Caroline Keating im Rationaltheater

20 Feb

Auf dem Samstagabend-Programm stand diese Woche: Caroline Keating. Die junge Dame (23) spielte heute das Ende ihrer Pre-Release-Deutschland-Tournee (oder so; keine Ahnung, was genau sie wann releast) im Rationaltheater. Ich war vorher noch nie im Rationaltheater und wurde positiv überrascht: angenehme Bar-Atmosphäre, gemütliche Sessel, nette kleine Bühne. Sieht von außen gar nicht so aus. Aus dieser Perspektive durften wir es nämlich recht lange bewundern, da die Veranstalter im Inneren noch irgendwelche geheimen Dinge machen mussten, weswegen keiner rein durfte. Vor der Eingangstür sammelte sich eine Gruppe älterer Herrschaften um einen Mann namens ‚der Willi‘, die in deutlichem Oberbayrisch die Vorzüge Münchens priesen. Ich wurde schon leicht hibbelig, der Dialekt klang beunruhigend vertraut. Zum Glück durften wir dann irgendwann doch rein und da war es ja, wie gesagt, schön.

Bevor wir in den Genuss von Frau Keatings Sangeskünsten kamen, wurden wir noch von der Band D’oro bespielt, hier im Bild:

Diese Band war – gewöhnungsbedürftig. Nein, ich will ehrlich sein: Es war grausam. Der erste Song hieß ‘Soul Song’ und hatte folgenden Text: „Let your soul fly, let your spirit get high.“ Punkt. Die Sängerin (ich glaube sie heißt Dorothea Tausch und kam laut ihres mySpace-Profils ‚schon im Mutterleib in den Genuss des Hörens klassischer Musik‘) behauptete allerdings dreist, diese Zeile wäre nur der Refrain des Liedes. Mit den restlichen Kompositionen sah es nicht anders aus; wäre Text vorgesehen gewesen, hatte Dorothea ihn leider meist vergessen und machte stattdessen ‚dadadadaduuuu‘ oder gab Heul-Laute von sich. Begleitet wurde sie unter anderem von einer ‚Violinistin‘, die meistens einen halben Ton neben dem Rest lag. Der Rest waren ein Keyboarder, der verschämt die Schultern hochzog und ein Drummer, der nichts bewegte, außer seiner Handgelenke. Den beiden ist aber kein Vorwurf zu machen, sie spielten – solide. Ich weiß jetzt, dass Häkelmützen nicht als Schalldämpfer zu gebrauchen sind und stieg dann recht schnell von Weinschorle auf Whiskey mit Cola um. Dorothea und die Band schienen allerdings Spaß zu haben und strotzten vor Selbstbewusstsein. Ironische Bemerkungen des Publikums wurden einfach positiv interpretiert. Ich war fertig.

Zum Glück entschädigte Caroline Keating mehr als nur ein bisschen für die D’oro-Qualen, auch wenn die Gute und ihr Geiger Sebastian definitiv einen sitzen hatten.

Ab irgendeinem Punkt fing sie an, sich auf Französisch mit dem Publikum zu verständigen, aber selbst das war noch interessanter als Doros langweilige Männer- und WG-Geschichten. Die Musik war wunderschön und auch einfach gut. Die Lieder sind sich zwar untereinander recht ähnlich, aber da man sie stundenlang hören könnte, ist das eigentlich egal. Schöne sonnige Sonntagmorgen-Musik. Machte sich aber auch im schummrigen Rationaltheater ganz gut. Sehr schön fand ich das Lied ‚Ghosts‘, das mit einigen anderen Kompositionen auf Keating’s mySpace-Profil zu hören ist. Irgendwo kann man auch Lieder kostenlos runterladen, auf der mySpace-Seite ist das aber sehr verwirrend beschrieben. Vielleicht war sie doch nicht betrunken.

Etwas enttäuschend fand ich allerdings die Unfähigkeit der Rationaltheater-Crew, drei Mikrophone so auszusteuern, dass es keine Rückkoppelung gibt. Vielleicht mal ein bisschen üben vorher.

 

 

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Eine Antwort to “Caroline Keating im Rationaltheater”

  1. Famousfirefighter Februar 20, 2011 um 12:22 #

    Eines ihrer Lieder kann man hier herunterladen: http://www.facebook.com/pages/Caroline-Keating/42374227425?v=app_178091127385

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