Münchner Gardinen

24 Jan

Der Sonntag war toll und sonnig – das konnte ich durch das Fenster ganz genau sehen. Ich selbst saß nämlich den ganzen Tag bucklig über meinen Ess-/Schreib-/Arbeitstisch gebeugt und nähte Gardinen. Oder ich kroch am Boden herum, verzweifelt mit den Stoffmassen kämpfend. Ich hasse Gardinen nähen, denn Gardinen bedeuten: Unübersichtliche Mengen an Stoff und am Ende müssen beide Schals gleich lang sein. An einer Stelle hatte ich es geschafft, dass jede Längsseite von jedem Schal eine eigene individuelle Länge hatte. Selbstverständlich habe ich mich mehrmals gestochen und hatte immer wieder Pflaster an den Fingern. Auch eine Kanne grüner Tee konnte meine Zen-Mentalität nicht heraufbeschwören, aber letztendlich habe ich den Gegner besiegt. Hier nun eine kurze Beschreibung, wie man so ein Gardinchen näht.

Schritt 1: Vorbereitung

Zwei gleich lange Stoffbahnen zurechtschneiden – haha! Davon gibt es natürlich kein Bild, denn diesen Zustand habe ich nie erreicht.

Schritt 2: Ränder umbücken

An sich ist so eine Gardine ja kein Kunstwerk. Dementsprechend muss man auch nichts Kompliziertes nähen, sondern nur lange gerade Nähte machen – das kann aber auch eine Herausforderung sein. Meine Nähmaschine ist eine ganz schöne Diva. Auf jeden Fall sollte man jede Kante einmal umbücken:

Wenn man einen IKEA-Stoff benutzt, lernt man so auch gleich den Namen des Stoff-Designers gut kennen. Falls der Stoff keine abgeschlossenen Ränder hat (wie hier im Bild), sollte man den offenen Rand erst mit einer elastischen Naht (z.B. Zickzack) umsäumen und dann doppelt umbücken. Ich knicke den Stoff auch immer oben und unten breit um (circa 5 cm). Unten hat das den Vorteil, dass die Gardinen schön schwer fallen (dazu gab es ja früher diese urigen Blei-Ketten). Oben kann man so leichter das Gardinenband oder Schlaufen annähen.

Schritt 3: Gardinenband befestigen

Gardinenband verwendet man normalerweise nur, wenn man eine Schiene für Laufrollen hat. Ich habe es aber auch schon für andere Gardinen benutzt und dann im Band Haken befestigt. Das Band wird einfach mit zwei glatten Nähten auf die Rückseite der Gardine genäht:

Wie man sieht, hatte ich hier schon keine Lust mehr, Stecknadeln zu verwenden. Meine Finger waren löchrig. ‚Freihändig‘ nähen empfiehlt sich aber wirklich nur, wenn man wenigstens schon ein bisschen Erfahrung hat. Ansonsten ist das idealtypische Vorgehen: Stecknadeln, Steppgarn, finale Naht.

Schritt 4: Aufhängen

In das Gardinenband kommen nun die Laufrollen und das ganze Kunstwerk dann an die Decke. Hier das Ergebnis in der Wohnung meines Bruders:

Vier Schritte – klingt ja einfach. Ist es eigentlich auch. Mich hat es trotzdem (fast) einen ganzen Sonntag gekostet. Nur gut, dass ich keine Schneiderin geworden bin. Bei dem Stoff handelt es sich übrigens um MAJKEN von IKEA. Kostet € 5 pro Meter und ist ziemlich lichtundurchlässig – also auch was als Rollo-Ersatz.

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