Winterzauber auf dem Riesenberg

18 Jan

Ich sag’s gleich: Das hier wird ein bildreicher Post. Denn was ich am Wochenende gemacht habe, lässt sich viel besser mit Bildern als mit Worten beschreiben. Kurz nach Weihnachten war ich mit der Familie Skifahren und so gern ich das mache: Irgendwie kam ich mir nicht vor, als wäre ich auf einem Berg. Obwohl sich das kaum bestreiten ließ, ich war von Bergen umgeben und ich bewegte mich ständig bergauf und bergab. Aber halt entweder im Lift oder auf Brettern. Und irgendwie dämmerte mir, dass mir das Wandern im Winter fehlt. Daher habe ich mir relativ spontan diese Dinger hier zugelegt:

Schneeschuhe von Tubbs

(c) Christoph Iwaniez

Das sind Schneeschuhe und zwar handelt es sich um Schneeschuhe der Marke Tubbs. Ich habe diese Marke gewählt, da sie viele Damenmodelle führt, was bei Schneeschuhen nicht ganz unwichtig ist: Frauen haben nicht so diesen Cowboy-Schritt drauf, wir gehen auch im Tiefschnee wie normale Menschen, daher benötigen wir schmalere Schneeschuhe. Logisch, oder? Fehlten nur noch Partner für das Schneeschuh-Abenteuer und ich hatte Glück: Mein bester Freund hatte sich unabhängig von meinen Überlegungen Schneeschuhe zu Weihnachten gewünscht.

Und schwupps saßen wir Samstag früh im Zug Richtung Chiemgau, wo wir in Bernau auf vier nette junge Herren aus Mannheim trafen. Gemeinsam stiegen wir von Frasdorf aus (erstmal nur in Wanderschuhen) hinauf zur Frasdorfer Hütte (19 Euro für eine Übernachtung im Bettenlager inkl. Frühstücks-Buffett; keine DAV-Hütte), wo wir unser Gepäck abluden und uns die neuen Sportgeräte mal näher anguckten. Ich war sofort ziemlich begeistert, vor allem, als ich feststellte, dass Gewicht eine nicht unwichtige Rolle spielt bei der ganzen Sache.

Am Samstag beschränkten wir uns eher auf’s Testen und kletterten ein bisschen in steilen Hängen und Tiefschnee rum – natürlich nur zwischen Bäumen, die Lawinengefahr ist ja nach wie vor nicht zu unterschätzen. Den Abend verbrachten wir dann ganz ruhig und besinnlich auf der Frasdorfer Hütte. Das war jedenfalls der Plan. Wir hatten allerdings ebenso wenig mit der Party-Crowd aus dem Dorf gerechnet, die im Gastraum einen 30. Geburtstag feierte wie mit dem ziemlich guten Zweigelt, den man flaschenweise erwerben konnte. Daher gibt es von diesem Abend nur eine verschwommene Impression, ist besser so:

Abend auf der Frasdorfer Hütte Am nächsten Morgen ging es dann nach einem stärkenden Frühstück mit sehr leckerer selbstgemachter Marmelade auf den Berg. Der Witz beim Schneeschuhgehen ist, nicht auf dem Wanderweg, sondern querfeldein zu laufen. Dabei sollte man natürlich Schutzzonen meiden und nicht unbedingt wild auf kleinen Bäumen rumtrampeln. Der Natur zuliebe und auch aus rein energietechnischen Gründen läuft man am besten im Gänsemarsch hintereinander her. Der erste hat dabei natürlich die meiste Arbeit, man sollte ihn fairerweise ab und zu auswechseln. War bei uns nicht nötig, wir hatten eine Art Menschmaschine in der Gruppe. Danke Paul! Hier ein paar fremde Schneeschuhgeher in ‚unserer‘ Spur, kurz vor dem Gipfel des Riesenbergs:Kurz vor dem Gipfel des Riesenbergs Bevor wir diesen erreichten, machten wir noch Mittagspause in der Riesenhütte. Sehr guter Kaiserschmarrn! Leicht karamellisiert, für ich glaube 7,80 Euro mit leckerer Pflaumenmarmelade. Sehr zu empfehlen.  Derart gestärkt stapften wir die letzten 100 Höhenmeter zum Gipfel des Riesenbergs hinauf, über magisch glitzernde Eisflächen und unter verschneiten Bäumen hindurch. Der Riesenberg ist mit 1444 Metern ein kleiner Berg, aber der Blick auf den Chiemsee und die Kampenwand ist wunderschön:Kampenwand Aus dieser Perspektive hatte ich die Kampenwand bisher noch nie gesehen. Im Abendlicht sieht sie noch viel beeindruckender aus, aber da konnte ich keine Fotos machen, denn wir waren auf dem Weg nach unten. Und zwar nicht zu Fuß, sondern mit sowas hier:Rodel an der Riesenhütte Rodel kann man an der Riesenhütte für 8 Euro und an der Frasdorfer Hütte für 4 Euro mieten (jeweils bis ins Tal). Das Stück von der Riesenhütte zur Frasdorfer Hütte war genial, der Rest – naja. Zu Fuß wäre es aber auch nicht besser gewesen. Ich wäre vermutlich so oder so in diesem Bach gelandet. Sehr glatt.

Fazit des ganzen Abenteuers: Schneeschuhgehen ist mein neues Hobby. Es ist sehr anstrengend und stellenweise echt fordernd, aber es lohnt sich zu hundert Prozent. Selten habe ich so schöne Winterlandschaften gesehen – und das ganz ohne Skilift, Hektik und plattgewalzten Pisten. Die Tour ist hier ganz gut beschrieben, außerdem kann ich dieses Buch empfehlen, da finden sich viele gut beschriebene Touren.

Negativer Nebeneffekt des ganzen Spaßes: Da ich am Samstag schon hustete und exzessive Bewegung an sehr frischer Luft bekanntlich nicht ganz optimal ist bei Erkältung, liege ich jetzt flach. Bin schon etwas genervt. Aber immerhin komme ich so mal dazu, diesen schönen langen Post zu schreiben.

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