Hermann lebt

23 Feb

Da ist er nun, in all seiner Pracht und Schönheit. Hermann. Gestern Abend habe ich ihn noch schnell gebacken, nachdem ich ihn zwei Wochen lang gerührt, gefüttert und gepflegt habe – ungefähr zwei Wochen, so genau weiß ich es nicht mehr. Diese Ungenauigkeit verstößt komplett gegen den Hermann-Ehrenkodex, wie ich gestern feststellen musste. Etwas hilflos, wie man Hermann denn nun am besten zubereitet, googelte ich nach Rezepten – und fand emotional aufgeladene Foren-Diskussionen über artgerechte Hermann-Haltung. Darf man Hermann im Kühlschrank halten? Verträgt er Metall? Mag er Holz? Wie viel Wärme braucht er? Einen Konsens gab es nicht.

Mein persönliches Fazit: Hermann ist ein robustes Kerlchen. Von seiner bösen Stiefmutter (mir) wurde er ab und zu umgerührt (mit was gerade da war; auch Metall kam an seine blubbernde Oberfläche, oO). Nach ein paar Tagen habe ich je eine Tasse Milch, Zucker und Mehl dazu gekippt; Hermann schien es zu gefallen.

Als ich ihn dann gestern buk, war er wohl schon ein wenig überreif, er hat aber trotzdem alles brav mit sich machen lassen. Bevor ich ihn teilte, bekam er nochmal eine Fütterung (1 Tasse Mehl, 1 Tasse Milch, ½ Tasse Zucker). Dann habe ich ihn grob gedrittelt und in ein Drittel ungefähr das hier gekippt:

1-2 Tassen Mehl
2 Eier
¼ Tasse Öl
1 kleiner Schluck Milch
¼ Tasse Zucker (in den meisten Rezepten ist Hermann sehr süß, das wollte ich vermeiden)
1 Prise Zimt
½ Packung Rosinen

45 Minuten bei 180 Grad im Ofen machten aus Hermann, dem Teig, Hermann, den Kuchen. Er hat beim Backen eine seltsame Gebirgslandschaft entwickelt, schmeckte aber schön saftig. Allerdings sollte man ihn möglichst frisch essen, sonst wird er schnell trocken. Laut Aussage einiger testessender Kollegen schmeckte er allerdings noch etwas ‚unspektakulär‘. Beim nächsten Hermann werde ich ein bisschen am Rezept variieren. Erst mal ist Hermann aber nun eingefroren (brutal, ich weiß), denn ab Samstag bin ich in der Schweiz und (ihr ahnt es): Hermann darf nicht mit. Es handelt sich nämlich um einen Mädchen-Ausflug, also bleibt der Gute vorerst kalt gestellt.

 

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