Das Kaffee-Drama oder: Warum das Leben manchmal unerträglich ist

22 Mai

Espresso | raupenblauIch bin untröstlich. Es ist echt ganz schlimm, ich kann gar nicht mehr lachen und bin nun schon mehrfach den Flur vom Büro zur Teeküche entlang getigert, im verzweifelten Versuch, noch etwas zu retten. Aber es ist schwer, sehr schwer.

Es geht um meinen Kaffee. Ich habe im Büro eine Kaffeemaschine, andere KollegInnen haben auch Kaffeemaschinen, es ist nicht schwer, an das Zeug zu kommen. Aber manchmal möchte ich eben einen richtig tollen Kaffee, einen Latte Macchiato, mit super dichtem Milchschaum und einem richtig guten Espresso. In solchen Momenten gehe ich in unsere Cafeteria. Das wird bei den meisten Menschen, die mit mir arbeiten, erst einmal einen kalten Schauer auslösen. Aber tatsächlich ist neben den Cookies der Latte Macchiato in der Cafete ein Geheimtipp. Es gibt Latte Macchiato aus einer Maschine, die man selbst durch Knopfdruck bedient – den kann man vergessen. Geht man aber an die Theke und verlangt das Getränk von den Mitarbeitern, bekommt man es frisch zubereitet, mit so einem professionellen Gerät.

Leider bedient sich so ein Gerät nicht von selbst. Es gibt zwei Mitarbeiter, die die Maschine bedienen. Nummer eins, ein junger Herr, ist dafür bestens qualifiziert. Er bereitet schnell und routiniert einen tollen Milchschaum zu und schüttet dann schwungvoll den parallel gekochten Espresso hinein – perfekt. Dreimal dürft ihr raten, wer heute nicht da war. Genau, Nummer eins war nirgends zu sehen. Stattdessen hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, mir meinen Latte von Nummer zwei, einer Dame mittleren Alters zubereiten zu lassen. An dieser Stelle muss ich sagen, dass dieser Post vor allem eine therapeutische Funktion hat. Ich muss den Schrecken aufschreiben, um ihn verarbeiten zu können.

Es geschah also Folgendes. Während der Espresso so vor sich hintropfte (natürlich hatte sie das Pulver im Sieb nicht korrekt festgeklopft, aber da gehen die Meinungen eh auseinander und ich will mal nicht so sein), füllte sie Milch in ein Kännchen. Dann hielt sie die Düse in die Milch und verharrte bewegungslos. Für einige Minuten. Sie bewegte sich nicht. Folglich bewegte sie auch nicht die Milch. In die Milch wurde also einfach nur heißer Dampf eingeleitet. Sie wurde dementsprechend erhitzt und verwässert. Anschließend wurde die heiße, wässrige Milch in einen Pappbecher gekippt. Ach nein, Moment, ich habe etwas vergessen: ERST wurde der arme Espresso in den Becher gekippt und DANN die Milch!!! Danach wurden mir ohne mit der Wimper zu zucken 1,80 Euro abverlangt und nun sitze ich hier, mit einem sehr heißen, nicht schaumigen, wässrigen Getränk. Es ist zum Heulen. Hätte ich mir doch wenigstens einen Cookie dazu gekauft.

PS: Das Bild oben ist aus Rom, der Stadt, in der solche Dinge einfach nicht passieren.

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Eine Antwort to “Das Kaffee-Drama oder: Warum das Leben manchmal unerträglich ist”

  1. Juli Mai 22, 2013 um 15:32 #

    Jetzt verstehe ich endlich auch, warum der Tag einfach nicht besser wird. Dabei hätte ich’s mir denken können! Dass es nichts Gutes bedeuten kann, wenn eine Verkäuferin einen darauf aufmerksam macht, dass auf der anderen Seite der Theke eine Ein-Knopfdruck-Kaffeemaschine steht… Schon seit gestern wünsche ich mir meinen Lieblingsbarista und meinen nicht verbrannten Gaumen zurück.

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