Mühle

2 Jun

Von Fronleichnam bis zum darauffolgenden Sonntag war ich mit netten Freunden und Kollegen im Salzkammergut in einer privaten Mühle, quasi als Anschluss an meinen Segelbesuch am Chiemsee. Dort hatte sich ja schon angedeutet, dass das Wetter nicht unbedingt auf dem Pfad der Freundlichkeit wandelte. Im Salzkammergut wandelte es dann schon deutlich auf dem Pfad Richtung Überschwemmung. Hier ein Bild aus einem der kleinen Mühlenfenster, das Gegrissel ist der Regen:Mühlen-Fenster | raupenblau

Nichtsdestotrotz stürzten wir uns schon am ersten Abend auf einen Spazierweg zu einer Alm. Danach beschlossen wir, dass der nächste Tag vor allem einen Einkaufs-Trip nach Gmunden erforderte, um mehr Regenkleidung zu besorgen. In der Zwischenzeit vertrieben wir uns die Zeit zum Beispiel mit Kriacherl-Likör aus dem Chiemgau:Kriacherl-Likör | raupenblau

Mit fantastischem Apfel-Rhabarber-Kuchen:Apfel-Rhabarber_Kuchen | raupenblau

Sitzend in der guten Stube:Stube in der Mühle | raupenblau

Holzhackend vor großem Publikum:Holzhacken | raupenblau

Am nächsten Tag ging es dann nach Gmunden, zuerst einmal in die Gmundner Keramik-Manufaktur. Unsere Gastgeber sind bereits gut mit der etwas günstigeren B-Ware ausgestattet, auch die Mühle ist voll von den typischen grünen Tellern. Ich legte mal den grünen Grundstein für eine potentielle Sammlung mit diesen zwei hübschen kleinen Tellern:Gmundner Keramik | raupenblau

Mit zurück in die Mühle kamen (neben später noch erworbenen Regenhosen und -jacken) ein Stövchen für den Tee und diese Milch-(Hirsch-)Kuh, deren Schicksal vorgezeichnet war: Sie sollte später den tödlichen Schnaps der Mühlen-Nachbarn beinhalten. Julia und die Kuh | raupenblau

Alle überlebten den Abend, auch die Kuh und am Samstag hörte es tatsächlich einfach mal für ein paar Stunden auf zu regnen. Eine Wanderung auf die ‚Schlafende Griechin‘ (der offizielle Name des Berges ist mir entfallen) stand auf dem Programm. Tatsächlich mussten wir unsere Regenkluft nicht auspacken, aber die Bewölkung ringsum deutete schon an, dass da noch mehr Wasser im Himmel auf uns wartete:Salzkammergut | raupenblau

Ich ging nicht ganz bis zum Gipfel, aber mir wurde berichtet, dass dort Schnee lag. Beim Abstieg konnte man dann tatsächlich auch kurz einmal ins Tal auf den Traunsee blicken:Traunsee | raupenblau

Während des Abstiegs trafen wir einen Mann, der den sehr steilen Steig herunterjoggte. Er trug eine kleine Wasserflasche und einen Stab bei sich, mit dessen Hilfe er sich um die Kurven schwang. Er blieb kurz stehen, um mit uns zu reden (wir machten gerade Pause, um unsere vom steilen Weg geschundenen Füße auszuruhen) und erklärte uns, er würde für den Bergmarathon ‚Rund um den Traunsee‘ trainieren. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass der ‚Marathon‘ nicht die üblichen 42, sondern schlappe 70 Kilometer lang ist und außerdem noch kaum erwähnenswerte 4500 Höhenmeter umfasst. Man startet zwischen drei und fünf Uhr morgens und wenn man die Strecke nicht beendet, wird man von der Rennleitung dringend gebeten, telefonisch Bescheid zu geben. Etwas trainieren muss man da schon, sagte uns unsere Bekanntschaft. Die ganze Begegnung erinnerte mich sehr an meine Wanderung zur Stepbergalm 2011. Immer diese unglaublich fitten Menschen. Nachdem unser Marathon-Läufer von dannen gerannt war, trafen wir noch diesen gemütlichen Zeitgenossen:Maikäfer | raupenblau

Kaum waren wir zurück in der Mühle, war der Regen wieder überall. Es folgte ein erbitterter Siedler-Kampf und ein paar Gläser Gin Tonic und Holunder-Radler (überraschend lecker). Am nächsten Morgen durften wir uns dann noch in das schöne alte Gästebuch eintragen:Gästebuch | raupenblau

Und da keiner von uns so schön zeichnen kann wie die Mühlenbesitzer-Familie, blieben wir einfach bei dem, was wir können – und hinterließen den Link zu diesem Post im Gästebuch. Das hier ist also quasi der Gästebuch-Eintrag – und falls jemand über das Buch hierher gekommen ist: Hallo und eine schöne Zeit in der guten alten Mühle!Gästebuch-Eintrag | raupenblau

Der Rückweg nach München gestaltete sich etwas mühsam, denn die A8 war überflutet. In Kombination mit dem Ende der bayerischen Pfingstferien keine ideale Ausgangssituation. Ich lotste meine Fahrgemeinschaft über kleine Sträßchen durch das Chiemgau und unauffällig am Chiemsee vorbei, um einen Blick auf unser Boot zu werfen – zum Glück hatte es noch trockene Füße (es steht an Land). Menschen die ihre Boote vom Steg aus besuchen wollten, brauchten dagegen schon Gummistiefel:Chiemsee Überschwemmung | raupenblau

Den Rest der Geschichte kennt wohl jeder: Jahrhundertflut mit großen Schäden. Aber trotz oder vielleicht gerade wegen des ganzen Regens konnten wir ein fast schon magisches Wochenende in der Mühle verbringen. Und vielleicht darf ich das Salzkammergut ja irgendwann auch einmal ohne Wolkenverpackung sehen.

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