber eher ‚ungleichmäßig‘, sprich: ich habe rote Flecken.

Zum Einstieg und um das Thema Hautpflege zu beenden, erstmal ein Bild von einem Kurzblättrigen Enzian (Gentiana bachphylla):Kurzblättriger Enzian | raupenblau

Das Wetter war also hervorragend, Bruder und Freund stürzten sich auf die Piste, ich stieg an der Sommerbergalm (2.100 Meter) aus, mit dem Ziel, zum Tuxer Fernerhaus (2.660 Meter) aufzusteigen. Ich wollte gerade die Stecken ausfahren, da sprachen mich zwei Damen mittleren Alters an, wie man denn nun zum Gletscher käme. Ich deutete auf den Wanderweg. Nein, erklärte man mir, man sei aus der Großstadt, dementsprechend könne man nicht laufen.

Ach so. So hatte ich das ja noch gar nicht gesehen. Ich verwies sie an die zweite Gondel und stiefelte los.

Zwanzig Minuten später war weit und breit kein Mensch mehr zu sehen. Als ich elegant eine Kombination aus altem Schnee und noch älterem Gras überwinden wollte, legte ich mich erst einmal gepflegt auf die … Hose. Natürlich landete ich nicht im Schnee, sondern im Matsch. War ja klar. Ich war dann doch ganz froh, dass die beiden Großstädterinnen den Lift genommen hatten, denn der Restschnee machte den ersten Teil des Weges für Stadtschuhträger doch recht lebensgefährlich. Leider führte der Weg bald zurück zur Versorgungsstraße. Weniger gefährlich, aber langweilig und hässlich. Natürlich traf ich direkt ein paar Murmeltiere, die mich gezielt ignorierten. Nur ein einziges machte sich die Mühe zu pfeifen, die anderen streckten mir schlicht ihren Allerwertesten entgegen: Murmeltier | raupenblau

Ansonsten gab es noch viel Fels und Schnee zu sehen und ich kam mal wieder zu dem Ergebnis, dass es tatsächlich einen Unterschied macht, ob man seine Wanderung bei 1.000 oder 2.000 Höhenmetern startet. Es lief aber ganz gut und irgendwann kam ich beim Tuxer Fernerhaus an.Fels und Eis | raupenblau

Nur, dass es weg war. Stattdessen waren da die Lifte, riesige Schutthaufen, viele Menschen, die Spaghetti von einem Imbiss aßen und ein chinesischer Bautrupp. Den Bautrupp entdeckte ich, als gerade meine Unterlippe allergisch auf meinen Müsliriegel reagiert hatte. Das war mir dann zu viel, ich floh in die Gondel und fuhr zurück zur Sommerbergalm. Zwei Stunden Aufstieg für eine völlig surrealistische Bergsituation, etwas bewährtes musste her. Ich beschloss, über den Wasserfallweg zurück zur Talstation zu steigen. Den Weg war ich vor ein paar Jahren schon gegangen, es gibt tatsächlich sehr viele Wasserfälle und ich hatte eine Kreuzotter gesehen. Der Abstieg diesmal war identisch, außer dass die Schlange früher kam, schwarz war und mich wütend anfauchte:Höllenotter | raupenblau

Sie hatte keine große Lust auf ein Foto, wie man sieht. Es handelt sich übrigens auch um eine Kreuzotter, in der schwarzen Variante, auch Höllenotter oder Alpenviper genannt. Giftig, aber nicht tödlich. Der Weg führte dann gewohnt malerisch über kleine Flüsse…Bergbach | raupenblau

… und vorbei an der Klamm:Kesselfall | raupenblau

Der Hintertuxer Gletscher (Übersichtskarte) ist irgendwie immer ein irritierendes Erlebnis. Selten sieht man so viele Tiere und Blumen und gleichzeitig ist er so stark touristisch erschlossen, dass es kaum ertragbar ist. Irgendwie ist das aber pädagogisch sinnvoll, ich finde die liftfahrenden Tagesgäste sollen ruhig auch sehen, was diese Art des Bergerlebnisses anrichtet.

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2 Antworten to “Hintertux”

  1. Sven Maierhofer August 9, 2013 um 20:56 #

    Ich war bis jetzt nur im Winter am Hintertux Gletscher – anscheinend ist dieser im Sommer wohl auch für Wanderungen sehr empfehlenswert! Wäre doch garantiert eine Überlegung wert!

    • Clarissa August 10, 2013 um 10:23 #

      Auf jeden Fall Sven – allerdings ist die Seite Richtung Zillertal schon recht verbaut. Wenn man darüber aber hinwegsehen kann, ist es super! Und Richtung Süden wartet ja noch der Berliner Höhenweg 🙂 der steht definitiv noch auf meiner Liste!

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